Konzert der Blaskapelle: James Bond in Blech

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Das Jugendblasorchester unter Leitung von Raimund Burger in Aktion. Fotos lt

Waldkraiburg - Zum Frühjahrskonzert hatten Blaskapelle und Jugendblaskapelle des Musikvereins Waldkraiburg geladen. Und das Publikum erlebte ein Feuerwerk konzertanter Blasmusik.

Dass die Titel durchwegs englisch-amerikanisch waren, tat der Qualität der Musik und ihrer musikalischen Darbietung keinerlei Abbruch. Das Programm war abwechslungsreich, klangvoll und bewusst auf etwa einhundert Minuten begrenzt.

Den ersten Teil vor der Pause bestritt die Jugendkapelle. Alle Stücke wurden von Marc-René Fray angesagt und kurz charakterisiert. Die 25 jungen Musikerinnen und Musiker eröffneten mit dem schmissigen Marsch "Bravura" und danach folgte "Baby Elephant Walk", ein Arrangemant aus der Filmmusik zu dem Afrikafilm "Hatari" mit John Wayne in der Hauptrolle. Dazu liefen auf der Bühnenrückwand Szenen dieses Films ab.

Bei "Concerto for Drumset and Concert Band" von Larry Neek durften gleich drei Schlagzeugsolisten, Marc-René Fray, Florian Bergkofer und Tim Benda, ihre hohe Kunst an rhythmisch schwierigen Musikstücken zeigen, taten dies mit Bravour und wurden von ihren Mitspielern zuletzt mit Blumen und Plüschtierchen beworfen. Während danach bekannte Melodien der Beatles mit dem Titel "Beatles Gold" erklangen, sah man im Hintergrund zahlreiche Bilder aus dem Leben der Beatles.

"Song and Dance", ein Originalstück für Jugendkapellen von Andre Waignein, teils getragen, teils rassig flott dargeboten, beendete den ersten Teil. Als Zugabe gab es aber noch den beschwingten lateinamerikanischen Rhythmus-Song "Tequila".

Dirigent Raimund Burger führte seine Schäflein mit sicherer Hand, straff und aufmerksam durch das äußerst anspruchsvolle Programm. Nach der Pause betrat das Blasorchester der etwas älteren Aktiven die Bühne. Dirigiert, sicher geführt und in jeder Hinsicht unterstützt von Ferenc Szelim Bene boten sie ein nicht minder schmissiges Programm dar mit zunächst einem Medley von Robbie Williams, in dem unter anderem Melodien wie "Macky Messer" erklangen.

Marina Arnlachner wirkte als Sängerin bei dem Konzert mit.

Es folgte "Colors of the Wind", das ist Filmmusik aus dem reizenden Zeichentrickfilm "Pocahontas" von Walt Disney. Dazu sang Marina Arnlachner mit kräftig lebhafter Stimme den Titelsong des Films und Szenen des Films liefen über die Wand. Dann folgten Ausschnitte aus Leonard Bernsteins Musical "Westside-Story", beschwingt und trotz der Schwierigkeit der Musik sicher und dynamisch vorgetragen.

Und die Beine der Zuhörer zuckten mit bei "I'd like to be in America". Schließlich folgte noch eine Suite mit Musik aus verschiedenen James-Bond-007-Filmen, wie zum Beispiel "Goldfinger" oder "For your Eyes only". Dezent ruhige Passagen wechselten dabei mit wuchtig auftrumpfenden Rhythmen.

Besonders mächtig erklangen schließlich noch Melodien aus dem Agenten-Thriller "Mission Impossible" in einem Arrangement von John Ryan. Und zuletzt folgte, mit Bildern aus einschlägigen Filmproduktionen aus den Jahren 1966 bis 2001 hinterlegt, ein Medley "Star Trek Through the Years", ("Krieg der Sterne"). Daniel-Sebastian Moser moderierte diesen zweiten Teil.

Den Abschluss des Konzerts bildete ein Novum. Beide Klangkörper versammelten sich in drangvoller Enge gemeinsam auf der Bühne und spielten unter Leitung von Ferenc Bene den schmissigen Marsch "Our Maestro" und zuletzt, wuchtig und sicher die heimliche "Zweite Nationalhymne" der USA, den Marsch "Stars and Stripes forever" von John Philipp Sousa.

Während des Konzerts und besonders lautstark am Ende applaudierte das Publikum zu Recht für ein äußerst unterhaltsames Konzert der Blasmusik. Von der Vorsitzenden des Musikvereins, Bianca Filipp, gab es Blumen und kleine Geschenke für die Dirigenten und die Sängerin. Eine kritische Anmerkung mehr technischer Art sei erlaubt: Da die Notenpulte sehr hoch eingestellt waren, sah man von den feschen Burschen und Mädchen nur die Beine und außerdem waren mehrere Pultleuchten so eingestellt, dass sie ins Publikum blendeten. Der Musik tat dies jedoch keinen Abbruch.

lt/Mühldorfer Anzeiger

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