"Musikstadt Waldkraiburg"

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Zeigte beim 25-jährigen Jubiläum der Sing- und Musikschule sein Können: das Streichorchester II mit Benjamin Bauer (oben). Das untere Bild zeigt Josef Xu auf dem Klavier mit "Mikes's Blues". Er ist die Nachwuchsempfehlung für die Burghausener Jazzwoche.

Waldkraiburg - Mit einem Konzert der Extraklasse beging die Sing- und Musikschule ihren 25. Geburtstag.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Waldkraiburg - die Musikstadt. Dass dieses Prädikat uneingeschränkt zutrifft, ist vor allem auch der Städtischen Sing- und Musikschule (SMS) zu verdanken, die mit einem Jubiläumskonzert voller Kontraste das Publikum begeisterte.

Nach der Festtagsouvertüre des schwungvoll aufspielenden Akkordeonensembles begründete dessen Dirigent und Leiter der Musikschule, Franz Christmann, warum dieses musikalische Begegnungszentrum heute noch so jung und lebendig ist wie vor 25 Jahren. "Ich war von Anfang an dabei und schon damals beeindruckte mich das Engagement jedes Einzelnen. Man hatte das starke Gefühl, die Musik als emotionalste Materie für den Menschen wird auch in der Zukunft ihren einzigartigen Zauber ausüben." Erster Bürgermeister Siegfried Klika konnte dem nur beipflichten. Die Gründung der "SMS" am 18. Oktober 1985 sei eine "Sternstunde für Waldkraiburg" gewesen, wobei er besonders den sozialen Aspekt der Generationen verbindenden Musik betonte. Sein Dank galt dem Lehrerkollegium, dem Elternbeirat, der etwa die Ausstattung des Multimediaraums finanzierte, und besonders natürlich den jungen Künstlerinnen und Künstlern für ihren Einsatz.

Und es war in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Konzert, das die Zuhörer präsentiert bekamen. Zum einen spannte die Programmfolge einen Bogen von der Renaissance bis hin zu Blues und Pop. Zum anderen boten Lehrer, Schüler, Ehemalige und Preisträger im fast familiären Miteinander einen wirklichen Ohrenschmaus. Dem festlichen "Trumpet Menuet" der jüngsten Violinspieler folgte das Allegro aus Vivaldis "Concerto in A- Dur" des Streichorchesters II, acht weibliche Teenager mit Benedikt Bauer als erster Geiger. Er bewies besonders in der anschließenden Mazurka, dass er seinem Instrument nicht nur satte, kräftige Töne, sondern auch schmeichelnde, samtige entlocken kann.

Josef Xu auf dem Klavier mit „Mikes‘s Blues“. Er ist eine Nachwuchsempfehlung für die Burghauser Jazzwoche.

Als wahrer Zaubergeiger erwies sich der erst elfjährige Sebastian Hofmann mit dem Allegro von J. H. Fiocco, am Klavier einfühlsam begleitet von Jana Braun. Erstaunlich seine technische Reife und Ausdrucksstärke! Mit Bravour brachten daraufhin die ebenfalls elfjährigen Schwestern Paula und Anna Schweinberger ihr "Scherzo" zu Gehör, mit verblüffendem Einfühlungsvermögen und technischem Können interpretiert auf dem Cello und perfekt intoniert auf dem Klavier. Unter der souveränen Leitung von Ferenc Bene verlieh das Querflötenensemble II der Renaissancemusik "The Earle of Salisbury Pavane" Klangfülle. Rhythmisch-temperamentvoll die "Tricky Triplets" der Schlagzeuggruppe, einer männlichen Domäne, unter der Leitung von Wolfgang Höhn. Einen weiteren Höhepunkt boten Josef Xu auf dem Klavier mit "Mikes's Blues", Nachwuchsempfehlung für die Burghauser Jazzwoche, und Georg Wild mit dem schwierigen, teils arhythmischen "Prelude" von George Gershwin.

Es spricht für das gute Klima und die optimalen Bedingungen an der Sing- und Musikschule Waldkraiburg, dass häufig Ehemalige nicht nur weiterhin Kontakt mit ihrer Ausbildungsstätte pflegen, sondern mit ihrem Können immer wieder Aufführungen bereichern - so Beate Bratfisch, Violine, und Bianca Schuller, Klavier, beide Bundespreisträgerinnen und inzwischen Mozarteums- Schülerinnen. Spanisches Temperament sprang auf die Zuhörer über in der "Romanza Andaluza" und vollends beeindruckte das Duo mit den teils verhalten romantischen, teils kraftvollen "Rumänischen Volkstänzen". Konzentriert und spielfreudig zugleich zeigte sich das Querflötenensemble I, das locker und leicht die "Sinfonia III" Bachs vortrug.

Sie ist inzwischen weit über die Landkreisgrenzen hinaus eine gefragte Größe, die ehemalige Schülerin, Preisträgerin und heutige Musiklehrerin Rosalyn Sabo, mit ihrem Quintett "Zitherrausch", die ihrer "alten Schule" zum Jubiläum ebenfalls die Ehre gaben. Nicht nur fundiertes Können und enormes Rhythmusgespür, sondern auch eine erstaunliche Bandbreite der Gefühle legten die jungen Damen an den Tag. Dazu bot der ausdrucksstarke Tanz von Sabine Schweikl beim "Tangissimo" und dem "Moliendo Cafe" einen Augenschmaus. Kontrastprogramm dazu das Gesangssolo von Simone Mittermeier, die mit dem rockig-poppigen Song "Broken Heels", selbstbewusst und schwungvoll vorgetragen, begeisterte.

Schließlich entführte das 24-köpfige Jugendblasorchester unter der Leitung von Raimund Burger mit "Kilkenny Rhapsody" nach Schottland und ließ bei "Tales of a distant Star" durch seine Klangfülle und eine rasante Schlagzeugzugabe aufhorchen. Anhaltender Applaus vieler Eltern, aber auch zahlreicher Musikliebhaber aus der Stadt dankte für dieses wahrhaft großartige Jubiläumsgeschenk.

fis/Waldkraiburger Nachrichten

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