Im Jahr des Doppelabis

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Waldkraiburg - Der Doppelabiturjahrgang 2011 wird das neue Schuljahr an den Gymnasien im Freistaat prägen. Eine Änderung am örtlichen Gymnasium kündigt Schulleiter Wolfgang Hellwig für den Intensivierungsbereich an.

Ein Effekt der Regelung: Weniger Verwaltungsaufwand und kleinere Klassen. Nur zwei 9. Klassen von insgesamt 29 Klassen bis zur 10. Jahrgangsstufe überschreiten mit jeweils 31 Schülern die 30er-Marke. Die durchschnittliche Klassenstärke liegt bei 26,4 Schülern. "Ein sehr günstiger Wert", freut sich Wolfgang Hellwig.

Diese Zahl wurde auch dadurch möglich, weil die Schule wie andere Gymnasien auch ihr Intensivierungskonzept geändert hat, dadurch Lehrerstunden frei wurden. Bei den Intensivierungsstunden, die verpflichtend vorgegeben sind und in geteilten Klassen gehalten werden, ändert sich nichts. Anders bei den fünf "flexiblen Intensivierungsstunden", die die Schüler im G8 bis Ende der 10. Klasse absolvieren müssen. Völlig frei in der Wahl waren sie auch bislang nicht. Im neuen Schuljahr sind sie in Waldkraiburg auf die Fächer Mathematik (2), Deutsch, Textverarbeitung und Zweite Fremdsprache (je 1) ohne Wahlmöglichkeiten festgelegt. Diese Stunden, die bereits in den ersten drei Schuljahren eingebracht werden, werden in ungeteilten Klassen vom jeweiligen Fachlehrer gehalten. In Absprache mit dem Elternbeirat habe sich die Schule für diese Neuregelung entschieden, so der Oberstudiendirektor. In diesem Jahr sollen Erfahrungen gesammelt und das Konzept gegebenenfalls variiert werden.

Durch diese Veränderung falle ein enormer organisatorischer Aufwand weg, sagt der Direktor. Hellwig betont zugleich, dass das Gymnasium auch weiterhin ein umfangreiches Wahlunterrichtsangebot anbiete, mit der Einschränkung, dass diese Stunden nicht mehr als Intensivierungsstunden eingebracht werden können. Dazu zählen Angebote im musischen Bereich (Theatergruppen, Kunstprojekt, Chor und Instrumentalgruppen), Rhetorik, Streitschlichtung und nicht zuletzt in der Sportförderung. Im neuen Schuljahr soll das Gymnasium in Kooperation mit der Triathlon-Abteilung des VfL Waldkraiburg, deren Vorstandschaft Sportlehrer Gerhard Troch angehört, zur Stützpunktschule für diese Sportart werden.

1072 Schüler werden im neuen Schuljahr das Gymnasium besuchen, das sind etwa 30 weniger als zuletzt. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf die gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunkenen Anmeldezahlen. 104 Schüler werden in vier fünften Klassen unterrichtet, zuletzt waren es sechs Anfangsklassen. Da schlage sich ein bayernweiter Trend nieder, meint Hellwig. Viele Eltern im ländlichen Bereich haben Kinder mit Gymnasialeignung an der Realschule angemeldet. Der Direktor vermutet dahinter einen Reflex auf die sehr kritische und negative Berichterstattung über die gymnasiale Oberstufe im G8. Viele Eltern fürchten zudem die Belastung durch den Nachmittagsunterricht am Gymnasium.

Nach seinen Recherchen an den Grundschulen im Einzugsbereich wirkt sich dies in Waldkraiburg stark aus, an einem Standort, wo beide Schularten in unmittelbarer Nachbarschaft vertreten sind. Die erheblich angestiegene Zahl der Anmeldungen an der Realschule bestätigen dies.

Die Lehrerversorgung sei gut, so Hellwig. 86 Lehrer (davon zwei in Mutterschutz und zwei Grundschullehrerinnen) gehören dem Kollegium an. Damit könne das komplette Stundenbudget erfüllt werden.

Die angespannte Raumsituation verbessert sich allerdings in diesem Herbst noch nicht. Zwar ist eine Klasse weggefallen. Doch die Realschule, deren Schülerzahl erneut deutlich gestiegen ist, wird in Absprache mit dem Gymnasium zwei der vier Räume im provisorischen Erweiterungsbau benötigen. Hellwig sieht dies als selbstverständliche Nachbarschaftshilfe.

Die Realschule habe im vergangenen Jahr dem Gymnasium an drei Tagen in der Woche die Mittagsverpflegung im Pfarrheim Maria Schutz ermöglicht. Mit der Einführung einer Ganztagesklasse in der Realschule können Gymnasiasten dort nun auch am Mittwoch Mittagsverpflegung bekommen.

Geprägt wird das kommenden Schuljahr vom Doppelabitur 2011, das "extremen Planungsaufwand" erfordere und den Lehrkräften enormes Korrekturpensum abverlange. Hellwig: "Wir sind mental darauf vorbereitet." Die Terminpläne sehen bereits. Am 18. März beginnt das Abitur der letzte K13 des G9, am 16. Mai beginnen die schriftlichen Prüfungen der Qu12 des G8. Fast 200 Abiturienten (K13: 116/Qu12: 82) werden dann die Schule verlassen. Erst dann werde die Schülerzahl merklich sinken, auf rund 1000, rechnet der Direktor, der von 100 bis 120 Neuanmeldungen für 2011/2012 ausgeht.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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