Da steckt Waldkraiburg drin

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"Alle sind hoch zufrieden, wenn es so bleibt." Ulli Maier (mit Guido Landwehr) sieht wie viele andere Unternehmer einen positiven Trend nach dem Krisenjahr 2009.  Fotos 

Waldkraiburg - Das Jubiläumsjahr machte es möglich: Erstmals seit langer Zeit präsentierten sich Firmen der Industriegemeinschaft Waldkraiburg-Aschau am Wochenende in einer gemeinsamen Ausstellung.

Für Automobile oder andere Fahrzeuge, für Maschinen, Werkzeuge und viele andere Dinge des täglichen Gebrauchs gilt: Da steckt Waldkraiburg drin, beziehungsweise Firmen der IGW Waldkraiburg-Aschau dahinter, auch wenn selten oder nie Waldkraiburg oder Aschau drauf steht. Die Besucher der Ausstellung konnten zahlreiche Beispiele dafür finden: ob es nun die Kerne von Golfbällen sind, für die Kraiburg TPE das Material liefert, oder Autos, deren Airbags Gasgeneratoren von TRW oder Gelenkscheiben der Firma SGF enthalten.

Die Leistungsschau der IGW Waldkraiburg-Aschau war auch eine Produktpräsentation der teilnehmenden Firmen: Fritz Fortenbacher und Katrin Höpfinger von der Süddeutschen Gelenkscheibenfabrik vor einem Modell, das Auskunft gibt, wo sich die SGF-Produkte im Auto befinden.

Nicht nur in der Automobilbranche stellt sich die Situation, die Auftrags- und Geschäftslage nach dem Krisenjahr 2009 wieder deutlich besser dar. Kurzarbeit, die das vorangegangene Jahr in vielen Waldkraiburger Firmen geprägt hatte, läuft aus oder ist schon seit einiger Zeit kein Thema mehr. Medikabel, ein Hersteller von Spezialkabeln für Fahrzeug- oder Medizintechnik, Robotik und Automatisierung, hat seit Ende vergangenen Jahres 13 neue Arbeitskräfte eingestellt, wie Geschäftsführer Hans Zacherl bestätigt. Die Zahl der Mitarbeiter ist damit wieder auf 60 gestiegen.

"Alle sind hoch zufrieden, wenn es so bleibt", spricht etwa Ulli Maier von Walzen Maier stellvertretend für viele andere Aussteller von einem positiven Trend. Auffällig ist nach seinen Worten der weiter gewachsene Termin- und Lieferdruck.

Längerfristige Prognosen mag allerdings niemand abgeben, trotz der günstigen Entwicklung, die in vielen Branchen auf Nachfrage aus dem Ausland, vor allem in Fernost zurückzuführen ist.

Nicht nur die Produkte präsentierten die Unternehmen. Der Energieversorger ESB Südbayern etwa stellte ausführlich die Unternehmensgeschichte dar, deren Anfänge besonders eng mit der Stadt verbunden sind, weil Waldkraiburg 1959/60 bundesweit Vorreiter in Sachen Erdgasversorgung war.

Die Betriebe, die zusammen mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigen, nutzen die Gelegenheit, über attraktive Arbeits- und vor allem Ausbildungsplätze in den Unternehmen zu informieren. Beispiel Netzsch Mohnopumpen: Rund 40 Azubis bildet Netzsch im kaufmännischen Bereich und in der Fertigung aus. Diese Zahl wird kaum sinken. Denn Unternehmen wie Netzsch machen die Erfahrung, dass es immer schwieriger wird, gute Facharbeiter zu bekommen. "Da ist es das Beste, auf selbst ausgebildete Leute zurückzugreifen", sind sich Ausbildungsleiter Peter Lang und Heidi Dorner vom Marketing einig. Nach wie vor gelinge es, qualifizierte Azubis zu finden, sagt Lang, der besonders mit Hauptschülern des M-Zugs gute Erfahrungen macht. Allerdings sinke die Zahl der Bewerbungen von ausreichend qualifizierten Jugendlichen im Vergleich zu früheren Jahren.

Über die Branchenvielfalt, die die teilnehmenden Firmen vertraten, freute sich die IGW-Vorsitzende Manuela Keller bei der Eröffnung der Schau. Neben den oben genannten Firmen waren auch die Peters-Bildungsgruppe, Schmidt Messgeräte, der BlechblasinstrumentenbauerMiraphone, die Gießerei EMG Casting AG und die Brauerei Toerring vertreten. Die IGW zeige mit dieser Ausstellung, dass sie hinter dem Standort Waldkraiburg-Aschau steht, so Keller.

Als Ausdruck des guten Verhältnisses zwischen Industrie und Stadt wertete auch Bürgermeister Siegfried Klika die Veranstaltung. Es gebe in Waldkraiburg eine große Aufgeschlossenheit für die Belange der Industrie. Den Bürgern sei "klar, was Arbeitsplätze wert sind".

Mit der Schau sei ein langjähriger Wunsch der Stadt in Erfüllung gegangen, so der Bürgermeister, der in der Veranstaltung "einen Anfang" sieht.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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