Pläne des geplatzten Projektes bei Tag der offenen Tür vorgestellt - Ditib denkt über rechtliche Schritte nach

"Wir bleiben am Ball mit unserer Moschee"

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Beim Tag der offenen Tür in der Moschee in der Reichenberger Straße konnte die Bevölkerung türkische Spezialitäten probieren und die Moschee besichtigen.

Waldkraiburg - Beim Tag der offenen Tür gab sich die türkisch-islamische Gemeinde kämpferisch und stellte die Pläne ihres Moschee-Projektes der Öffentlichkeit vor.

Beim Tag der offenen Tür an der Moschee in der Reichenberger Straße gab sich die türkisch-islamische Gemeinde, Ditib Waldkraiburg, kämpferisch und stellte die Pläne ihres Moschee-Projektes, das nach einem Beschluss der CSU-Fraktion erst einmal geplatzt ist, der Öffentlichkeit vor. "Wir halten an den Plänen fest und werden am Ball bleiben", sagte Yusuf Imrenk auf Nachfrage.

Als ein gutes Zeichen wertete das Ditib-Vorstandsmitglied den Besuch von Bürgermeister Siegfried Klika und Vertretern der CSU-Fraktion sowie einiger SPD-Stadträte und stellte klar "Streit haben wir nicht". Auch die Piraten waren vertreten bei dem kleinen Innenhof-Fest mit kulinarischen Köstlichkeiten.

Jeder Besucher hatte die Möglichkeit, sich die Moschee anzuschauen, etwa die Gebetsräume für Männer und Frauen, die Waschräume und den Aufenthaltsraum mit Teestube.

Imrenk erklärte, wie eng es hier beim Freitagsgebet mit rund 400 Personen zugehe: "Da ist die Hölle los". Oder wenn Frauen und Mädchen in den beengten und stickigen Räumen im Untergeschoss Koran-Unterricht bekommen. Es gebe außerdem nicht genügend Parkplätze.

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Das Haldenwanger-Gelände böte ausreichend Platz für diese Zwecke. Man werde keine kleineren Pläne anbieten, auch halte man an der Kuppel und den beiden Minaretten fest. Imrenk sprach von Vorurteilen und Ausreden des Stadtrates. Die Ditib-Dachgesellschaft in Köln werde sich mit der Stadt in Verbindung setzen und will eine schriftliche Stellungnahme, warum das Moschee-Projekt so nicht zum tragen kommen kann. Laut Imrenk werde die Ditib rechtliche Schritte prüfen lassen.

Zum Thema "Ängste", die Anton Sterr und Eva Köhr in der enstprechenden Bauausschuss-Sitzung (wir berichteten) aufgegriffen hatten, schaltete sich Mustafa Özcan, Sekretär der Ditib Waldkraiburg, ein. Der 25-Jährige verstehe das Ausmaß der Diskussion nicht. Es gebe in Waldkraiburg viele türkische Geschäfte, Vereine, Bildungseinrichtungen - "die fürchten die Menschen doch auch nicht", sagte der junge Mann, der bei der Bahn arbeitet.

"So viele Türken arbeiten hier und zahlen auch hier ihre Steuern." Eine großes Moschee würde auch Platz bieten für Albaner, Bosnier und etwa Pakistani. "Was ist, wenn diese Gruppen morgen eigene Moscheen haben wollen?", stellte er in den Raum.

"Waldkraiburg wirbt damit Multikultistadt zu sein und Integration zu leben - und jetzt sowas". Özcan erklärte, man plane das große Gemeindezentrum ja auch für die Kinder, für die Zukunft. "Was bringt eine Moschee, die so klein ist, wie die alte? Dann müssen wir in zehn Jahren wieder eine planen", so Özcan.

Imrenk erinnerte an die 1600 Menschen in der Stadt, die einen türkischen Pass besitzen, dazu kommen die Muslime mit deutschem Pass. "Mit dieser Entscheidung hat die Stadt einfach 2000 Muslime durchgestrichen", so das Fazit von Imrenk.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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