"Hohe Löhne für Kloputzer"

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"Angelika Merkel wird gewählt", sind sich (von links) Emre und Enes Kürbüz und Bünjamin Kosar einig. Sie finden, dass sich die Kanzlerin schöner herrichten könnte.

Waldkraiburg - Dass am Sonntag Bundestagswahl ist, weiß doch jedes Kind. Naja, zumindest einige Kinder. Und die wissen auch noch ganz genau, was sie sich von Merkel oder Steinmeier erwarten. Eine Umfrage.

"Wer Toiletten sauber macht, soll auch mal 20 Euro in der Stunde verdienen, das ist "ne asslige Arbeit", findet Vitus Gleixner. Der Zehnjährige ist mit Bruder Luis und Mama Bianca von Schnaitsee nach Waldkraiburg zum Mittagessen gekommen. Vitus und Luis (12) schauen mit ihren Eltern regelmäßig die Tagesschau und haben auch das TV-Duell zwischen Merkel und Steinmeier gesehen.

Schauen mit den Eltern regelmäßig Tagesschau: Luis (links) und Vitus Gleixner. Sie würden Rauchen ganz verbieten und "Kloputzern" 20 Euro in der Stunde zahlen.

Vitus ist überzeugt, dass Merkel das Rennen macht, "Steinmeier hat keine Chance". Da ist sein Bruder gegenteiliger Meinung. "Der Steinmeier ist zwar nicht so fair, aber er könnte seine Ideen besser umsetzen", glaubt der Zwölfjährige. Wie fair oder unfair Politik wirklich ist, kriegen sie noch nicht so mit, sagt ihre Mutter. "Wenn ich Kanzler wäre, würde ich mehr für die Umwelt tun, das Rauchen ganz verbieten und Atomkraftwerke schließen", sagt Luis überzeugt. "Du bist ja ein Grüner", so Mama Bianca. Luis grinst. Und Vitus fordert, jeder sollte mehr Lohn kriegen.

Ums Geld geht es auch der elfjährigen Jana Walter aus Engelsberg, die in Waldkraiburg ihre Oma besucht und mit den Eltern ins Kino gehen will. Merkel habe zwar das Kindergeld erhöht, sagt sie selbstbewusst; also setze die sich auch für Kinder ein. Ihre Eltern Valentina und Helmut schmunzeln bei den Ausführungen ihrer Tochter.

Ist stolz auf ihre kluge Tochter Jana (rechts): Valentina Walter. Jana weiß, dass eine Steuersenkung wichtig wäre.

"Nicht so toll ist, dass sie versprochen hat, die Steuern zu senken und dann hat sie es doch nicht gemacht. Das hab ich in der Zeitung gelesen", berichtet die aufgeweckte Hauptschülerin gut informiert. Sie beschreibt ihr Interesse für Politik mit "geht so" und sagt "wenn ich Kanzlerin wäre, würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, dass die Krise vorbei geht." Sie selbst habe die wirtschaftlichen Probleme zwar nicht zu spüren bekommen. Aber sie fürchtet um den Job ihres Onkels. "Der steht schon auf der Kippe", so das blonde Mädchen.

"Wenn ich Kanzlerin wäre, würde ich Autos mit Strom einführen", sagt Realschülerin Nesrin Günes.

Auch Nesrin Günes weiß, was sie sich von der Politik erwartet, auch wenn sie erst kurz überlegen muss, wer kommenden Sonntag gewählt wird. Die zwölfjährige Realschülerin aus Waldkraiburg mag Kanzlerkandidat Steinmeier lieber, sagt sie. "Er könnte alles besser durchsetzen. Er hat so gute Ideen, die verwirklicht werden könnten, um Kindern zu helfen", ist sie überzeugt. Ihr liegt auch die Umwelt am Herzen. Sie wünscht sich, dass es weniger Industrie gibt und Autos, die mit Strom fahren.

Emre Kürbüz, Cousin Enes und Kumpel Bünjamin Kosar mögen die Kanzlerin. "Sie ist schon in Ordnung", sind sie sich einig, auch wenn sie einige Überlegungen zu Merkels Äußerem anstellen. Der 14-jährige Realschüler Bünjamin meint, dass sie mehr aus sich machen könnte. "Nein, die ist halt ein bisschen zu alt, um schön auszusehen", hält Emre dagegen. Der 13-jährige Hauptschüler schlägt vor, mehr Decken an Obdachlose im Winter zu verteilen und mehr Heime für sie zu öffnen. Wäre Bünjamin Politiker, würde er die Regelschulzeit verkürzen und mehr Fabriken zulassen. Enes ist zehn und geht aufs Gymnasium. Er wünscht sich, dass die Kanzlerin mehr für arme Kinder sorgt. "Und ich würde schauen, dass Deutschland keine Feinde hat und dass kein Krieg kommt", sagt der Bub.

  kla/Waldkraiburger Nachrichten

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