Den Heilkräutern auf der Spur

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Im Kräutergarten des Haus Sudetenland nahmen die Ferienkinder Heilkräuter unter die Lupe.

Waldkraiburg - Bei der Zauberkräuterwerkstatt, einem neuen Angebot des Ferienprogramms, lernten die Kinder Heilkräuter kennen und machten selber Kräuterseife.

Früher waren Heilkräuter die einzige Medizin, die die Menschen kannten. Heute sind die Pflanzen und ihre Wirkung weitgehend in Vergessenheit geraten. Bei der Zauberkräuterwerkstatt lernten zwölf Kinder im Rahmen des Ferienprogramms zahlreiche Heilpflanzen kennen, machten sich selber Kräuterseifen und Balsame und nutzten Heidelbeeren für phantasievolle Tatoos. Eine Schorle aus Zitronenmelisse, Giersch, Rosenblättern und Apfelsaft sorgte dafür, dass die Ferienkinder keinen Durst haben mussten. Was haben Lisa und der Löwenzahn gemeinsam? Beide beginnen mit dem Buchstaben "L". Bei einem Kennenlernspiel konnten sich die Kinder gleich die Namen der einzelnen Teilnehmer merken und gleichzeitig machten sie sich Gedanken über die unterschiedlichen Pflanzen. Anschließend wurden sie von Angelika Vago und Simone Blöchinger durch den Kräutergarten im Haus Sudetenland geführt und sahen, wie der Thymian von Tobias oder der Sonnenhut von Stephanie in natura aussah. Dort sahen sie beispielsweise auch Maiglöckchen, die ja giftig sind, aber auch heilende Wirkung haben. Angelika Vago empfahl den Kindern, nur solche Kräuter zu sammeln, die sie auch 100-prozentig kennen.

Als es darum ging, aus gepressten Heidelbeeren ein Tattoo zu malen, ließen die Kinder ihrer Phantasie freien Lauf.

In überraschte Gesichter blickten die beiden Leiterinnen, als sie meinten, dass sie jetzt gemeinsam eine Saftschorle selber machen wollen. Die Kinder hörten zum ersten Mal von "Giersch" oder "Gundermann", die sie auf der Wiese suchen sollten. Zitronenmelisse wurde im Kräutergarten entdeckt und anschließend mit Apfelsaft, Zitronen und Rosenblättern angesetzt. Ihren künstlerischen Fähigkeiten freien Lauf lassen konnten die Kinder, als es darum ging, Tatoos zu malen. Erst erfuhren sie, dass getrocknete Heidelbeeren bei Durchfall und frische bei Verstopfung helfen. Simone Blöchinger wusste zudem, dass die Haut nicht so schnell altert, wenn man Heidelbeeren isst. Sie können aber auch zum Färben verwendet werden. Dazu wurden die Heidelbeeren zerdrückt und mit Mehl eingedickt; schon konnte es losgehen. Ein Schaschlikstab diente als Pinsel und schon entstanden Blumen, eine Robbe oder chinesische Schriftzeichen auf Armen und Beinen. "Oh Gott", hieß es dann aber das ein oder andere Mal, als die kleinen Kunstwerke kritisch unter die Lupe genommen wurden. Da half dann nur noch Zitronensaft auf den Arm träufeln und das Tatoo schnell wieder abzuwischen. Die Nase war anschließend gefordert. Die Ferienkinder durften an vier verschiedenen ätherischen Ölen riechen. Anschließend bekamen jeweils drei den gleichen Duft auf die Hand und mussten sich anhand des Geruches zu einem Trio zusammentun.

Selber Seife oder Lippenbalsam zu machen ist gar nicht so schwer. Das erfuhren die Kinder, als Angelika Vago und Simone Blöchinger Kernseife, Öl, Bienenwachs, Rosenblätter, Kakaobutter, Lavendel und andere Zutaten herbei schafften. Da hieß es Kernseife zerreiben, die Flocken mit Öl und Bienenwachs zusammenrühren, die entsprechenden Kräuter dazufügen und fest werden lassen. Ähnlich funktionierte auch das Zusammenrühren von Lippen- und Hautbalsam. Mittlerweile war dann auch die Gierschschorle soweit durchgezogen, dass sie den Durst der Kinder stillen konnte. Natürlich war auch für eine kleine Brotzeit gesorgt. Und am Ende waren sich alle einig, dass die"Zauberkräuterwerkstatt" ganz schön cool war.

hsc/Mühldorfer Anzeiger 

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