Gütesiegel und offene Türen

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Waldkraiburg - 50 Jahre gibt es das Haus Sudetenland jetzt. Bei einem Festakt überreichte das Bayerische Schullandheimwerk das „Gütesiegel“. Gefeiert wurde auch mit einem Tag der offenen Tür. ++Video++

Das Haus Sudetenland zählt zu den besten Schullandheimen Bayerns. Das bestätigt das Bayerische Schullandheimwerk mit der Verleihung des "Gütesiegels", der höchsten Auszeichnung des Verbandes. Vorsitzender Rudolf Suttner überreichte sie in der 50 Jahr-Feier des Hauses.

Heimleiter Leonhard Schleich und Anton Sterr, der Vorsitzende des Jugendförderungswerks Waldkraiburg, hatten eingangs dieser Jubiläumsfeier die Geschichte des Hauses in Erinnerung gerufen. Immer wieder, das ging aus diesem Bericht hervor, war das Haus in diesen 50 Jahren vor große Herausfordungen gestellt, musste neue Bereiche und Zielgruppen erschließen, als Jugendheim und Seminarhaus, als Internat für Integrationskurse, als Bildungsstätte für Jugendverbände und internationale Begegnungsstätte.

Mehr als 900000 Übernachtungsgäste aus über 80 Ländern weist die Statistik bis heute aus. Erst seit fünf Jahren arbeitet das Haus Sudetenland verstärkt an seinem Profil als Schullandheim. Und dies durchaus erfolgreich, wie nicht nur die Auszeichnung durch den Landesverband deutlich macht, in dem 36 Häuser organisiert sind.

Auch Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber machte in seiner Festrede deutlich, dass das Haus Sudetenland heute einen wichtigen Beitrag in der außerschulischen Bildungsarbeit leiste. Zu den Angeboten, die das Haus als Lernort für Schulklassen auszeichnen, zählt der Bereich Naturbildung. Dem Anliegen, Schüler für Natur und Umwelt zu sensibilisieren und zu Verantwortungsbewusstsein für die Schöpfung zu erziehen, werde das Haus Sudetenland durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband und dem Treffpunkt Wildland in herausragender Weise gerecht.

Ein zweiter Bildungsschwerpunkt im Bereich der neuzeitlichen Geschichte erfüllt "fast ein Alleinstellungsmerkmal". Aufgrund seiner bewegten Geschichte vom Pulverwerk des Dritten Reichs über die Besiedlung durch Heimatvertriebene bis hin zur enormen Aufbauleistung der Nachkriegszeit biete Waldkraiburg hier Möglichkeiten wie kaum ein anderer Standort. Einrichtungen wie der "Weg der Geschichte", das "Industriemuseum Bunker 29" (Huber: "Sowas gibt's woanders nicht.") das Stadtmuseum und das Glasmuseum sowie die Gedenkstätte für das KZ-Außenlager in Mettenheim sieht er als hervorragende Angebote zur historischen Bildung und Auseinandersetzung mit zeitgeschichtlichen Themen an. Der Kultusstaatssekretär, der sich als "Fan des außerschulischen Lernorts" bezeichnete, misst der Schule außerhalb der Schule große Bedeutung bei, weil sie mehr Zeit für individuelle Förderung biete, ein intensiveres Miteinander von Lehrern und Schülern ermögliche und soziale Kompetenzen fördere.

Wie Huber, so sieht auch Stephan Mayer die Zukunft des Hauses optimistisch. Das Haus zeichne sich dadurch aus, dass es "in herausragender Weise gelungen sei, neue Bereiche zu erschließen und neue Akzente zu setzen", so der Bundestagsabgeordnete, der der Einladung zur Jubiläumsfeier ebenso gefolgt war, wie der Europaabgeordnete und Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, und Landrat Georg Huber.

Als "beeindruckend" bezeichnete es Bürgermeister Siegfried Klika, dass vor 50 Jahren "auf Ruinen eines abweisenden Bunkers eine Einrichtung geschaffen wurde, die sich der Versöhnung mit den Völkern des Ostens und der Bildung der Jugend verschrieben hat". Die Stadt Waldkraiburg sei stolz auf dieses Haus und die Arbeit, die hier geleistet werde. Der Tag der offenen Tür im Anschluss an den Festakt mit Hausbesichtigungen und musikalischer Unterhaltung führte viele Stammgäste und Ehemalige ins Haus Sudetenland, die bleibende Erinnerungen und Prägungen mit der Einrichtung verbinden. Eindruck machte das Haus aber auch auf jene, die zum ersten Mal da waren, etwa eine Waldkraiburger Bürgerin, die seit 1954 in der Stadt lebt und am Wochenende das Haus auf dem höchsten Berg erstmals persönlich in Augenschein nahm.

Waldkraiburger Nachrichten/hg

Rubriklistenbild: © hg

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