Fröhlicher Einstand für neuen Chef

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Einen Regenschirm überreichte Landrat Georg Huber (links) als Vertreter des Sachaufwandsträgers dem neuen Schulleiter Joachim Hellwig zum Einstand. Wenig später gab"s von der Stadt gleich noch einen Schirm.

Waldkraiburg - Seit 1. August ist Joachim Hellwig neuer Leiter des Gymnasiums Waldkraiburg. Gestern wurde der Studiendirektor offiziell in sein Amt eingeführt.

Den scheidenden Gründungsdirektor Anselm Räde verabschiedete die Schulband des Gymnasiums vor einem halben Jahr mit dem Klassiker "Highway to hell" an seine künftige Wirkungsstätte in Mühldorf. Den neuen Schulleiter Joachim Hellwig empfingen die jungen Musiker nicht weniger rockig - mit dem Titel "Paradise City".

Dass sich am Gymnasium Waldkraiburg unter seiner Führung paradiesische Zustände einstellen könnten, das konnte der Studiendirektor bei der Feier zu seiner Amtseinführung natürlich nicht versprechen. Hellwig versicherte aber in seiner Antrittsrede, dass er "mit vollem Einsatz auf die positive Entwicklung dieser Schule einwirken will". In Teamarbeit, auf Augenhöhe mit Mitarbeitern und Kollegen, im offenen Dialog mit allen Mitgliedern der Schulfamilie will er diese Aufgabe am Gymnasium wahrnehmen.

Der erfahrene Pädagoge, der nach der Ernennung bekannt hatte, dass ihm der tägliche Unterricht in seiner neuen Aufgabe wohl am meisten fehlen werde, betonte, er lege "allergrößten Wert auf die Qualität des Unterrichts". Unter Beifall setzte er hinzu: "Was motiviert einen Schüler mehr, als eine interessante, anschauliche und fachkompetente, zuweilen aber auch humorvolle Aufbereitung der Lerninhalte?"

Ein Augenmerk will er auf die "konsequente Weiterführung der Werteerziehung an unserem Gymnasium richten". Es sei wichtig, hinzusehen, Zivilcourage zu zeigen, frühzeitig auf persönliche Schwierigkeiten einzelner Schüler einzugehen, aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein, ergänzte Hellwig vor dem Hintergrund von Ereignissen wie kürzlich an einem Gymnasium in Ansbach.

Mit dem Doppelabitur 2011 kommen enorme Belastungen auf das Lehrerkollegium zu. Der Direktor stellte klar, dass er aus diesem Grund die innere Schulentwicklung erst wieder ab dem Schuljahr 2011/12 in größerem Stil fortsetzen will.

Seine Entscheidung zur Bewerbung um die Schulleiterposition habe er "speziell an das Gymnasium Waldkraiburg geknüpft", so der 57-Jährige. Der "gute Geist" an der Schule und die sehr gute Zusammenarbeit mit Kollegen, allen Mitarbeitern, Schülern und Eltern habe ihn in dieser Entscheidung bestärkt.

Der neue Direktor ist nicht der "große Unbekannte". Hellwig kam bereits vor einem Jahr als Fachbetreuer für Physik an die Schule und erwarb sich "als beliebter Lehrer" einen guten Ruf bei Eltern, Schülern und Kollegen. Entsprechend positiv fiel die Reaktion auf die Ernennung aus. Der freundliche Empfang des neuen Chefs setzte sich in den Reden dieser Feier fort. Interimsschulleiter Wolfgang Rasch, Margit Roller, die Vorsitzende des Fördervereins, die Schülersprecher Eva Eder und Jonas Drechsel, Ulrich Fröling für den Personalrat sowie Elternbeiratsvorsitzende Gabi Röpke gaben Hellwig die besten Wünsche mit auf den Weg und sagten ihre Bereitschaft zur guten Zusammenarbeit zu.

Röpke sprach bei dieser Gelegenheit ein Problem an, das im neuen Schuljahr gelöst werden soll: An der Schule fehlt ein freier Raum, der als Mensa für die Mittagsverpflegung geeignet ist.

Er habe zwei Versprechen eingelöst, die Stelle des Schulleiters schnell und gut zu besetzen, meinte Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber. Er sieht mit der Ernennung beste Voraussetzungen für die positive Weiterentwicklung des Gymnasiums. Ähnlich äußerten sich auch Bürgermeister Siegfried Klika, der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer und Landrat Georg Huber, die sich freuten, dass mit Hellwig nun ein Waldkraiburger das Gymnasium leitet.

Seit 1968 lebt der Mathematik- und Physiklehrer mit berufsbedingten Unterbrechungen in Waldkraiburg. Seit 31 Jahren ist er im Schuldienst, an den Gymnasien in Mühldorf und Eggenfelden unter anderem Verbindungslehrer, Personalrat, Mitarbeiter in der Schulleitung und verantwortlich für die Unterrichtsverteilung. Am Gymnasium Waldkraiburg, an dem heuer 85 Lehrkräfte 1100 Schüler unterrichten, bringe Hellwig seine Laufbahn in der Schulleitung als Chef zu Ende, so Dr. Bernd Zinner. Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost entwickelte in einer sehr launigen Rede das aktuelle Anforderungsprofil eines Schulleiters an einem bayerischen Gymnasium. Im Unterschied zum Direktor längst vergangener Zeiten, "ein echter Gott", der in einem hermetisch abgeschirmten Direktorat wirkte, hat der "Schulleiter des neuen Typs" beweglich, ansprechbar und verbindlich zu sein, ist Pädagoge, Organisator, Verwaltungsfachman, Motivator, Evaluator...

Zinner appellierte an die ganze Schulfamilie aufgeschlossen für Neues zu bleiben. Das Gymnasium Waldkraiburg könne stolz sein auf das bisher Erreichte. "Wer sich aber auf seinen Lorbeeren ausruht", zitierte er ein geflügeltes Wort, "der trägt sie an der falschen Stelle".

Großen Beifall gab es bei dieser Amtseinführung auch für Studiendirektor Wolfgang Rasch, der als Interimsschulleiter die Übergangsphase mit unermüdlichem Einsatz hervorragend gemeistert habe, so Joachim Hellwig. hg

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