Ein Zeugnis für 1750 Schultage

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"There is a House in New Orleans, they call the ,Rising Sun'..." Mit Trompete, Kontrabass und Klavier gestalteten die Abiturienten ihre Entlassfeier im Haus der Kultur. Acht der 91 Schüler gehen mit einer Eins vor dem Komma nach Hause.

Waldkraiburg - 1750 Schultage sind rund 11000 Unterrichtsstunden - falls es die "Gesundheit" der Schüler zuließ, witzelte Schulleiter Joachim Hellwig bei der Verabschiedung der Abiturienten.

Studiendirektor Wolfgang Rasch dankte den Eltern, ohne die die 13 - oder mehr - Jahre nicht so gut zu überstehen gewesen wären und begrüßte Vertreter der Kirchen, Schulen, umliegenden Gemeinden, Industrie und Handwerk, des Elternbeirates und Fördervereins sowie die Lehrerschaft.

"Heute geht Ihre Schulzeit zu Ende", sagte Oberstudiendirektor Joachim Hellwig gestern Mittag bei der Verabschiedung der Abiturienten. 93 Schüler sind zu den Prüfungen angetreten, 91 durften gestern ihr Abiturzeugnis mit nach Haus nehmen. "Sie alle haben das Herz am rechten Fleck", bescheinigte er seinen scheidenden Schülern und gab ihnen mit auf den Weg, sich immer wieder zum Lernen verführen zu lassen und nie aufzuhören, Dinge kritisch zu hinterfragen. "Engagieren Sie sich in verschiedenen Bereichen des Lebens und zeigen Sie Zivilcourage, denn Demokratie lebt von unser aller Engagement."

Fotos vom Abiball

Abiball in Waldkraiburg

Dass am Waldkraiburger Gymnasium bei der Ausbildung und Bildung nicht nur auf Wissensanhäufung wert gelegt wird, beweist nicht nur Hellwigs Rede. Es geht auch um Werte wie Herzenstakt und Freundschaft. In ihrer Rede sprachen Jonas Drechsel, der auch den städtischen Ehrenpreis für soziales Engagement in seiner Funktion als Mediator von Bürgermeister Siegfried Klika bekam, und Andreas Senftl davon, was sie nach dem Abi mitnehmen. Sie sprachen vom Wandel des Lehrer-Schüler-Verhältnisses, zuerst geprägt von Autorität. Jetzt sehe man sich als gleichwertige Gesprächspartner. Sie baten ihre Lehrer, auch die nachfolgenden Jahrgänge ebenso gut zu begleiten. Als Dank dafür bekamen die Oberstufenlehrer Kakteen geschenkt, passend zum Motto des Abischerzes "Abios Amigos".

Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber, der nicht nur als Politiker, sondern als stolzer Vater seiner Tochter Felicitas gekommen war, bescheinigte den jungen Leuten, die das bayerische Abitur bestanden haben, das richtige Rüstzeug für die Zukunft zu besitzen. "Was mit der Deutschen Nationalelf am Sonntag wird, wissen wir nicht. Aber Sie haben Ihr Match schon gewonnen und stehen heute alle auf dem Siegertreppchen", so Dr. Huber.

Fotos der Zeugnisverleihung

Zeugnisverleihung Gymnasium Waldkraiburg

Stellvertretende Landrätin Eva Köhr griff auch das Fußballthema auf. Die Abiturienten hätten nicht nur 90 Minuten, sondern 13 Jahre Durchhaltevermögen bewiesen. "Sie müssen ihren Titel zwar nicht alle vier Jahre wieder verteidigen, aber mit Ihrer Bildung immer am Ball bleiben." Elternbeiratsvorsitzende Gabi Röpke erwähnte Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen. Die Abiturienten haben einen glücklicheren Hintergrund und gut in ihre Bildung investiert. "Ein Startkapital, das sie geschickt anlegen und optimieren müssen", sagte die ehemalige Bankerin. Bürgermeister Siegfried Klika freute sich über den zehnten Waldkraiburger Abiturjahrgang im Jahr des 50. Stadtjubiläums und zitierte die heimatvertriebenen Gründerväter der Stadt: "Mann kann uns alles nehmen, aber nicht unsere Bildung."

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Fotos vom Abischerz

Abischerz Gymnasium Waldkraiburg

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