Gremium will abgespeckte Version

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Aschau - Über eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage wurde im Gemeinderat in einem Ortstermin entschieden. Aus optischen Gründen will das Gremium aber nur eine abgespeckte Version.

Nach einem Ortstermin in Klugham hat das Gremium nun erneut im Gemeinderat über den Antrag der SunPlan GmbH diskutiert, in Buchtal/Klugham eine weitere Freiflächen-Fotovoltaikanlage zu errichten. Aus "optischen" Gründen kann sich der Gemeinderat nur mit einer abgespeckten Version anfreunden

Nahe einer schon bestehenden Freiflächen-Fotovoltaikanlage bei Klugham/Buchtal möchte die SunPlan GmbH, die bereits mehrere dieser Anlagen im Landkreis betreibt, eine neue errichten (wir berichteten).

Die Bauvoranfrage war nun zum zweiten Mal Thema im Gemeinderat. Inzwischen hatte sich ein Teil der Gemeinderäte vor Ort ein Bild gemacht. Auch Anlieger waren von der SunPlan eingeladen und informiert worden. Allerdings nur die Bürger aus Buchtal, nicht aber die Berghamer - was einigen nun sauer aufstößt. Darum waren sie in die Sitzung gekommen, um sich zu beschweren. Die geplante Anlage beeinträchtige den Ausblick, Bergham werde mit der Modulfront auf dem Hügel optisch belästigt.

Auch die fünf Gemeinderäte, die beim Ortstermin waren, hatten die Module auf dem Geländebuckel als Problem angesehen und vorgeschlagen, dort keine Module zu errichten, sondern Ausgleichsflächen entstehen zu lassen.

Der Eigentümer des Grundstücks, Anton Langrieger, und die SunPlan halten dies für ungünstig, da die Ausgleichsflächen inmitten des Kiesabbaugebietes entstehen würden. Dann könnte kein Kies mehr abgebaut werden.

Müsste die SunPlan auf die gesamte Fläche auf der Kuppe verzichten und sich auf die Senke hinter der Bahnlinie beschränken, würde ein Drittel verloren gehen und das Projekt unwirtschaftlich werden, so hatte Franz Hutterer, Gesellschafter, geschätzt.

Man war so verblieben, dass der Bauwerber einen Plan mit Höhenlinien vorlegt und dass er Überlegungen anstellt, um die Kuppe möglichst weitgehend von Modulen freizuhalten. Dies wurde nun in der jüngsten Sitzung besprochen. Dem Plan nach wäre der höchste Modulpunkt auf dem Geländebuckel höchstens zwei Meter höher als die Ortschaft Buchtal. Hutterer schlug vor, die Trägergerüste der Module, die auf dem Buckel stehen sollen, niedriger zu machen, um Höhe einzusparen. Durch eine Eingrünung, die dann zwei bis drei Meter hoch werden soll, wären die Module dann von Buchtal aus nicht mehr sichtbar - wohl aber von Bergham aus.

In der anschließenden Diskussion zeichnete sich ab, dass die Gemeinderäte keine Module auf dem Buckel haben wollen. Einzig Bürgermeister Alois Salzeder stimmte uneingeschränkt für das Projekt. Das Gremium will sich aber nur mit einer abgespeckten Version anfreunden.

Hans Baumgartner etwa sagte, dass diese "Energie gefördert werden muss. Aber nicht, wenn die Sicht der Anwohner beeinträchtigt ist." Für die Module in der Senke stehe er aber dahinter.

Manfred Römer sagte, es sei vermessen bei der abgespeckten Version von Unwirtschaftlichkeit zu sprechen.

Der Standort an sich ist Gertraud Reiser ein Dorn im Auge. Sie sprach von Landfraß und Verlust von Flächen für die landwirtschaftliche Produktion. Max Balhuber sagte: "Bis zur Höhenlinie der Bahn, aber dann muss es gut sein." Mathias Salzeder bestand auf eine Eingrünung und Günther Manz sagte, man müsse im Zuge der Abschaffung der Atomkraftwerke Kompromisse eingehen. Er sei für den Standort und gab zu Bedenken, dass es nicht besser sei, dort Mais für Biogasanlagen anzubauen. "Dann lieber Fotovoltaik."

Bürgermeister Alois Salzeder merkte an, auf dieser Fläche würde Fotovoltaik die zwölffache Menge Strom erbringen - gegenüber dem Ertrag aus Maisanbau fürs Biogas.

Franz Hutterer sagte nach der für ihn negativen Abstimmung, dass es nun eng werde durch die Verzögerungen, weil zum 1. Januar und zum 1. Juli 2012 Senkungen für die Strom-Einspeisung kommen. Daraufhin entgegnete Balhuber, dass sich die Einstellung des Gremiums schon bei dem Ortstermin abgezeichnet hätte und Hutterer den Antrag entsprechend abgewandelt hätte stellen können, dann hätte er jetzt keinen Zeitdruck.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser