Das Grauen aus dem Koffer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Wer ist der geheimnisvolle Typ im schwarzen Mantel (gespielt von Daniel Bucher) und was ist in seinem Koffer? Der Rucksacktourist (links: Julian Manuel) erfährt mehr über ihn, als ihm lieb ist. Kameramann Marcus von Kleist (rechts) hält die Szene für den spannenden Kurzfilm von Sebastian Harrer (Zweiter von rechts) fest. Zu sehen ist das Ergebnis am 8. Dezember beim Kurzfilmabend im Studiokino im Cinewood.

Waldkraiburg/Jettenbach - Hans Freund macht einen großen Fehler: Er schaut in den Koffer seines neuen Bekannten und Zimmerkollegen Tom Parker. Was er dort findet, jagt ihm kalte Schauer über den Rücken...

Lesen Sie hier den Originalartikel aus den Waldkraiburger Nachrichten:

Das Grauen aus dem Koffer

Waldkraiburg/Jettenbach - In einer regnerischen Nacht treffen zwei Kerle in einem einsamen Landgasthof aufeinander und beschließen, sich ein Zimmer zu teilen. Als der düstere Tom Parker im Bad ist, schaut Rucksacktourist Hans Freund in dessen Koffer und findet blutige Gegenstände....

Sebastian Harrer, der auch den Imagefilm für Waldkraiburg macht, dreht gerade in der Pension Wieserhof in Grafengars einen Krimi in Kurzfilmlänge. Anlass ist der bevorstehende Kurzfilmabend des Kulturamtes am Dienstag, 8. Dezember, im Studiokino im Cinewood.

Überregionale "Independent-Filmemacher" werden an diesem Abend ihre Kurzfilme vorstellen. Harrer und Hansjörg Malonek vom Kulturamt spielen mit der Idee, später ein eigenes Filmfest in Waldkraiburg ins Leben zu rufen und kreativen Köpfen eine Plattform zu geben.

Zwischendurch was fürs Gemüt

Der Waldkraiburger Sebastian Harrer von SLM Filmproduktion dreht hauptsächlich Industrie- und Auftragsfilme. Sowas wie den Krimi braucht er zwischendurch "fürs Hirn und für den Spaß". Sechs Filmleute und zwei Schauspieler sind am Set - ein Doppelzimmer in der Pension Wieserhof. Harrer hat rund 50 Gasthöfe im Landkreis abgeklappert und der Wieserhof sei geradezu ideal - authentisch und nicht steril.

Ein grasgrün-beiger Teppich, ein Doppelbett in Eiche rustikal, ein Jesus-Kitsch-Bild an der Wand, ein grünes Waschbecken aus den Siebzigern und dazu eine retro-moderne goldene Struktur-Tapete. Das ausgestopfte Eichhörnchen hat das Filmteam noch über dem Nachtkästchen angebracht. Ein perfektes Zimmer für atmosphärische Aufnahmen.

Julian Manuel, Schauspieler aus München, spielt den Rucksacktouristen. Er hockt mit einem Rasiermesser neben dem Bett und schaut darunter. Plötzlich Angstschweiß auf seiner Stirn, entsetzte Blicke, hastiges Anziehen. Er will abhauen und reißt die Zimmertür auf. Ein erschrockener Aufschrei zerschneidet die Luft, als er mit dem einschüchternden Tom Parker, gespielt von Schauspieler Daniel Bucher aus Burghausen, zusammenstößt.

"Danke", ruft Regisseur Harrer, "alles auf Anfang". "Lost in Angustia" lautet der Arbeitstitel für den Kurzfilm, der etwa 15 Minuten dauern soll. "Angustia" ist der lateinische Begriff für "Angst". Seinem Film verleiht er einen "altmodischen und grintigen Look", er könnte auch vor 20 oder 30 Jahren gedreht worden sein, wie der junge Filmemacher sagt. Ein bisschen wie "Psycho" von Hitchcock soll der Streifen werden.

Altmodisch gruseln und ein bisschen Blut

In die Viertelstunde will er komprimiert alle Ängste und Emotionen hineinpacken. "Das ist der wesentliche Aspekt bei einem Kurzfilm, eine Geschichte kompakt zu erzählen", so der 32-Jährige. Ein Werbespot etwa vermittle in 30 Sekunden eine "Message". Im Kurzfilm werde eine Handlung "straight" durcherzählt und das schule das Handwerk der Narration.

Sein eingespieltes Team aus freiberuflichen Profis und er arbeiten an diesem Projekt "nur für die Kunst". Geld gibt es keines, dafür Erfahrung und Referenzen für eventuelle größere Projekte.

"Angustia" soll schlussendlich ein brutaler Film sein, aber rollende Köpfe wird es nicht geben. "Es ist kein Splatterfilm, Blut ist hier eher ein Stilmittel", so Harrer.

Was genau brutal wird, will er nicht verraten. Nur so viel: Der Rucksacktourist versucht, von Parker wegzukommen. Nachdem er den Koffer mit den blutigen Gegenständen findet und im Radio gehört hat, dass sich ein entlaufener Irrer in der Gegend aufhält, nehmen die Dinge ihren Lauf.... Die Idee zum Drehbuch stammt von Regisseur Harrer, der nun damit liebäugelt, sich auch einmal dem Genre des Horrorfilms zu widmen.

Bei "Angustia" kann er schon einmal mit den Ängsten und den Nerven des Publikums spielen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser