Glasmuseum hängt an 35.000 Euro

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Die wertvolle Glassammlung soll neu gestaltet werden.

Waldkraiburg - Eigentlich sollte das Glasmuseum in ganz neuer Aufmachung im Waldkraiburger Jubiläumsjahr wieder eröffnet werden...

Doch wegen der angespannten Haushaltslage hält Bürgermeister Siegfried Klika nur eine Realisierung in zwei Abschnitten für machbar. In diesem Fall könnte die Stadt allerdings bereits zugesagte Fördermittel verlieren.

Seit mehreren Jahren ist die Neupräsentation der wertvollen historischen Glassammlung der Stadt im Gespräch. Die Sammlung, die aus rund 2000 Stücken besteht, bezeichnete Elke Keiper im Kulturausschuss als "einzigartig" in der Region und weit darüber hinaus. Die Museumsleiterin: "Nur Passau kann uns toppen." Größtenteils handelt es sich um Glasobjekte aus Nordböhmen aus dem 19. Jahrundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Vorbereitungen für die Neupräsentation sind weit gediehen. Das inhaltliche Konzept steht. Keiper stellte es im Kulturausschuss vor.

Auf 99.000 Euro kommt die Neugestaltung laut Finanzierungsplan. Keiper machte deutlich, dass sie damit weit unter den Kosten bleibt, die die Landesstelle für nichtstaatliche Museen für eine Neugestaltung ansetzt. Zugleich haben sich die Drittmittel nach Keipers Worten gegenüber dem ursprünglichen Finanzplan nahezu verdreifacht. Fast die Hälfte der Gesamtkosten werde dadurch gedeckt. Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen habe ihre Zuschusszusage von 10.000 auf 25.000 Euro erhöht. Eine weitere Säule der Finanzierung: Spenden von 9000 Euro. Und der Förderverein Stadtmuseum hat seine Spendenzusage auf 10.000 Euro verdoppelt.

In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vereins, Altbürgermeister Jochzen Fischer, hatte sich Bürgermeister Siegfried Klika nach eigenen Worten überzeugen lassen, für das Glasmuseum vorgesehene Haushaltsreste aus 2009 in Höhe von gut 19.000 Euro doch stehen zu lassen. Ursprünglich, so Klika, habe er aufgrund der äußerst angespannten Haushaltslage diese Haushaltsreste und damit das Museumsprojekt für heuer ganz streichen wollen.

Rund 35.000 Euro müsste die Stadt in den Haushalt 2011 einstellen, um das Museumsprojekt komplett umzusetzen. Dafür sieht Klika keinen Spielraum mehr. Er sprach sich deshalb dafür aus, das Projekt ähnlich wie bei der stadtgeschichtlichen Ausstellung in zwei Abschnitten zu realisieren.

Kulturreferentin Gertraud Kesselgruber und Altbürgermeister Jochen Fischer begrüßten sowohl das Konzept wie die Ankündigung, heuer wenigstens einen Anfang zu machen. Eine Realisierung in zwei Schritten sei nicht billiger. Vor allem aber fürchten sie wie die Museumsleiterin, dass die staatlichen Mittel verloren gehen könnten. Laut Keiper gilt die Zusage der Landesstelle nur für das laufende Jahr. "Wir könnten mit einer vergleichsweise kleinen Investition etwas Großartiges machen", meinte Fischer. Er könne sich nicht vorstellen, dass 35.000 Euro "den Haushalt zum Wackeln bringen".

Klika sieht keine Alternative zu einer "Teillösung". "Wenn wir in nächster Zeit einige schmerzhafte Eingriffe im Gebührenbereich machen müssen", sei es "nicht darstellbar", das Geld für das Glasmuseum auszugeben. Er glaubt, dass die Zuschüsse auch durch eine Realisierung in Abschnitten nicht verloren sind und will darüber noch Gespräche mit der Landesstelle führen. Der Ausschuss billigte das Konzept der Museumsleiterin, die Realisierung steht unter dem Haushaltsvorbehalt. hg

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