Glasmuseum in neuer Form

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Die Glassammlung im Haus der Kultur soll neugestaltet werden und gleichermaßen für Fachleute wie für Laien spannend und informativ aufbereitet werden.

Waldkraiburg - In neuer Form will die Stadt ihre wertvolle Glassammlung im Haus der Kultur präsentieren. Eine Überarbeitung des Bestandes zu einer selbstführenden Museumsausstellung ist im kommenden Jahr geplant. Die Kosten sind mit rund 89000 Euro veranschlagt.

Etwa 500 Gläser sind derzeit in 38 Vitrinen auf 200 Quadratmeter Fläche im Haus der Kultur zu sehen. Weil die Zahl der gezeigten Gläser zu groß und die bisherige Präsentation den Objekten nicht immer gerecht wird, hat Museumsleiterin Elke Keiper ausgehend vom Bestand ein neues Konzept entwickelt, das der Kulturausschuss einstimmig gebilligt hat.

Schulklassen, die nichts über die Glasherstellung wissen, sollen die Ausstellung ebenso mit Gewinn besuchen wie Glasfachleute. Diesem Ziel folgt das Grobkonzept für die künftige Ausstellung, die im Jahr des Stadtjubiläums 2010 eröffnet werden soll.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist die Glasherstellung. Wie arbeitet eine Mundglashütte? Woraus besteht Glas? Diese Fragen sollen in einer Abteilung beantwortet werden. In einem technikgeschichtlichen Teil geht es immer am Beispiel verscheidener Gläser um die Verfahren der Glasveredlung, das Schleifen, Gravieren und Bemalen.

Kultur-, arbeits- und industriegeschichtliche Aspekte werden thematisiert: Wie wurde die Arbeit, etwa die Heimarbeit organisiert? Wie lebten Unternehmer und Arbeiter?

Die große Bedeutung der Glasfachschulen des 19. und 20. Jahrhunderts für die Glasindustrie um Haida rückt den regionalen Aspekt in den Mittelpunkt. Sehr viele der insgesamt 2000 Gläser im Bestand des Museums sind im nordböhmischen Raum entstanden.

Um die stilistische Entwicklung der Glasindustrie zu erläutern, werden Gläser um 1800, Gläser des Biedermeier und des Historismus sowie der Moderne 1920 präsentiert. Auch eine Vitrine mit den Höhepunkten der Sammlung sowie eine Wechselvitrine, in der wechselnde Objekte aus dem Depot gezeigt werden, sind vorgesehen.

So wie im stadtgeschichtlichen Museum will Keiper mit Hör- und Filmstationen, Interviews und Großfotografien arbeiten und den Besuchern das Thema Glas spannend und informativ nahe bringen.

Um die Kosten der Neugestaltung zu reduzieren, werden vorhandene Vitrinen zum Teil wieder eingesetzt. Vor allem die Ausleuchtung des Raumes und der einzelnen Gläser ist laut Keiper allerdings mit hohen Kosten verbunden.

Die Museumsleiterin geht von einer Gesamtsumme von 89000 Euro aus. Keiper rechnet mit einem Zuschuss von der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen in Höhe von 10000 Euro. Der Förderverein Stadtmuseum habe eine Spende von 5000 Euro zugesagt. Bei Haushaltsresten aus den Vorjahren in Höhe von 19000 Euro müssten im Haushalt 2010 für das Projekt 55000 Euro eingestellt werden.

Der Ausschuss hat das Konzept und die Kostenschätzung gebilligt. Um die Neugestaltung des Glasmuseums tatsächlich im Jubiläumsjahr abschließen zu können, muss die Museumsleiterin jetzt an die Feinplanung gehen und ein professioneller Museumsgestalter beauftragt werden.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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