Gläserne Zeitzeugen im Haus der Kultur

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
In der Glasausstellung kann der Besucher sehen, wie Glas mittels einer Glasmacherpfeife in ein Holzmodel eingeblasen wird. Daneben Altbürgermeister Jochen Fischer, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum, im Gespräch.

Waldkraiburg - Das neu gestaltete Glasmuseum im Haus der Kultur hat seine Porten geöffnet. Die Neueröffnung unter dem Thema "Gläserne Zeitzeugen" am Sonntagnachmittag war ein voller Erfolg.

Gläser werden zu lebendigen Denkmalen der Geschichte dieser Stadt, einer Stadt der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Diesen Anspruch erhebt die neu gestaltete Glasausstellung im Stadtmuseum, deren Eröffnung rund 200 Bürger am Sonntagnachmittag im Haus der Kultur feierten.

Gläserne Zeitzeugen im Haus der Kultur

Gar mancher Besucher hing dabei seinen ganz persönlichen Erinnerungen nach, dachte an Brüder, Eltern und Großeltern, die in der Glashütte mitten in der Stadt gearbeitet hatten. Die große Anteilnahme der Bevölkerung an dem Projekt sei für den Stadtrat gerade Triebfeder dafür gewesen, das Projekt trotz schwieriger Haushaltslage umzusetzen, betonte Bürgermeister Siegfried Klika in seiner Eröffnungsansprache.

Während der Feierstunde in dem bis auf den letzten Platz besetzten Kleinen Saal, an der namhafte Vertreter des öffentlichen Lebens, der Museen und Vertriebenenverbände teilnahmen, dankte der Redner den anwesenden Sponsoren von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, den Banken, dem Förderverein Stadtmuseum und den Museumsmitarbeitern und -gestaltern sowie den Kulturhausmitarbeitern für ihren Einsatz beim Zustandekommen der Ausstellung.

Eigentlich handele es sich um eine "unendliche Geschichte", die der heutigen Glasausstellung vorausgehe, erklärte Bürgermeister Klika im Weiteren. Sie gehe bis zum Vermächtnis des ehemaligen Zweiten Bürgermeisters Erich Kieslich zurück, dessen Töchter 1991 seine private Glassammlung der Stadt zur Nutzung übergaben. In den Folgejahren kaufte Waldkraiburg weitere Stücke dazu, so dass 1993 eine erweiterte Sammlung eröffnet werden konnte. Der Bestand wurde später fotografiert und katalogisiert.

Der Ausstellungsbesucher Julius Lenduai (rechts) schenkte dem Museum am Eröffnungstag eine von seinem Bruder in der Glashütte Waldkraiburg gefertigte Vase. Bürgermeister Siegfried Klika betrachtet das künftige Ausstellungsstück

Über eine didaktische Überarbeitung der Glasausstellung dachten Stadtväter und Museumsmitarbeiter erstmals 2007 nach. Ein erstes Vorkonzept zur Neugestaltung wurde 2008 im Kulturausschuss vorgestellt und eine Neukonzeption 2009 beschlossen, schilderte Klika den Fortgang der Bemühungen. Trotz einiger Verzögerungen angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, stimmte der Stadtrat 2010 dem Kompromiss zu, das Glasmuseum in zwei Bauabschnitten neu zu gestalten. Optimistisch schloss Klika seinen historischen Exkurs: "Seit rund sechs Monaten haben alle Beteiligten eine groß angelegte, anstrengende Arbeit geleistet, die mit der Neueröffnung der Glasausstellung, der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes, einen erfolgreichen Abschluss gefunden hat."

Dr. Albrecht Griebel von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen Bayerns dankte in seinem Redebeitrag ausdrücklich dem Team um Museumsleiterin Elke Keiper und den Museumsgestalter Erich Hackel für die ausgezeichnete Präsentation der Schätze der Glaskunst. Seine Institution stelle 2011 nochmals 10000 Euro zur Umsetzung des vierten Themenabschnittes der Glasausstellung "Das Glas des Biedermeier" bereit, so dass die Restfinanzierung noch in diesem Jahr aus seiner Sicht möglich sein sollte. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum fand auch Altbürgermeister Jochen Fischer anerkennende Worte für die gute Zusammenarbeit mit den Museumsmitarbeitern, für deren Vorhaben die Mitglieder 15000 Euro an Eigenmitteln sowie Sponsorengelder aufgebracht haben.

Gewiss hat sich Museumsleiterin Elke Keiper über diese Zuwendungen gefreut, hat sie doch über einen langen Zeitraum für diese neuartige Ausstellung gekämpft. Natürlich nicht allein, sondern gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, deren konstruktive Mitarbeit sie in ihrer Laudatio hervorhob. Sie erläuterte anschließend das Ausstellungskonzept, das die Glasentstehung und -veredlung sowie die Arbeit an den Glasfachschulen Haida und Steinschönau in den Mittelpunkt des Betrachters rückt.

Damit beabsichtige das Museum, gerade jungen Leuten Kenntnisse über die Herstellung eines im Alltag oft genutzten Materials zu vermitteln, erklärte die Museumsleiterin. Kurz danach war es soweit: Elke Keiper schnitt gemeinsam mit Bürgermeister Siegfried Klika und Altbürgermeister Jochen Fischer das rote Band am Eingang des Glasmuseums durch und die zahlreichen Besucher konnten selbst die gläsernen Kostbarkeiten in Augenschein nehmen.

Geöffnet ist die Glasausstellung dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr (feiertags geschlossen).

kch/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser