Gewerbegebiet bleibt in der Diskussion

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Kraiburg - Wie schon vor zwei Wochen in der Wuhrmühle löste jetzt auch beim Bürgergespräch für Ensdorf und Frauendorf das Vorhaben der Gemeinde, ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln, rege Diskussionen aus.

Gegenüber der HEM-Tankstelle gehören bereits links neben der Straße nach Ensfelden 10000 Quadratmeter der Gemeinde. Die zwischen der Staatsstraße und dem Grundstück der Gemeinde liegenden 7000 Quadratmeter könnten dazuerworben werden, hieß es mit Verweis auf ein Gespräch mit dem Grundstückseigentümer.

Dazu stellte Zweiter Bürgermeister Dr. Herbert Heiml fest, dass der Erwerb dieses Teilstückes, als es vom Vorbesitzer zum Kauf offenstand, nicht von der Gemeinde gekauft wurde, obwohl er selbst die Gemeinde auf die Möglichkeit eines Kaufes aufmerksam gemacht habe.

Da laut Bürgermeister Michael Loher die Gemeinde nicht in der finanziellen Lage sei, das Gewerbegebiet vorzufinanzierung, soll dies in Kooperation mit einer privaten Gesellschaft geschehen, hinter der Familie Loher steht.

Auch in dieser Versammlung bestand Einigkeit, dass ein Gewerbegebiet sehr nötig sei. Allerdings wurde auch die Frage aufgeworfen, warum eine Gesellschaft ein Risiko eingeht, das die Gemeinde nicht eingehen will. Gemeinderat Franz Kifinger meinte dazu: Ein Privater trage sein eigenes Risiko, die Gemeinde aber ein Risiko für alle Bürger. Zu einer momentanen Pro-Kopf-Verschuldung von 1000 Euro kämen bestimmt nochmal 400 Euro hinzu.

Sollte das Gewerbegebiet realisiert werden, steht auch der Bau eines Kreisverkehres an, der rund 300000 Euro kosten dürfte und als Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde und Gesellschafter verwirklicht würde.

Mit dem Grundstücksbesitzer wurden bereits Gespräche über den Kauf von vier Hektar Grund rechts der Zufahrtsstraße gesprochen, die zur Verwirklichung des Gewerbegebietes nötig wären. Bürgermeister Loher konnte aber nur über ein Vorgespräch berichten, nicht aber über eine Einigung. Der in der Versammlung anwesende Grundstückseigentümer äußerte sich nicht zu dieser Frage. Einige Bürger waren deshalb der Meinung, diese Frage sollte zunächst einmal geklärt werden.

Zwar seien bereits drei Interessenten für den Kauf von Grundstücken bei der Gemeinde vorstellig geworden, hieß es. Aber auch da gibt es bis dato keine schriftlichen Abmachungen. Alois Zieglgänsberger äußerte Bedenken bezüglich der Nachfragen. Er ist der Meinung, dass Kraiburg für größere Betriebe nicht interessant sei und fürchtet deshalb, dass nicht alle Grundstücke veräußert werden können und die Gemeinde auf vorfinanzierten Kosten sitzenbleibe.

Der Bürgermeister trat zudem Gerüchten entgegen, gegenüber vom Supermarkt werde eine Bäckerei eröffnet. Im Gewerbegebiet ist nach seinen Worten lediglich ein Produktionsbetrieb geplant. "Wir alle wissen, wie wertvoll der Rinner Erwin mit seinem Markt für Kraiburg ist, besonders auch durch seine Kundenfahrdienste."

Eingangs der Versammlung hatte Loher erneut die schwierige Haushaltslage des Marktes geschildert, ehe er sich den Fragen der Bürger stellte.

Petra Jackl, Familienbeauftragte der Gemeinde, lenkte den Bick auf das Problem, dass es in Kraiburg an günstigem Bauland für Einheimische fehle. Junge Familien verlassen deshalb die Marktgemeinde und siedeln sich in anderen Dörfern oder Städten an. Loher meinte, dass die Aussichten, Bauland auszuweisen, momentan schlecht seien. Dies liege aber nicht an der Gemeinde, sondern vor allem auch an den Grundstücksbesitzern. Im Gespräch sei zur Zeit der alte Volksfestplatz. Über Details könne er noch nichts sagen.

fim/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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