Geothermie: Bürgermeister & Pfarrer gingen Baden

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Waldkraiburg - Bürgermeister Siegfried Klika und Pfarrer Martin Garmaier gingen baden. Damit lösten sie ihr Versprechen zum Geothermie-Projekt in Waldkraiburg ein.

Während droben, beim Volksfest in der Stadt, gerade der Tag der Jugend gefeiert wurde, kamen sich drunten, auf dem Gelände der Waldkraiburger Kläranlage, gleich neben der Geothermie-Bohrstelle, am Donnerstagabend drei bekannte Waldkraiburger wie im Jungbrunnen vor. Bürgermeister Siegfried Klika, Pfarrer Martin Garmaier und Stadtmarketing-Chef Markus Stern gingen in einem Spezialcontainer des Technischen Hilfswerks in Thermalwasser aus 2600 bis 2800 Meter Tiefe Baden und genossen es sichtlich. Noch stand zwar VfL Waldkraiburg auf ihren roten Badetüchern, nicht "Bad Waldkraiburg". Doch mit ihrer Aktion deuteten die Warmbader ein Jahr nach dem Bohrbeginn an, welches Potenzial - neben der Fernwärmeversorgung, die zunächst natürlich Vorrang hat - noch im Geothermieprojekt steckt.

Zum Abschluss des ersten Kurzzeit-Pumpversuchs gingen Bürgermeister und Pfarrer baden, so wie Klika es schon im Vorfeld angekündigt hatte, wenn es was wird mit der Geothermie. Der letzte Anstoß zu der Aktion kam dann vom Pfarrer, wie Martin Garmaier bekannte, als er vor einigen Monaten einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte und gleichzeitig die Nachricht vom erfolgreichen Abschluss der zweiten Bohrung hörte. Von der wohltuenden Wirkung des warmen, schwefelhaltigen Wassers konnte er sich jetzt überzeugen. "Stellt Euch vor: Wir baden in 160 Millionen Jahre altem Wasser", war Bürgermeister Klika begeistert.

Auf 40 Grad wurde es für die Badeaktion heruntergekühlt. Denn derzeit kommt es mit 92,4 Grad aus der Tiefe, wie Mathias Schoeler, Baustellenleiter der Firma Daldrup, mitteilte. Dies sei noch nicht die Endtemperatur, so Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Weigl. Mit über 100 Grad wird gerechnet.

Der erste Kurzzeit-Pumpversuch dient laut Weigl vor allem dazu, das Bohrloch zu spülen. Das Wasser wird im Kühlturm abgekühlt und dann in die Kläranlage abgeleitet. Ein zweiter Kurzzeit-Versuch wird folgen, danach stehen Langzeit-Versuche an, bei denen das Wasser dann - so wie im Endbetrieb - bereits wieder in die Erde verpresst wird.

"Jetzt können wir langsam in die Entspannungsphase gehen", sagte Bürgermeister Siegfried Klika nach dem Bad und bezog sich damit nicht auf das Wellness-Erlebnis. Klika meinte das ganze Geothermie-Projekt, das viele Hürden zu nehmen hatte und nervenzerreißende Verzögerungen erlebte. Nach den Prognosen kann der Wärmebedarf im ganzen Stadtgebiet mit dieser Energie gedeckt werden. Anfang 2012 soll die geothermale Tiefenwärme ins Netz eingespeist werden.

Bis zu einem echten, großen Thermal- und Wellnessbad wird es zwar noch eine ganze Weile dauern, aber am Rande des Containers wurden schon Ideen für die nähere Zukunft geschmiedet. Als "Zwischenlösung" kann sich Stadtwerke-Geschäftsführer Weigl vorstellen, ein Therapiebecken als Attraktion im Waldbad einzurichten und mit Thermalwasser zu befüllen. Einen Zeitpunkt wollte er dafür aber noch nicht nennen.

hg/Mühldorfer-Anzeiger

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