Genossenschaft will Ärztehäuser bauen

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So könnten sie aussehen, die modernen Ärzte- und Wohnhäuser, die die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg in der Kirchen-/Iglauer Straße an die Stelle der sanierungsbedürftigen Wohngebäude setzen möchte.

Waldkraiburg - Moderne Ärztehäuser anstelle von drei sanierungsbedürftigen Wohnblöcken will die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg in der Kirchen- und Iglauer Straße errichten.

Damit will sie gleichzeitig einen Beitrag zur Sicherung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Stadt leisten.

Die Vorbereitungen für den Bau der Ärztehäuser sind weit gediehen. Wenn die Verhandlungen und Gespräche mit interessierten Ärzten sowie der Stadt als zuständiger Baubehörde weiter erfolgreich vorangehen, sollen die drei Wohnhäuser Kirchenstraße 5/7 und 9/11 sowie Iglauer Straße 14/16 bereits Ende des Jahres abgebrochen werden. Schon 2012 will die Genossenschaft dann an die Realisierung des Neun-Millionen-Euro-Projekts gehen. "Bei der WSGW steht alles auf Grün", sagt Werner Meisenecker, der Geschäftsführer der Genossenschaft, der das Vorhaben zusammen mit Architekt Klaus Leukert und Prokurist Uwe Krämer bei einem Pressetermin vorstellte.

Das Vorhaben steht insofern unter einem gewissen Zeitdruck, dass sich in Waldkraiburg in naher Zukunft eine ärztliche Unterversorgung abzeichnet. Diesen Eindruck hat nicht nur die Führung der WSGW aus Gesprächen mit Ärzten mitgenommen. Schon seit längerem beobachten auch die Verantwortlichen in der Stadt trotz einzelner positiver Nachrichten, wie zuletzt der Niederlassung einer Augenärztin, die Entwicklung auf dem Gesundheitssektor mit Sorge.

In Waldkraiburg praktizieren viele ältere Mediziner, jenseits der 60er, die in den nächsten Jahren aufhören und ihre Praxis übergeben wollen, dabei aber, wie Meisenecker sagt, "die Erfahrung sammeln, dass sie keinen Nachfolger finden". War der Fall der Doppelpraxis von Dr. Mühlfellner, die aus diesem Grund geschlossen wurde, nur der Anfang einer negativen Entwicklung?

Ein Grund für dieses Problem ist - neben der unsicheren Gesamtsituation für die Ärzte - auch Standard und Zustand mancher Praxisräume, beziehungsweise mancher Gebäude, in denen sich Praxen befinden.

Da setzt die WSGW mit ihrem Vorhaben an. In den beiden vier-, beziehungsweise fünfgeschossigen Ärztehäusern bietet sie Räume auf modernem Standard. Fünf bis acht Arztpraxen und dazu gesundheitsnahe Dienste sieht das Raumkonzept vor. Die Gebäude liegen zentral, sind gut erreichbar. Die WSGW sei derzeit die einzige, die Gebäude in dieser Lage mit den notwendigen Parkplätzen zur Verfügung stellen kann", sagt Meisenecker.

Die Praxen werden nach den Wünschen der Ärzte geplant, so Klaus Leukert. "Ein Riesenvorteil" im Vergleich zu nicht sanierten Altbeständen bestehe etwa im Hinblick auf die Energiekosten, die nach seinen Worten "weit unter der Hälfte liegen". Mit den Stadtwerken laufen Gespräche, die Kirchenstraße zügig an die Geothermie anzuschließen.

Neben den Praxisräumen sind barrierefreie Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen geplant, "großzügig geschnitten, alle ebenerdig erreichbar", einige sogar Rollstuhl-tauglich.

Die bisherigen Gespräche mit Ärzten sind laut WSGW-Führung erfolgversprechend verlaufen. Leukert: "Es gibt sehr ernsthafte Interessenten."

Damit das Vorhaben Realität werden kann, braucht es jetzt feste Zusagen der Mediziner und die Unterstützung der Stadt. Die WSGW baut auf die rasche Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich an der Kirchenstraße zwischen Stadtplatz und Gablonzer Straße. Der Stadtentwicklungsausschuss hat kürzlich das entsprechende Bauleitplanverfahren einstimmig auf den Weg gebracht. Zur Finanzierung hofft die Genossenschaft auf Mittel aus der Städtebauförderung.

"Ich sehe das Vorhaben absolut positiv", so Bürgermeister Siegfried Klika auf Anfrage. "Praxen so zentral und konzentriert im Zentrum haben wir uns immer gewünscht." Auch aus städtebaulicher Sicht begrüßt Klika die WSGW-Initiative als "Verschönerung des Stadtbildes". Zudem werde der Parkdruck dadurch geringer.

Die 28 Mietparteien, die derzeit noch in den Häusern wohnen und umgesetzt werden müssen, wurden in einer Mieterversammlung über die Abrisspläne informiert. Für rund die Hälfte ist laut Meisenecker auch bereits eine zeitnahe Lösung gefunden.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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