Waldkraiburg: Wo das Geld hingeht

Waldkraiburg - Die Stadt steckt Millionen in Kindertagesstätten, Mittagsbetreuung oder die Ausstattung von Schulen. Allein seit 2006 habe sich die Förderung nahezu verdoppelt.

Auf zwei erfreuliche Ereignisse für die Stadt Waldkraiburg verwies Bürgermeister Siegfried Klika eingangs der Bürgerversammlung im Haus der Kultur: die Eröffnung des neuen Fachmarktzentrums in der Innenstadt, die er als "großen Sieg für Waldkraiburg" als Einzelhandels- und Wirtschaftsstandort wertete, und auf den Spatenstich für die neue Kinderkrippe, die er als Signal der Stadt an die Wirtschaft und die Familien versteht. Die Kommune trage damit der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung und stehe für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Stadt steckt Millionen in Kindertagesstätten, Mittagsbetreuung oder die Ausstattung von Schulen. Allein seit 2006 habe sich die Förderung der Kindertageseinrichtungen durch die Stadt nahezu verdoppelt - auf 2,4 Millionen Euro (2011). Die vorliegenden Zahlen sprechen dafür, dass im Krippenbereich noch zusätzliche Angebote geschaffen werden müssen.

Bezüglich der Diskussion um einen weiteren Realschulstandort mahnte der Bürgermeister im Blick auf knappe finanzielle Ressourcen in Stadt und Landkreis eine genaue Analyse der Entwicklung der Schülerzahlen an. "Die Frage ist, ob es mittelfristig einen echten Bedarf für eine weitere Realschule gibt." Was die Raumnot in der Realschule Waldkraiburg angeht, sei man dabei für Entlastung zu sorgen.

Anhand von mehreren Grafiken informierte er über die Haushaltssituation. Er werde immer wieder gefragt, wo das viele Geld hingeht, das die Stadt über die Steuern einnimmt. Ein großer Teil fließe über die Kreisumlage an den Landkreis ab. Die Stadt Waldkraiburg zahle heuer mit 11,2 Millionen Euro fast ein Viertel der gesamten Kreisumlage, keine andere Kommune bringe auch nur annähernd so viel ein. Klika: "Wir sind solidarisch mit dem Landkreis." Dieser müsse seinerseits eine erhöhte Bezirksumlage abführen und sei "noch immer der am höchsten verschuldete Landkreis im Freistaat". Allein die Erhöhungen der Kreisumlage seit 2003 bedeuteten für den städtischen Haushalt eine Mehrbelastung von zusammen fast 9,7 Millionen Euro.

Für die Stadtwerke GmbH legte Geschäftsführer Norbert Weigl in seinem Bericht naturgemäß einen Schwerpunkt auf das Thema Geothermie und Fernwärmeversorgung. Die Fernwärmezentrale in der Kläranlage, die im Endausbau mit vier Wärmetauschern bestückt werden kann, komme gut voran, ebenso die Akquise von Kunden. Das Interesse sei groß. Vor allem die Unabhängigkeit im Energiebereich, die die Geothermie bringe, schätzen die Kunden hoch ein. Noch für April kündigte er den Baubeginn für die Leitung in der Kirchenstraße an, die noch heuer bis zum Rathaus und zum Sartrouvilleplatz sowie in einige Seitenstraßen vorangetrieben werden soll.

Ein größeres Projekt ist auch die laufende Sanierung des Hochbehälters der Wasserversorgung, die bis Mitte Mai fertig sein soll und rund eine Million Euro kostet.

Die Stadtbau GmbH kommt bei der Modernisierung ihrer Hochhäuser gut voran, teilte Geschäftsführer Hermann Karosser mit. Die 3,1 Millionen Euro teure Maßnahme in der Franz-Schubert-Straße 40 sei gut gelungen. Jetzt folgt die Richard-Wagner-Straße 57 mit ebenfalls 38 Wohneinheiten und voraussichtlichen Kosten von 3,1 Millionen Euro. Die beiden anderen Stadtbau-Hochhäuser könnten 2013 und 2014 folgen. Nach rund 15 Jahren sei dann der gesamte Bestand der Gesellschaft in Waldkraiburg-Süd "runderneuert".

Weil auf den bestehenden Baugebieten nur noch etwa ein Dutzend Grundstücke zur Verfügung stehen, gehe man daran, ein größeres Baugebiet westlich der Von-der-Tann-Straße zu entwickeln.

Konkrete Interessenten gibt es laut Karosser auch für die Gewerbegrundstücke im Gebiet "Nördlich der Daimlerstraße", die im Eigentum des Freistaates sind. Bislang sei es aber sehr schwer, den Freistaat bei der Kaufpreisfindung auf den richtigen Weg zu bringen.

Die Geschäftsfelder der Stadtmarketing GmbH erläuterte Sonja Goschy. Sie berichtete unter anderem über diverse Messebesuche, wo Kontakte mit potenziellen Investoren geknüpft wurden. Zu den aktuellen Projekten zählt die Vorbereitung einer eigenen Messe unter dem Titel "Wohnen und Leben in Waldkraiburg". Derzeit steuere man einen Termin im Jahr 2013 an. Gezielt will man mit dieser Messe Bürger aus München ansprechen.

hg/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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