Schülerlotsen lösen Verkehrschaos

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Trägt zu mehr Sicherheit im Schulzentrum Waldkraiburg-Süd bei: Schulweghelfer Mathias Lechner, der mit zwei Kolleginnen zu den Stoßzeiten in der Früh und am Mittag in der Franz-List-Straße ein Auge auf Schüler, Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer wirft und auf Drängler und Falschparker einwirkt.

Waldkraiburg - Das beinahe sprichwörtliche Verkehrschaos im größten Schulzentrum im Landkreis - seit Jahren schlagen sich die Verantwortlichen bei Schulen, Stadt und Behörden mit diesem Thema herum.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus den Waldkraiburger Nachrichten:

Gelbe Helfer zeigen Wirkung

Die gelben Westen mit der Aufschrift "Schulweghelfer" zeigen Wirkung. Seit Mathias Lechner und zwei Kolleginnen täglich in der Früh und am Mittag in der Franz-Liszt-Straße im Schulzentrum Waldkraiburg-Süd Präsenz zeigen, hat sich die Verkehrssicherheit verbessert. "Ein guter Schritt", lobt Realschulrektor Hans Hautz. Er steht nicht allein mit dieser Bewertung.

Das beinahe sprichwörtliche Verkehrschaos im größten Schulzentrum im Landkreis - seit Jahren schlagen sich die Verantwortlichen bei Schulen, Stadt und Behörden mit diesem Thema herum. Busse, drängelnde Kinder, querende Fußgänger und Radler, nicht zuletzt die vielen Privatautos, mit denen Eltern ihre Kinder abholen, teilen sich eine Straße. Die große Lösung, ein Busbahnhof, ist aus finanziellen Gründen nicht realisierbar. Andere Versuche haben keine Lösung gebracht. Seit Ostern sind jetzt Schulweghelfer eingesetzt. Und ihre tägliche Präsenz scheint Wirkung zu zeigen.

"Die Kinder machen mittlerweile zum größten Teil mit", sagt Mathias Lechner. Er ist mit zwei Kolleginnen als Schulweghelfer im Einsatz. Jeden Morgen von 7.30 bis 8 Uhr, jeden Mittag von 12.15 bis 13.30 Uhr schaut er nach dem Rechten, überwacht das Ein- und Aussteigen an den Bussen, wirkt auf die Kinder ein, weniger zu drängeln, meldet sie der Schulleitung, wenn sie den Aufforderungen nicht Folge leisten. Nicht weniger wichtig ist die Kontrolle des "ruhenden Pkw-Verkehrs". In den ersten Wochen haben die Schulweghelfer, die durch gelbe Westen ausgewiesen sind, Autofahrer, die im Busbereich und damit im Halteverbot standen, darauf aufmerksam gemacht. Wer sich noch immer falsch verhält, wird aufgeschrieben und an die Polizei gemeldet, die ein Bußgeldverfahren einleitet.

Natürlich gibt es noch Probleme mit Kindern, die das gefährliche Drängeln nicht lassen können, und mit Autofahrern, die sich unverantwortlich verhalten. "Wieder so ein Kandidat." Lechner schüttelt den Kopf über den Fahrer, der seinen schwarzen Mercedes weit über Schrittgeschwindigkeit durch die pulsierende Schulstraße laviert.

Trotzdem: "Ein Anfang ist gemacht", sieht Karin Schenk vom Verein "Sicherer Schulweg" das Projekt auf einem sehr guten Weg. Im zweiten Jahr setzt der Verein mit Unterstützung der Kommune am Busbahnhof in Ampfing, dem größten Umschlagplatz für den Schulbusverkehr im Kreis, Schulweghelfer ein. Die guten Erfahrungen, die laut Schenk dort gemacht wurden, scheinen sich in Waldkraiburg schon nach kurzer Zeit zu bestätigen.

"Wir erwarten uns, dass gerade den schwächeren und kleineren Kindern geholfen wird", sagt Karin Schenk. "Und wollen auf einen freundlicheren Umgang zwischen Schülern und Busfahrern hinwirken." Nicht zuletzt sollen Risiken bewusst gemacht werden. Dies geschieht zum Beispiel mit regelmäßigen Busschulungen, bei denen die Kinder erfahren, was bei einer Notbremsung passieren kann. Auch eine Schulung für Busfahrer wurde im vergangenen Jahr erstmals durchgeführt.

Eine weitere Säule des Konzepts ist eben der Einsatz der Schulweghelfer, die von der ARGE im Rahmen eines so genannten "Ein-Euro-Jobs" vermittelt und bei der Polizei geschult werden. Drei sind derzeit in der Liszt-Straße im Einsatz, zwei laufen über die Stadt, eine über den Familien- und Müttertreff. Eine vierte Kraft soll laut Schenk bald hinzukommen.

"Diese Präsenz bringt was", sagt Georg Marchner, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, der eine "deutliche Verbesserung" erkennt. Durch die gelben Westen seien die Helfer als Funktionsträger klar erkennbar. Das gibt ihnen von vorneherein eine "gewisse Ordnungsmacht".

Großen Respekt zollt Rektor Hans Hautz den Schulweghelfern. "Eine gewaltige Aufgabe. Sie sind voll beschäftigt und müssen sich sicher allerhand unfreundliche Kommentare von Schülern und Eltern anhören." Mit der Arbeit der Schulweghelfer ist er sehr zufrieden. "Sie greifen beherzt ein. Die Zusammenarbeit mit der Schule ist gut. Aus meiner Sicht läuft es hervorragend."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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