Sie gehen jetzt ihren Weg

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"Mit uns müsst ihr rechnen", scheinen die Augen zu sagen. Diese Schüler wurden bei der Abiturfeier geehrt. Ralph Daraban (Mitte) als Jahrgangsbester, rechts daneben Janine Wolf für ihre Englisch-Facharbeit, rechts daneben Mathias Fromberger für seine Facharbeit in Wirtschaft/Recht und herausragende Lateinleistungen. Und "Petzi" Schmidt für soziales Engagement. Schulleiter Wolfgang Rasch (links) gratulierte.

Waldkraiburg - "Ich geh jetzt meinen Weg", sang Benjamin Brandenburger bei seiner eigenen Abiturfeier im Haus der Kultur. Für die Entlassfeier textete er Frank Sinatras "My Way" um. Mit ihm feierten 89 weitere Schüler ihren Abschluss.

Nach dem Abschlussgottesdienst, den Pfarrer Martin Garmaier und Lars Schmidt-Lanzerath, gestalteten, wurden die jungen Leute feierlich entlassen. Der Tag klang abends mit dem Abiturball aus. "Leut', ihr ward der Wahnsinn, bleibt wie ihr seid", rief Mathias Fromberger, als er zusammen mit Matthias Oberbauer alle seine Abi-Kollegen namentlich auf der Bühne begrüßt hatte. Die beiden Burschen hielten stellvertretend für den ganzen Jahrgang eine pfiffige Abirede. Man erinnere sich in vielen Jahren an Kontakte und Beziehungen und lustige Anektdoten, aber doch nicht an Noten oder Pausenbrote, waren beide überzeugt. "Zum Beispiel an Papierkriege zwischen der Tür- und der Fensterreihe."

Abiball Waldkraiburg 26. Juni

"Wir duften erfahren: Auch Lehrer sind Menschen, manche mehr, manche weniger", scherzte Fromberger. Manche seien sogar Freunde gewesen und haben die Persönlichkeit geprägt. Als Dank an die Kollegstufenlehrer und als kleines Erinnerungsgeschenk gab es bayerische Abi-Lebkuchenherzen. Schulleiter Wolfgang Rasch zitierte aus der Zeitung vom 12. September 2000. Damals wurden am Gymnasium 157 Kinder eingeschult, die zum Großteil bei der Entlassfeier dabei waren. "Andere zogen es vor, noch länger an ihrem geliebten Gymnasium zu bleiben", so Rasch. Er erzählte Anekdoten aus den neun Jahren und sagte, er habe viel mehr angenehme, als unangenehme Erinnerungen.

Außerdem könne er keine pauschalen abwertenden Äußerungen über die Jugend leiden. Dahinter stecke meist nur der Neid der Älteren. Und der Ruf nach der guten alten Zeit sei nur ein Ruf nach der vergangenen Jugend. Er riet den scheidenden Schülern zu einer differenzierten Betrachtungsweise des Lebens: "Lehrer sind auch nicht von Amts wegen faule Säcke." Benjamin Brandenburger und Katharina Losbichler studierten ein Duett am Klavier ein. Losbichler holte auch ihr Akkordeon heraus und spielte ein typisch melancholisch-fröhliche Melodie auf ihrem Schifferklavier.

Dazu hatte Landrat Georg Huber ein passendes Zitat von Arthur Schnitzler: "Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut." Huber lobte die zwanzig Abiturienten, die eine Eins vor dem Komma stehen haben. Der Beste von allen ist Ralph Daraban, der mit einer glatten 1,0 nach Hause geht. Geehrt wurde auch Janine Wolf für ihre Facharbeit in praktisch fehlerfreiem Englisch, wie ihre Lehrerin Barbara Gerling erklärte. Janine habe einen Vergleich aufgestellt zwischen dem echten Highschool-Leben und dem in TV-Serien.

Mathias Fromberger konnte mit seiner Facharbeit in Wirtschaft/Recht nicht nur seinen Lehrer Jürgen Meyer überzeugen. "Ihm gelang es vortrefflich, die Prüfungskommission an die Wand zu labern", witzelte Meyer. Außerdem bekam Fromberger auch die goldene Ehrennadel vom bayerischen Philologenverband für herausragende Lateinleistungen. Ebenfalls geehrt wurde Petra "Petzi" Schmidt - von der Stadt. Bürgermeister Siegfried Klika übergab ihr den Sozialpreis für soziales Engagement. Klika sagte, er habe bei der Feier sehr viel gesehen von der Lebensfreude und dem Selbstbewusstsein der jungen Leute und nahm Bezug auf die demnächst beginnende Ausstellung über die Artistenfamilie Stey. Auch das Leben finde auf einem Hochseil statt.

"Bisher haben euch Eltern und Lehrer die Balancierstange gehalten. Jetzt macht ihr das selber", so Klika. Und wenn einer runterfalle, stürze er nicht ins Bodenlose, weil ihn Freunde und Familie auffangen. Die Vorsitzende des Elternbeirates Gabi Röpke, eine Malerin, verglich die unterschiedlichen Fähigkeiten der Abiturienten mit bunten Farbtöpfen. Manche Farben werden eintrocknen, andere sich mischen und neue entstehen. Die jungen Leute sollten sich ihr ureigenstes Bild zutrauen. "Ihre Originale sind das, was die Gesellschaft heute, in Zeiten von Fakes und Casting-Endlosschleifen, braucht." kla

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