Feuerwehr: Gefährliche Stoffe im Mittelpunkt

+
Eine Gruppe der Feuerwehr Haag demonstrierte, wie nahezu jede Feuerwehr mit einfachen Mitteln einen Dekontaminationsplatz errichten und betreiben kann.

Waldkraiburg - Da der Umgang mit gefährlichen Stoffen gerade auch die Feuerwehren zunehmend fordert, bot die Kreisbrandinspektion Mühldorf nun einen "Projekttag Gefährliche Stoffe" an.

Zielgruppe des Projekttages, den Kreisbrandmeister Rainer Englmeier organisiert hatte, waren die Kommandanten und Atemschutzbeauftragten der Feuerwehren im Landkreis. 41 Aktive der heimischen Wehren waren schließlich der Einladung gefolgt und konnten in vier Gruppen wichtige und nützliche Informationen sammeln. Rainer Englmeier hatte die Vertreter von drei Werkfeuerwehren aus dem Chemiedreieck für die Fachvorträge gewinnen können.

Brandoberinspektor und Technischer Einsatzleiter Vincenzo Bucci von der Werkfeuerwehr Wacker informierte die Teilnehmer über die einschlägigen Nachschlagewerke für den Einsatz vor Ort sowie über die Möglichkeiten der Werksfeuerwehren, die Einsatzkräfte sowohl beratend als auch mit Personal und Gerätschaften unterstützen zu können. Die Werksfeuerwehren der Wacker Chemie AG in Burghausen sowie der InfraServ GmbH & Co Gendorf gehören dabei dem Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) an und betreiben jeweils auch Notrufzentralen.

Sein Kollege Oliver Groll referierte über das Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS), dessen Ziele unter anderem eine weltweit einheitliche Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen, die weitere Verbesserung von Arbeitssicherheit, Gesundheits-, Umwelt-und Verbraucherschutz, sowie die Transportsicherheit für gefährliche Güter ist.

Zum Thema Schaummittel erhielten die Teilnehmer des Projekttages von Brandoberamtsrat Peter Dietrich von der Werksfeuerwehr der OMV umfangreiche Informationen. Neben den Informationen über den Einsatz klärte er auch über die Zulässigkeit bestimmter Schaummittel auf und berichtete über Erfahrungen aus Einsätzen und Löschversuchen.

Ein Bereich, der zunehmend auch für die Feuerwehren von Bedeutung wird, sind Biogasanlagen und deren Gefahren. Diplomingenieur Martin Siebert von der Werkfeuerwehr Industriepark Werk Gendorf erstellt zum Betrieb von Biogasanlagen erforderliche Brandschutzkonzepte und konnte somit den Vertretern der heimischen Feuerwehren Informationen zu den einzelnen Bestandteilen der Biogasanlagen, den möglichen Störungen und Schadensfällen sowie zur erfolgreichen Bekämpfung von Bränden und Gefahren vermitteln.

Das äußerst wichtige Thema Dekontamination von Geschädigten, Einsatzkräften und Einsatzmitteln behandelten Robert Fleischhacker und Detlef Dreistein von der Werksfeuerwehr Wacker. Während man landläufig bei Dekontamination zunächst meist an Radioaktivität denkt, ist für die Feuerwehren das Thema vor allem bei Unfällen mit anderen gefährlichen Stoffen und Substanzen von Bedeutung. Nach deren theoretischer Unterweisung stellte eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Haag vor, wie schnell und effizient mit den Mitteln auch kleinerer Feuerwehren an der Einsatzstelle ein Dekontaminationsplatz errichtet werden kann.

jhg/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser