In die ganze Welt funken

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Elektronik gehört zum Funken dazu: Dieter Alfing zeigt dem zehnjährigen Daniel, wie man richtig lötet.

Waldkraiburg - Wer richtig funken will, braucht normalerweise eine Lizenz. Doch für kleine Nachwuchsfunker macht der Ortsverein der Amateurfunker eine Ausnahme.

Beim Ferienprogramm lernten sieben Buben und Mädchen alles Wichtige rund ums Funken.

Vorsichtig greift Daniel zum Lötgerät. Es zischt kurz, dann ist der Draht geschmolzen. Funkamateur Dieter Alfing hat ein waches Auge auf den Zehnjährigen. Schließlich ist der Lötstab bis zu 360 Grad heiß. Aber Daniel hat die Elektronik gut im Griff. Selbst der Altmeister Alfing ist begeistert: "Der Junge ist begabt, der lötet richtig gut.” Beim Ferienprogramm der Funkamateure Waldkraiburg lernen sieben Kinder alles Wichtige rund ums Funken. Angefangen von der Elektronik bis hin zum Gespräch über Funk. "Es ist ein Experimentierhobby”, erklärt Dieter Modlich, Ortsverbandsvorsitzender des Deutschen-Amateur-Radio-Clubs. Die Kinder sollen mit Freude an das Funken herangehen. Und das tun sie. Waren die Buben und Mädchen zu Beginn noch redselig, ist es plötzlich still, als es an den elektronischen Würfel geht. Gemeinsam mit einem Helfer bauen sich die Kinder einen Lichtwürfel zusammen. Hochkonzentriert arbeiten sie mit Stahl, Elektronik und Lötgerät. "Meine Mama wird bestimmt staunen, was ich hier tolles gebastelt habe”, sagt Daniel. Mit Eifer knipst er Draht, fädelt ihn durch Löcher und lötet, was das Zeug hält. Bei schwierigeren Situationen hilft ihm Dieter Alfing.

Auch der neunjährige Sandro ist vom elektrischen Basteln begeistert: "Das macht total viel Spaß.” Auch die Funkamateure haben Freude daran, ihrem jungen Nachwuchs möglichst viel an Wissen zu vermitteln. "Wir wollen ihnen eine Einführung in die Welt der Elektronik geben”, so Dieter Modlich. Sobald der elektronische Würfel fertig ist, geht es für die Kleinen in die Funkstation. Hier lernen die Buben und Mädchen, dass jeder Funker sein eigenes Rufzeichen habe, das auf der Welt einmalig ist. "Wenn ich funke, nenne ich mein Rufzeichen, dann warte ich”, erklärt der Ortsvorsitzende. Mit etwas Glück, melde sich dann jemand zurück - und zwar irgendwo vom Erdball. "Da kann es schnell passieren, dass man jemanden aus China dran hat.” Die Kinder sind begeistert. Für die Funkamateure zählt vor allem der Kontakt zu Gleichgesinnten. Ob telegrafieren, morsen oder sprechen: Schnell baut der Funker Kontakte in die ganze Welt auf. "Und dann macht das Basteln noch viel mehr Spaß”, sagt Modlich. Die Grundidee der Funker sei es, dass man alles selbst baue.

Was die Kinder besonders begeistert: Wer mit jemanden gefunkt hat, schickt demjenigen eine Karte. Erst wenn dieser eine zurückschickt, ist der Kontakt bestätigt. So hat so mancher Amateurfunker schnell eine große Sammlung an Kontaktkarten aus der ganzen Welt. "Wenn ihr funkt, müsst ihr immer euren Namen und Ort sagen sowie ob ihr den anderen gut versteht”, erklärt Modlich den Kleinen. Gemeinsam mit seinen Kollegen zeigt er den Buben und Mädchen, wie man richtig funkt. Danach dürfen auch die Kinder einmal ans Funkgerät. Und so mancher Nachwuchsfunker ist danach sicher: "Später will auch ich Funkamateur werden.

awl/Mühldorfer Anzeiger 

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