Ein Fünf-Jahres-Plan ist der Fahrplan

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Christian Hausperger von der Abteilung Energiemanagement bei der Stadtbau hat alle städtischen Heizungs - und Lüftungsanlagen auf Herz und Nieren geprüft. Derzeit besteht aus ökologischer Sicht kein dringender Handlungsbedarf. Foto hsc

Waldkraiburg - Der Stadtbau hat alle städtischen Gebäude in Sachen Heizungs- und Lüftungsanlage analysiert. Individuelle Lösungen sollen die städtischen Anlagen fit machen.

Das nennt man Energiemanagement. Energiemanagement; das klingt gut, sagt aber erst einmal gar nichts. Die Stadt hat mit der Stadtbau im Jahr 2008 einen Gebäudemanagementvertrag abgeschlossen. Darin verpflichtete sich die Stadtbau unter anderem, alle Heizungsanlagen in den Gebäuden, die der Stadt gehören, zu erfassen. Dies ist termingerecht im Juni 2009 passiert und dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt vorgestellt worden. In einem zweiten Schritt wurde jetzt der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf der Heizungsanlagen ermittelt. Zudem wurde ein FünfJahres-Plan erstellt, der die notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen regelt. Allerdings muss der städtische Haushalt auch die entsprechenden Mittel hergeben; und da sieht es derzeit bekanntlich nicht ganz so rosig aus.

19 Anlagen haben Christian Hausperger und sein Team vom Energiemanagement gründlich unter die Lupe genommen und für jede Heizungs- und Lüftungsanlage eine schriftliche Bewertung ausgearbeitet. Dazu hatten sie eine Checkliste, die von der Innung und der Handwerkskammer ausgearbeitet worden ist, den so genannten Heizungscheck. Da werden unter anderem die Regeltechnik, die Isolierung, der Brenner, der Kessel und die Heizkörper auf Herz und Nieren geprüft. Sogar eine Wärmebildkamera wurde eingesetzt, um zu prüfen, ob eine Heizungsanlage irgendwo Wärme verliert. Rund drei Tage waren Hausperger und seine Mitarbeiter pro Anlage alleine mit der Prüfung beschäftigt.

Nicht dabei bei diesen 19 Anlagen sind das Haus der Kultur sowie das Rathaus. Hier laufen die Untersuchungen noch. "Beide werden separat betrachtet, da hier wegen der Größe der Anlagen sehr viel umfangreichere Untersuchungen notwendig sind", so Hausperger.

Mit der Bewertung der einzelnen Anlagen gibt die Abteilung Energiemanagement der Stadtbau aber auch eine Empfehlung ab, wie Heizungs- und Lüftungsanlagen optimiert werden können. "Wir suchen für jede Anlage eine individuelle Lösung, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist", so Hausperger.

Dabei legt er Wert darauf, dass sie "keine Wunderdinge vorschlagen, sondern Dinge, die bekannt und bewährt sind". So soll beispielsweise das Feuerwehrhaus in St. Erasmus, das eine neue Heizungsanlage braucht, zukünftig mit einer Wärmepumpe beheizt werden. "Hier steht kein Erdgasanschluss zur Verfügung und zudem heizt die Wärmepumpe CO2-neutral.

Wenn beispielsweise bei der Grundschule am Goetheplatz die Heizungsanlage ausgetauscht werden muss, dann plädiert Hausperger für ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Kraft-Wärme-Koppelung, das sowohl Strom als auch Wärme liefert. Damit hat die Stadtbau beispielsweise bei dem Wohnblock in der Porschestraße bereits gute Erfahrungen. "Hier sparen wir Jahr für Jahr 78 Tonnen CO2", so Hausperger.

Im Rathaus sorgen derzeit zwei Gaskessel für die notwendige Wärme. Hier wird sicher die Fernwärme über die Geothermie eingesetzt werden, wenn es soweit ist. "Die Rohre sind bereits verlegt", sagt Hausperger. Beim Rathaus wurde zudem bereits in einem ersten Schritt die Warmwasseraufbereitung über eine Solaranlage in die Wege geleitet. "Hier wird auch die Abwärme der EDV-Anlage genutzt", zeigt Hausperger die unterschiedlichen Möglichkeiten auf, die es in der heutigen Zeit gibt.

Bei der Auswertung der der Analyse aller Anlagen kann Christian Hausperger Positives vermelden: "Ökologisch besteht derzeit kein dringender Handlungsbedarf". Allerdings gibt es natürlich die ein oder andere sparsamere Variante bei den bestehenden Heizungs- und Lüftungsanlagen. Doch dafür gibt es ja den Fünf-JahresPlan, das die Anlagen Stück für Stück saniert werden. Aber Christian Hausperger gibt sich auch keinen Illusionen hin. Die energetische Sanierung kann nur dann erfolgen, wenn die Stadt auch die notwendigen Mittel hat. Etwas anderes ist es, wenn eine Heizungsanlage den Geist aufgibt. Dann ist natürlich schnelles Handeln gefragt; ganz egal, ob die notwendigen Mittel im Haushalt eingestellt sind oder nicht. hsc

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser