Neue Kindertagesstätte für Kraiburg

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Der Babinski-Bau aus den 70er-Jahren soll einem Neubau weichen, der Platz für vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen bietet und sich durch ein familienorientiertes Raumkonzept auszeichnet.

Kraiburg - Gemeinde und Kirche sind sich einig: Im kommenden Jahr geht es an den Neubau der Kindertagesstätte St. Bartholomäus. Das teilte Bürgermeister Michael Loher im Gemeinderat mit.

Die geschätzten Gesamtkosten des ambitionierten Projekts belaufen sich nach seinen Worten auf 3,2 Millionen Euro.

Das neue Gebäude an der Dr. Lerch-Straße wird den Kindergarten-Altbau aus den 70er-Jahren ersetzen, der bislang drei Regelgruppen und einer Gruppe mit Kindern unter drei Jahren Platz bot. Das Raumprogramm für die neue Kita sieht Gruppenräume für vier Kindergartengruppen sowie zwei Krippengruppen mit insgesamt 24 Kindern unter drei Jahren vor. Dazu kommen laut Kirchenverwaltung neben einem großen Mehrzweckraum und einigen Funktionsräumen auch ein großer Essensraum gleich neben einer Küche. Eine Besonderheit, die Barbara Thomas, Vertreterin des Kindergartenträgers hervorhebt, weil auf diese Weise gemeinsame Mahlzeiten möglich sind, die daheim in Familien oft nicht mehr gepflegt werden. Auch als Warteraum oder Elterncafé kann der Bereich genutzt werden. Zudem gibt es eine kleine Bibliothek mit pädagogisch wertvollen Spielen und Büchern zum Ausleihen und vor allem ein eigenes Elternzimmer, das als Besprechungsraum und für Beratungsgespräche für Eltern oder auch einzeltherapeutische Angebote für Kinder genutzt werden kann.

Das Konzept einer familienorientierten Kinderbetreuung komme damit zum Tragen, so Thomas. Die Kindertagesstätte fühlt sich nicht mehr nur für die Kinder zuständig, sondern nimmt auch die familiäre Situation verstärkt in den Blick, aus dem sie kommen, und entwickelt sich in Richtung eines "Familienzentrums".

Nicht nur deshalb sind Kirchenpfleger Robert Haider und Barbara Thomas von dem Projekt begeistert. Auch die planerische Umsetzung durch den Architekten, Professor Roberto Gonzalo, die im vorangegangenen Architektenbewerb den ersten Preis erreichte, sei sehr überzeugend. Der zweigeschossige Bau wirke sehr kompakt und übersichtlich, verbrauche wenig Grund und lasse sehr günstige Betriebskosten erwarten. Das Gebäude ist mit einem Pultdach versehen. Die einzelnen Räume des rechteckigen Baus sind um eine Halle gruppiert. Der Hallencharakter und die Belichtung des Hauses sei "phänomenal", so Haider.

Die Planung, die interessierten Bürgern im Bischof-Bernhard-Haus und im Rathaus öffentlich zugänglich gemacht wird, steht jetzt nicht mehr nur auf dem Papier. Gemeinde und Vertreter des Ordinariats haben sich über die Modalitäten und Finanzierung geeinigt und der Planung zugestimmt.

Dies teilte Bürgermeister Michael Loher in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Die Funktion des Bauträgers liegt demnach bei der Kirche. Die geschätzten Gesamtkosten betragen 3,2 Millionen Euro, wobei für die Krippe ein Anteil von 35 Prozent, also 1,117 Millionen Euro, veranschlagt ist, für den Kindergarten 65 Prozent, 2,075 Millionen. Das ist deshalb von Belang, weil die Kirche sich nicht an den Baukosten für Kinderkrippen beteiligt. Auf insgesamt 550.000 Euro (dazu 30.000 Euro für die Ausstattung) ist der staatliche Zuschuss für die Krippe gedeckelt. Den Rest der Kosten muss die Gemeinde tragen.

Mit 452.000 Euro Zuschuss rechnet man für den Kindergarten. 700.000 Euro bringt die Kirche ein. Bei der Gemeinde bleiben damit rund 1,4 bis 1,5 Millionen Euro Eigenanteil. "Im Blick auf den Haushalt sehe ich das kritisch", machte Loher deutlich, dass der Neubau ein Kraftakt für den Markt darstellt.

Wie Gemeinderat Ernst Kirmeier ausführte, hatte die Gemeindeseite deshalb versucht, in den Gesprächen mit der Kirche den Krippenanteil von 35 auf 30 Prozent zu reduzieren.

Laut Kirchenverwaltung haben sich Gemeinde und Kirche auch in Sachen Defizitvertrag verständigt, was das Ordinariat zur Bedingung gemacht hatte.

Voraussichtlicher Baubeginn ist im Sommer 2011. Zum Beginn des Kindergartenjahres 2012/13 soll der Bau fertig sein. Für die Dauer der Arbeiten werden die Kinder ausgelagert, in einen Container oder andere Räume. Eine Option ist auch ein Teilabriss, bei dem zwei Gruppen in dieser Zeit im Kindergarten verbleiben könnten.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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