Nicht ohne mein "Zumba"

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Ein Workout, das Laune macht: "Zumba". 165 Frauen besuchen derzeit acht Kurse bei der VHS - hier im Vordergrund Trainerin Vicky Jurela. Fachbereichsleiter der VHS, Alexander Rahm, spricht von einem "regelrechten Hype". "Zumba" vereint Tanzen mit Fitness und die Musik geht direkt in die Beine.

Waldkraiburg - Der Hype um die neue Trendsportart "Zumba" erinnert an die Anfänge des Pilates-Trends vor einigen Jahren. Bei der VHS hat "Zumba" voll eingeschlagen.

"Man macht Fitness und bekommt die Anstregung gar nicht mit, weil einen die tolle Musik so mitreißt", sagt Trainerin Vicky Jurela. Rund 165 Teilnehmer besuchen derzeit acht VHS-Kurse.

Im neuen Freitagvormittagkurs von Vicky Jurela ist die Stimmung ausgelassen. Die lateinamerikanischen Sänger tönen aus den Lautsprecherboxen mit karibischen Rhythmen und singen von "loca" und "besame" ("verrückt" und "küss mich"; Anm. d. Red.). Die Hüften werden eingesetzt - kreisend, wackelnd oder akzentuiert auf bestimmte Beats. Das Workout sieht nach Party aus.

Hier steht der Spaß an der Bewegung im Vordergrund, betont die 26-Jährige; ob die Schritte richtig ausgeführt sind, sei eher zweitrangig. Ein "Zumba"-Lied besteht zu 25 Prozent aus Fitness und 75 Prozent aus Tanz, erklärt die lizensierte Trainerin, die eine Schwäche für lateinamerikanische Tänze hat und die dazugehörigen Musikstilrichtungen. So liebt sie, dass Elemente aus Salsa, Merengue, Patchata, Cumbia, Cha-Cha und Reaggaeton und etwa Flamenco viel Raum einnehmen, Aerobic-Schritte und -übungen, etwa die Kniebeugen, stehen hinten an.

"Zumba" begeistert an der Volkshochschule

"Die Musik und die Bewegungen sind genial", findet Kursteilnehmerin Sabine. Die 45-jährige Hausfrau und Tagesmutter hatte schon mal "Zumba"-Luft geschnuppert. Nach einer Einheit sei man von oben bis unten gelockert und gut gelaunt. Da pflichtet ihr Henriette bei. Der Heilpraktikerin gefällt, dass Tanz und Sport verbunden wird. Die 43-Jährige fand "Bauch-Beine-Po" irgendwann einfach zu eintönig. "Zumba" dagegen sei ein Ausdauersport, "der mit seiner Musik so gute Laune macht. Da merkt man gar nicht, wie man aus der Puste kommt", lacht sie. So geht es wohl allen hier.

Die Anstrengung darf man aber nicht unterschätzen. Der Puls geht locker über 160 Schläge, so Jurela. Im Grunde soll idealerweise jeder Muskel beansprucht werden, ein Ganzkörpertraining eben. Muskelkater also nicht ausgeschlossen. Die Kursleiterin spürt es selbst, weil sie rund 150 VHS-Kunden in ihren sieben Kursen pro Woche unterrichtet, hat sich ihre Wadenmuskulatur entzündet.

Bei energischen Sprüngen feuert sie ihre Gruppe an und hüpft selbst nicht ganz so hoch. Gnade kennt sie nicht, bei den Grätschen - die Hüfte stehts rhythmisch in Bewegung - findet sie, "es geht noch viel tiefer" mit den Knien. Das werden die Damen morgen mindestens in den Oberschenkeln spüren. Auch die Arme kommen nicht zu kurz, die Luft wird "umgegraben", oder "getrommelt", es wird gefächelt und, wie beim aus den Neunzigern bekannten "Macarena-Tanz", die Hände in eine Choreografie verpackt.

Auch das Stretching zum Ende der Stunde wird an die lateinamerikanische Musik, etwa von Don Omar oder auch Shakira, angepasst. Jurela, die ein acht Monate altes Baby zu Hause hat und gerade ihre Bachelor-Arbeit in Fitnessökonomie schreibt, soll künftig auch für die VHS Mühldorf Kurse leiten. Das hält sie auf Trab.

Weil auch in Waldkraiburg die Nachfrage so groß ist, übernimmt eine zweite Trainerin auch noch einen Kurs. 15 an der Zahl sollen in diesem Semester angeboten werden. ",Zumba' hat bei uns voll eingeschlagen. Der Hype ist noch größer als bei Pilates vor einigen Jahren", freut sich Alexander Rahm, Fachbereichsleiter der Volkshochschule. Bei den aktuellen "Zumba"-Kursen habe man zwei Drittel Neukunden erreichen können. Seit Herbst 2010 bietet die VHS den Fitness-Sport an.

"ZumbAtomic" wird eigens für Kinder ab Ende Februar angeboten und für die Generation 50plus gibt es bereits "Zumba gold" - mit weniger Springen. Die Schülerinnen von Vicky Jurela sind zwischen 14 und 70 Jahren alt. Leider trauen sich noch keine Männer mitzumachen, wie dies bereits in Großstädten der Fall ist. Jurela hofft, dass das noch kommt, wie bei Pilates und Yoga.

Der Fitness-Trend kommt wieder aus den USA. Dort hat ihn der Kolumbianer Beto Perez entwickelt und vermarktet ihn weltweit. Wer unterrichtet, muss bei der "Zumba-Community" eine lizensierte Ausbildung machen, bekommt Choreografien und passende Musik geliefert. In den USA und auch deutschen Großstädten werden regelrechte "Zumba"-Fitness-Partys mit Sound- und Lichteffekten veranstaltet. So weit ist Waldkraiburg noch nicht. Aber vielleicht auf einem guten Weg.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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