Filzkatze und Hiroshima-Kranich

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Bei Gudrun Göbl (links) konnten die Besucher das Falten eines Papierkranichs erlernen.

Waldkraiburg - Einen kreativen Sonntag der VHS mit Vernissage und Selbstversuch gab es im Haus der Kultur. Die Besucher versuchten sich etwa im Ölmalen, in der OrigamiKunst oder beim Filzen.

Schon vor der Eröffnung der Vernissage "VHS-Künstler stellen aus" im Haus der Kultur waren zahlreiche Kunstfreunde und Aussteller zum Teil mit der Familie gekommen, um die Vielfalt an Bildern von Dozenten und Teilnehmern von Kreativkursen in der Studiogalerie sowie Schmuck, Objekte aus Ton, Papier, Filz in drei Glasvitrinen mittendrin zu bestaunen.

Und dann gab es noch das verlockende Angebot an alle, sich selbst kreativ auszuprobieren. Die schöne Tradition für einen solchen kreativen Sonntag geht auf VHS-Gründer Werner Tusche zurück, der diese bereits in den 50er- Jahren ins Leben gerufen hatte.

Dank seiner Initiative waren in diesem Jahr überaus viele interessierte Besucher gekommen, die Stadträtin Gertraud Kesselgruber, Referentin für Kultur und Bildung, in der Studiogalerie willkommen hieß. Zu den Gästen gehörten die Förderer und Unterstützer der Volkshochschule wie die stellvertretende Landrätin Eva Köhr, Erster Bürgermeister Siegfried Klika, Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer, mehrere Stadträte und die Vertreter der Sparda-Bank. Sie alle lauschten vor und zwischen den Begrüßungsworten den Klängen des von Ferenc Szelim Bene angeführten Flötentrios der Waldkraiburger Musikschule, das die Eröffnungsfeier stilvoll untermalte.

An der Staffelei zeigt VHS-Dozent Adolfo Pumar-Mas, wie Ölfarben gemischt und vermalt werden.

Ein bisschen verdankten die Besucher die Ausstellung auch dem ungeduldigen Drängen der Ölbildmaler unter der Leitung von Adolfo Pumar-Mas, verriet VHS-Geschäftsstellenleiterin Sabine Meyle mit humorvollem Unterton. Sie lobte den besonderen Mix aus Gegenwärtigem und Vergangenem in der Ausstellung und lud zum geführten Rundgang durch die Galerie ein. Doch dieses Vorhaben ließ sich aufgrund des großen Besucherandrangs nicht umsetzen. Einige versuchten dennoch, den fachkundigen Erklärungen des Dozenten Alfonso Pumar-Mas zu folgen. So warfen sie einen Blick durch eine 3D-Brille und entdeckten die räumlichen Dimensionen in Lucia Karrers Gemälde "Frau". Im Gespräch offenbarten dann einige Teilnehmer ihre langjährige Malleidenschaft und freuten sich, etwa in den Bildern von Hannelore Leitfeld deren große Vorbilder wie Vincent van Gogh und Gustav Klimt erkannt zu haben.

Die Vielfalt der Themen und Handschriften der Bilder war beeindruckend. Da fanden sich nahe und fernere Landschaften, Porträts von Menschen und Tieren, Stillleben, Dekoratives, Farbiges, Auffälliges und Schlichtes. Auch von den Ausstellungsobjekten in den Glasvitrinen wird die Aufmerksamkeit des Betrachters gefesselt, beispielsweise von aus 30 Papierquadraten gefalteten Blütenbällen, niedlichen, gefilzten Tieren und Früchten oder von einem zarten, in Weiß und Gold geklöppelten Bild mit dem Froschkönig.

Wer wissen wollte, wie das geht, war in der offenen Kreativwerkstatt richtig. Gleich am ersten Tisch führte Nicole Sandhoff vor, wie mit den kleinen Widerhaken der Filznadel gearbeitet werden kann. Damit beispielsweise der Körper einer kleinen Katze entsteht, rollte sie einen langen Filzstrang zum Knäuel zusammen und stach rundherum immer wieder hinein.

Einen Tisch weiter bei Schmuckgestalterin Marion Kuska war ebenfalls Andrang. Sie hielt ein Kindertrio mit seinen Wünschen nach bestimmten Perlen und Schmuckelementen für ein Armband in Schach. Da war Geduld erforderlich, genauso wie beim Falten des zartfarbenen Origami-Papiers am Tisch von Gudrun Göbl. Einige Mädchen falzten hier ihre Papierquadrate mehrmals hin und her, zogen etwas auseinander und erhielten eine Vorform des bekannten Hiroshima-Kranichs.

"Drehen!", "kreuzen!", diese freundlichen Anweisungen waren immer wieder vom Nachbarstand zu hören. Hier leitete Petra Gadow eine mutige Besucherin an, die mit den verschlungenen Wegen der Klöppelpaare auf dem weiß-blauen Klöppelsack kämpfte. Ohne Fleiß und eine gehörige Portion Beharrlichkeit ist auch bei diesem kreativen Hobby nichts auszurichten, weiß Petra Gadow aus 20-jähriger Erfahrung.

Wenige Schritte von ihr entfernt, betrat der Besucher die Welt der Ölmalerei von VHS-Dozent Adolfo Pumar-Mas. Es ist ein Raum mit Staffeleien, Farbtuben, Pinseln und allem was sonst noch zum Malen gebraucht wird. An einer Staffelei ganz hinten erklärte der Meister, wie Ölfarben für Himmel und Landschaft gemischt und vermalt werden können.

Ein Junge bewegte den Pinsel noch etwas ungelenk auf der Leinwand, die Umstehenden schauten zu und waren von den unterschiedlichen Wirkungen der Pinselstriche fasziniert.

kch/Waldkraiburger Nachrichten

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