Kasperl macht Appetit

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Die Kinder hatten ihre helle Freude an "Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater.

Waldkraiburg - Ein Treffpunkt für namhafte Puppenspieler aus ganz Deutschland: Bereits zum dritten Mal finden im Haus der Kultur die Figurentheatertage statt.

"Wir haben jetzt schon Anfragen für die nächsten Jahre", zeigt sich Organisator Hansjörg Malonek zufrieden. Zusammen mit Silvia und Stefan Beyrer vom Klick-Klack-Theater wählt er aus den Puppenbühnen aus, die Interesse signalisieren. "Wir schauen immer darauf, dass unterschiedliche Spielweisen vertreten sind", so Malonek.

Dabei erfreuen sich aber nicht nur die Kinderstücke großer Beliebtheit, auch die Stücke für die Erwachsenen am Abend, werden immer besser angenommen.

Nachbar Xaverl (Mitte) bittet den Kasperl (rechts), ob er nicht auf seinen Hund Vinzenz (links) aufpassen kann, während er sich auf dem Oktoberfest vergnügt.

Ein echter Renner war dieses Mal bereits zum Auftakt der Figurentheatertage zu sehen. "Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater" zeigte das Stück: "Kasperl und die Brotzeit". Die Nachfrage war so groß, dass zum einen von der Black Box in den kleinen Saal ausgewichen werden musste. Als das immer noch nicht reichte, wurde auch noch eine zweite Vorstellung eingeschoben. Die Puppenspieler Josef Parzefall und Richard Oehmann begeisterten Kinder und Eltern gleichermaßen. Beispielsweise als der Wachtmeister Wirsing in breitem bayerisch die Grundregeln beim Kasperltheater vorstellte: So mussten sie vor der Vorstellung ausgiebig "in da Nasn bohren" und übten das "leise sein" mit dem Fachbegriff "pschscht". Das galt, laut Wirsing, vor allem für die Erwachsenen, die sich ja während der Vorstellung nur über Politik oder den Euro unterhalten würden. Doch die Eltern rissen sich ordentlich zusammen und genossen die Vorstellung ebenfalls. Es war aber auch zu köstlich, als Kasperl dem hyperaktiven Hund Vinzenz versucht, ein paar Kunststücke beizubringen, diesen aber verstecken muss, als Wachtmeister Wirsing feststellt, dass sein Schinkenbrot gestohlen wurde und er Vinzenz verdächtigt.

Alle Stücke schreiben die Puppenspieler selbst. Das mache mindestens ebenso viel Spaß, wie das Spielen, erzählt Josef Parzefall nach der Vorstellung. Seit rund 18 Jahren sind er und Richard Oehmann als "Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater" unterwegs. Im vergangenen Jahr wurden sie mit dem "Schwabinger Kunstpreis" für ihre kulturellen und künstlerischen Leistungen ausgezeichnet.

Die beiden spielen auch Stücke für Erwachsene: "Beides hat seinen Reiz. Doch es ist schon faszinierend, wenn Erwachsene, die wir genauso zum Mitmachen auffordern, im Laufe des Stückes immer mehr aus sich herausgehen", so Parzefall.

Der Reiz des Puppentheaters liegt für beide darin, dass sie innerhalb eines Stückes in viele verschiedene Rollen schlüpfen müssen und - anders als Schauspieler - mehrere Charaktere nebeneinander her darstellen müssen.

Der Reiz für die Kinder war die Frage, ob Wachtmeister Wirsing den Brotzeitdieb zur Strecke bringen kann. Kasperl hatte nämlich Vinzenz im Wald versteckt, wo sie auch auf den Zauberer Gottfried Wurst und seinen Neffen trafen, der in breitem Wienerisch vom Krokodil Chantal erzählt, das auf der Suche nach Fressbarem die Gegend durchstreift. Mit Hilfe des Kasperls, Vinzenz und einer Schinkenbrotfalle gelingt es dem Wachtmeister schließlich, das Krokodil als wahren Schinkenbrotdieb zu überführen. Als Lohn winkte Kasperl und Vinzenz am Ende eine leckere Brotzeit.

Und ein Bub meinte nach dem Applaus zu seiner Mutter, dass er jetzt auch gerne ein Wurstbrot hätte. Dieses Figurentheater macht eben Appetit auf mehr.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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