Endlich Platz für hungrige Schüler

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Zur Mittagszeit, vor allem donnerstags, wenn sehr viele Schüler Nachmittagsunterricht haben, herrscht Hochkonjunktur in der improvisierten Mensa am Gymnasium. Es handelt sich um einen viel zu kleinen Tagungsraum, in dem nach dem Essen der bis zu 120 Schüler Unterricht stattfindet. Die ungünstige Situation wurde nun durch Mithilfe der Pfarrei Maria Schutz, des Landkreises, der Stadt, des Elternbeirates, der Schulleitung und der Realschule gelöst. Demnächst können die Gymnasiasten im Pfarrheim Maria Schutz essen. Dort ist reichlich Platz vorhanden, ein Essen in Schichten wird unnötig.

Waldkraiburg - Bisher war das Essen in der improvisierten Mensa des Gymnasiums kein Genuß. Nicht, dass es nicht geschmeckt hätte - es fehlte einfach der Platz in dem kleinen Raum. Doch jetzt bahnt sich eine Lösung an.

Lesen Sie hier den Bericht der Waldkraiburger Nachrichten vom Donnerstag:

Fast wie eine richtige Mensa

Beim Mittagessen platzt die improvisierte Mensa am Gymnasium aus allen Nähten. Donnerstags haben rund 800 Schüler Nachmittagsunterricht. Nun zeichnet sich ein Lösung ab: Die Gymnasiasten sollen bald im Pfarrsaal Maria Schutz speisen können, dort finden bis zu 150 Personen Platz.

Elternbeiratsvorsitzender Gabi Röpke fällt ein Stein vom Herzen. Endlich ist eine Lösung für die Mittagsverköstigung der Gymnasiasten gefunden. Bisher mussten die Schüler in Schichten Mittag essen in einem Raum, der eigentlich Tagungs- und Unterrichtsraum und für die Schülermenge viel zu klein ist. Donnerstags halten sich über Mittag rund 800 Schüler am Gymnasium auf, weil sie Nachmittagsunterricht haben. Bis zu 120 Schüler nehmen das Angebot des Mittagstisches für je 3,50 Euro wahr.

Wer sich das Mittagessen nicht leisten kann, kauft sich beim Pausenverkauf eine belegte Semmel oder bringt von daheim was mit. Diese Schüler hocken laut Gabi Röpke oft in den Gängen auf dem Boden, weil es keinen Raum gibt, wo sie hin können. Dass die Schüler nun ab den zehnten Klassen mittags den Schulhof verlassen dürfen, habe nicht wirklich eine Erleichterung gebracht. Insgesamt handle es sich hier um ein Riesen-Platz-Problem. Und nach dem Essen müssen die Schüler schnell wieder raus aus dem Raum, weil dort auch Unterrichtsstunden stattfinden. Oft seien die Tische nicht sauber und Essensgerüche hängen in der Luft.

Das sei für die Schüler, die sich da anschließend auf den Stoff konzentrieren sollen, unangenehm, weiß auch Direktor Joachim Hellwig. Er bemühte sich zusammen mit Eltern, Schülern und Lehrern, die einen Arbeitskreis bildeten, um eine Lösung. Auch Bürgermeister Siegfried Klika und Landrat Georg Huber wurden mit ins Boot geholt. Huber, als Sachaufwandsträger, sei um eine Lösung bemüht gewesen. "Schnell war klar, gebaut wird nix", so Röpke, allerdings sei ebenso rasch die Idee entstanden, den Pfarrsaal Maria Schutz anzumieten. Alle Beteiligten waren begeistert, allerdings war die Realschule schneller. Realschulleiter Hans Hautz hatte den begehrten Raum für Schulaufgaben angemietet. Kollegialerweise tritt nun Hautz den Pfarrsaal in der sechsten Stunde ans Gymnasium ab. "Er ist der Meinung, in der sechsten Stunde muss keine Schulaufgabe mehr geschrieben werden", freut sich Hellwig. Ab 13 Uhr kann das Gymnasium eine weitere Stunde problemlos mieten. Nun mussten nur noch Pfarrer Martin Garmaier und der Pfarrgemeinderat einverstanden sein. Und das waren sie.

"Wir zogen alle gemeinsam an einem Strang", so Hellwig, der sich über das Zugeständnis der Realschule und die Mithilfe aller Beteiligten freute. Den Anstoß habe übrigens Elternbeiratsvorsitzende Röpke gegeben. Bei Hellwigs Einstand machte sie auf die Dringlichlichkeit des Raumproblems aufmerksam. "Das haben wir weiter verfolgt und eines ergab das andere", berichtet er.

Nun müsse noch das Aufsichtspersonal bestimmt werden und geklärt werden, wer das Saubermachen übernimmt, ein paar Telefonate mit dem Landkreis und dann könne es losgehen.

Für Gabi Röpke allerdings ist erst ein Teil der Schlacht geschlagen. Ihr schwebt eine Aufenthaltsecke in der neuen Mensa vor, wo sich die Selbstversorger hinsetzen können, etwa um nur was zu trinken. Schön wäre auch, wenn die Kinder Selbstmitgebrachtes am selben Tisch verzehren könnten wie die Mensa-Gäste. "Das gemeinsame Am-Tisch-Sitzen gehört zur Werteerziehung einfach dazu. Und die findet auch in der Schule statt", so Röpke.

Der alte improvisierte Mensa-Raum könnte in ihren Augen über die Mittagsstunden ein Spiele- und Treffzimmer sein, das das Gemeinschaftsgefühl fördere. Das Gynmasium sei eine pädagogische Stätte und zwar auch zur Mittagszeit. Auch wolle der Elternbeirat zur Gesundheitsbildung beitragen, im Sinne von gesundes Essverhalten schulen contra Magersucht. Man arbeite an einem entsprechendem Konzept und will auch die Speisen altersgerechter gestalten.

Vorerst sei das dringliche Raumproblem gelöst. "Aber wer weiß", so die Vorsitzende, "wie sich die demografische Entwicklung und die aktuelle Schulpolitik auf die Übertritte ans Gymnasium auswirken".

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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