Erster Preis für den geringsten Eingriff

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Der Vorschlag der Münchner Architekten Straub/Tacke überzeugte das Preisgericht, unter anderem die Dämmung von innen. Die Optik des Rathauses bleibt weitgehend erhalten. Der Vorschlag verspricht laut Jury aufgrund eines hohen Vorfertigungsgrades eine besonders wirtschaftliche Umsetzung.

Waldkraiburg - Der Realisierungswettbewerb für die Neugestaltung der Rathausfassade ist beendet. Die Jury hat vier Preise vergeben.

Beeindruckt hat die Preisrichter ein Beitrag von Thomas Straub und Brigitte Tacke, deren Vorschlag den geringsten Eingriff in die bestehende Architektur vorsieht. Neben diesem ersten Preisträger gibt es drei weitere.

"Die Optik des Rathauses bleibt bei diesem Konzept in Grundzügen erhalten wie sie ist", berichtete Bürgermeister Siegfried Klika im Stadtrat. Das Konzept sehe unter anderem eine Betondämmung von innen vor, woran bislang noch niemand gedacht habe.

Ein Fassadenkonzept, das optisch, energetisch und auch in wirtschaftlicher Hinsicht überzeugend ist, erwartete sich die Stadt als Ausloberin des Realisierungswettbewerbs, den die Stadtbau GmbH in ihrem Auftrag ausrichtete. Ein weiterer Gesichtspunkt: Raumgewinn durch eine Nutzung der Arkadenzone im Erdgeschoss.

Drei Waldkraiburger Architekten auf Einladung sowie sieben weitere Büros, deren Entwürfe nach einer Vorprüfung ausgewählt worden waren, waren in der engeren Wahl. In zwei Wertungsrunden, vor denen die Konzepte erläutert wurden, schied die Jury sechs Entwürfe aus. Wie Hermann Karosser, Geschäftsführer der Stadtbau, und Angela Hartinger-Hirn, Leiterin der Stadtentwicklungsabteilung im Rathaus, berichteten, handelte es sich dabei zum großen Teil um Vorschläge, die auf eine völlige Veränderung der Fassadenstruktur und des Charakters der Fassade hinauslaufen.

Die Arbeit von Thomas Straub, Brigitte Tacke, der die Jury den ersten Preis zusprach, zeichnet sich dagegen durch den geringsten Eingriff in die bestehende Architektur aus. Bei diesem Vorschlag belassen die Planer die Brüstung, bringen die Dämmung innen an. Die Fassadenfertigteile werden mit Kernbohrungen hinterlüftet. Dadurch, so Karosser, gehe zwar Nutzraum verloren, die Büros sind aber so groß, dass dies hinnehmbar sei. Ein wesentlicher Vorteil dieses Entwurfs: Die Umsetzung ist wegen des hohen Vorfertigungsgrades nach überzeugung der Experten während des Betriebs möglich. Ein Wechsel von Direktlüftung und einstellbaren Kastenfenstern verspricht eine hohe Behaglichkeit für die Nutzer. Durch die Reinigung der bestehenden Betonfertigteile und eine Beschichtung werde ein freundliches Erscheinungsbild erreicht.

Der zweite Preis geht an den Vorschlag von John Höpfner und Lydia Haack, München. Auch dieser Entwurf behält die horizontale Gliederung der Fassade bei und zeichnet sich unter anderem durch sehr hohen Tageslichtanteil in den Büroräumen aus.

Der Entwurf, der mit dem dritten Preis (Dieter Schmoll/RKW Rhode Kellermann Wawrowsky) bewertet wurde, bezieht die Arkaden in die geschlossene Gebäudehülle ein, die Fassade weist gute Proportionen auf, nimt dem Rathaus aber seine Eigenart. Eine steuerbare Nachtlüftung sorgt für gutes Raumklima im Sommer.

Eine völlige Neuentwicklung der Fassade sieht der vierte Preisträger, das Büro Reichert Pranschke Maluche, München, vor. Auch in dieser Planung ist die Möglichkeit einer Nachtlüftung in der Sommerzeit vorgesehen.

Die Rangfolge sei von der Jury einstimmig festgelegt worden, so Karosser. Der erste Preis wird mit 8000 Euro honoriert, der zweite mit 6000, der dritte mit 4000, der vierte mit 2000 Euro. Hinzu kommt ein Bearbeitungshonorar für alle Teilnehmer von je 3000 Euro.

Ale zehn Entwürfe werden im Rathaus ausgestellt

Alle zehn Entwürfe, die in der Wertung waren, werden laut Klika im September im Rathaus öffentlich ausgestellt. Danach werde der Stadtrat über die weiteren Schritte beraten.

Obwohl es sich um einen Realisierungswettbewerb handelt, ist die Stadt nicht verpflichtet, den ersten Preis umzusetzen, sondern kann auch einen der drei anderen Preisträger damit beauftra-

gen. hg

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