Erst kleine, dann große Sprünge

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Die Arme ausbreiten und dann ins Wasser segeln? Nicht ganz, denn die gestreckten Arme dienen der Körperspannung, damit Simon sauber eintauchen kann.

Waldkraiburg - Begeistert laufen Hanna, Simon, Andreas und Jan immer wieder die Stufen zum Ein-Meter-Brett hinauf. Gleich darauf springen sie wieder ins Wasser.

Und das trotz 17 Grad Lufttemperatur und leichtem Regen. Wohl aus diesem Grund wagten sich nur diese mutigen vier zum ersten Workshop Turmspringen ins Waldbad.

Aber am morgigen Samstag gibt es wieder eine Gelegenheit, mit Albin Killat, Europameister von 1985, im Turmspringen zu trainieren.

"Wenigstens hat das Wasser 25 Grad, da können sich die Kinder auch aufwärmen" sagt Georg Fuchs, Leiter des VfL-Piranhas, schmunzelnd.

Keine Angst vorm Ein-Meter-Brett: Ehemaliger Europameister im Turmspringen, Albin Killat, führt in Workshops Kinder an seine Sportart heran.

Das Training beginnt erst einmal mit ein paar gründlichen Aufwärmübungen. Zunächst laufen die Kinder ein paar Runden um das Tauchbecken, um die Muskeln zu lockern. "Ganz wichtig ist das Dehnen, vor allem an den Fußgelenken", erklärt Fuchs. Die Körperspannung müsse durchgängig sein. "Nur wenn der ganze Körper angespannt ist, kann man sauber eintauchen", erläutert der Piranhas-Chef weiter. Das Eintauchen sei eigentlich eins der wichtigsten Bewertungskriterien, da man nur nach einem korrekt ausgeführten Sprung ohne Wasserspritzen eintauchen könne.

Ganz ohne Wasserfontänen waren die Landungen der kleinen Springer natürlich noch nicht, vor allem dann nicht, wenn die ein oder andere "Arschbombe" zwischen die Übungssprünge rutschte.

Um den Kindern die Angst vor dem Sprung vom Brett zu nehmen, übte Albin Killat mit ihnen erst Sprünge vom Beckenrand und bereitete die Kinder so auf den Sprung aus größeren Höhen vor. Aber auch trotz der Übungen am Beckenrand ist der Sprung aus einem Meter Höhe mit dem Kopf voran eine Überwindung.

"Es ist völlig normal, Angst zu haben", sagt Killat. Nur weil man Respekt vor der Höhe habe, bedeute das aber nicht, dass man ein schlechter Turmspringer wäre. "Für die Kinder ist das eine völlig neue Erfahrung und ist geistig und körperlich sehr anstrengend." Deshalb lässt der dreifache Europameister und 44-malige deutsche Meister die Kinder nach der ersten halben Stunde im Wasser erst mal eine Pause machen.

Vor allem das Wetter macht den jungen Teilnehmern zu schaffen, so auch Jan, dem es schlussendlich doch zu kalt geworden ist. "Aber nächste Woche mache ich wieder mit", verkündet der Siebenjährige mit der Hoffnung auf angenehmere Temperaturen. Am meisten habe ihm "die Kerze vom Brett runter" Spaß gemacht erzählt er stolz. "Die war am einfachsten und Angst habe ich auch nicht gehabt."

Auch bei den anderen Dreien ist von Bammel nichts zu sehen, wenn sie sofort nach dem Eintauchen wieder auf dem Weg aus dem Becken und auf den Turm sind. "Man muss die Kinder am Anfang stark motivieren, damit sie den Spaß an der Sache behalten", so Killat.

Noch macht es ihnen sichtlich Freude. Eifrig klettern sie aus dem Wasser, nur um möglichst schnell wieder hineinzuspringen. Und während sie fleißig Kopfsprünge, Kerzen und Halbschrauben üben, gibt Killat Anweisungen vom Beckenrand. "Nicht so weit springen" oder "mehr Körperspannung", verbessert der ehemalige Europameister. Der Münchner leitet häufig Workshops für Kinder und weiß, dass das Interesse an der Randsportart wächst. "Eigentlich ist jeder, der nicht zu viel Angst hat, zum Turmspringen geeignet."

Georg Fuchs und Albin Killat hoffen, dass sich das Wetter zum Wochenende bessert, damit der Workshop am morgigen Samstag mehr Teilnehmer anzieht. Anmeldung unter Telefon 08638/ 85714 oder unter info@vfl-waldkraiburg.de.

sag/Waldkraiburger Nachrichten

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