Jubiläum: Erfolg gibt Mütterzentrum Recht

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Sichtlich wohl fühlen sich die Kleinen der Spielgruppe, wenn sie draußen im Garten des Hauses der Jugend nach Herzenslust toben oder im Sandkasten spielen können.

Waldkraiburg - Seit 25 Jahren gibt es das Familien- und Müttertreff - eine Erfolgsgeschichte. Nun soll das Jubiläum mit einem großen Familienfest gefeiert werden.

Das Zentrum wird es sicher auch die nächsten zehn Jahre geben, ist Geschäftsführer Franz Maier überzeugt. Groß ist das Gewusel, wenn man den ersten Stock im Haus der Jugend betritt. Da sausen kleine Kinder durch die Gänge, verstecken sich auch mal in der Küche. Da muss dann aber auch mal die ein oder andere Träne getrocknet werden, wenn ein Spiel zu derb ist. So oder ähnlich schaut es von Montag bis Freitag beim Familien- und Müttertreff aus.

Im Jahr 1986 hatten sich engagierte Mütter an die damalige Stadträtin Susanne Bell gewandt. Sie wollten einen Ort, wo sie sich gemeinsam treffen und austauschen können. Nach einem klärenden Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Jochen Fischer wurde ein Raum in der Porschestraße zur Verfügung gestellt. Das war der Beginn des Waldkraiburger Mütterzentrums.

Um das Ganze auf sichere Beine zu stellen, wurde ein Verein gegründet; der Familien- und Müttertreff e.V.

Nach zwei Jahren hatte der Verein bereits 28 Mitglieder und im Mütterzentrum wurden Gesprächskreise, Spiel- und Stillgruppen aber auch diverse Vorträge angeboten.

Finanziert wurde das Mütterzentrum über Fördermittel aus dem Sozialministerium. Das Mütterzentrum Waldkraiburg war mit Traunstein und Fürth Teil eines Projektes der Staatsregierung. Allerdings lief die Förderung nur bis zum Jahr 1989 und damit stand das Mütterzentrum schnell wieder auf der Kippe. Jetzt mussten andere Möglichkeiten der Finanzierung gefunden werden. Da war die Erleichterung groß, dass die Stadt unterstützend einsprang. So kam der Verein im Haus der Jugend unter und bekam außerdem einen Zuschuss, um die Aufwandsentschädigung für die Frauen, die im Mütterzentrum halfen, bezahlen zu können. Zudem wurden die Aktivitäten ausgeweitet und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt, sodass der Verein im Stadtleben besser bekannt wurde. Dadurch kamen auch wieder neue Frauen in den Verein und vereinzelt fanden auch Männer den Weg ins Mütterzentrum. Einer von ihnen war Franz Maier. Er war einer der wenigen Männer, der die Elternzeit nutzte. So fand er auch den Weg ins Mütterzentrum. Dort knüpfte er neue Kontakte, konnte sich wertvolle Anregungen holen und wusste seine Kinder auch gut aufgehoben.

Im April 2000 war dann ein weiterer Einschnitt: Der Kreisjugendring verließ das Haus der Jugend und der Familien- und Müttertreff konnte in die frei gewordenen Räume im ersten Stock ziehen. In dieser Zeit übernahm Franz Maier auch den Vorsitz des Vereins und dank der besseren Möglichkeiten wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut. "Im Jugendzentrum konnten wir nur am Vormittag sein und mussten anschließend unsere Sachen wieder wegräumen. Da gab es immer wieder Reibereien mit den Jugendlichen", erinnert sich Maier. Als der Verein in den ersten Stock zog wurde auch eine Spielgruppe angeboten, die mittlerweile fünfmal die Woche angeboten wird. Aber auch Gruppen wie die ADHS-Selbsthilfegruppe, die Wohlfühltage, Flohmärkte, Kinderdiscos oder das beliebte Kinderkegeln waren jetzt möglich. "Wir können jetzt ein vielfältiges Angebot für Kinder und Eltern anbieten", so Franz Maier.

Seit zehn Jahren organisiert der Familien- und Müttertreff aber auch die Mittagsbetreuung. Erst in der Grasslitzerschule, zwei Jahre später kam die Dieselschule dazu und in diesem Schuljahr die Beethovenschule. Zusätzlich ab 14 Uhr gibt es dann eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung.

Mittlerweile hat der Verein 13 hauptamtliche Angestellte sowie eine Vielzahl von Praktikanten, 400-Euro-Kräfte und Ein-Euro-Jobber. Dazu kommen rund 35 Ehrenamtliche. Sie alle sorgen dafür, dass der Betrieb aufrecht erhalten werden kann.

Das gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Deshalb ist der Familien- und Müttertreff ständig auf der Suche nach Finanzmittel. Aktuell schaut es so aus, dass der Verein Zuschüsse von der Stadt, dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern bekommt. Dazu kommen die Gebühren, die Eltern für einzelne Kursangebote bezahlen müssen. Doch Maier und seine Mitstreiter sind sich bewusst, dass die Fördermittel nicht unendlich sprudeln können und auch die finanziellen Mittel der Eltern begrenzt sind.

Daher spricht er zwar bis hierher von einer Erfolgsgeschichte des Vereins, dessen Angebot aber wohl nicht weiter wachsen werde. "Der Kampf ums Geld wird härter". Dennoch ist er überzeugt, dass es das Mütterzentrum wegen seines attraktiven und niederschwelligen Angebotes auch in zehn Jahren noch geben werde.

Am Samstag, 7. Mai, steht jetzt erst einmal die 25-Jahr-Feier auf dem Programm. Da ist am Vormittag ein offizieller Teil samt Mittagessen geplant. Ab 14 Uhr wird es ein großes Familienfest mit Kinderprogramm geben.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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