Entwarnung nach Staub-Niederschlag

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Ein Großaufgebot von 60 Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und des Roten Kreuzes wurde nach dem Bekanntwerden des Schadenfalls im Industriegebiet alarmiert.

Waldkraiburg - Die Aufregung war groß, als am Dienstagnachmittag wegen eines defekten Filters Staub aus einer Fabrik im Industriegebiet austrat und im weiteren Umkreis niederging. Doch eine Gesundheitsgefährdung für Menschen habe nicht bestanden, so die Polizei.

Und wie sich herausstellte, hält sich auch der Sachschaden in Grenzen. Die Substanz lässt sich problemlos mit einer Autowäsche von Fahrzeugen entfernen.

Bilder vom Einsatz

Feinstaub: Filter geplatzt

Wann genau der Fehler in der Filteranlage der EMG Casting AG auftrat, ist nicht bekannt. Um 15.30 Uhr wurde die Polizei von den Staub-Niederschlägen im Industriegebiet verständigt. Die Verantwortlichen gingen auf Nummer sicher, weil zu diesem Zeitpunkt eine Gefährdung für die Anwohner nicht ausgeschlossen werden konnte. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, wurden etwa 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, der Polizei und des Landratsamtes alarmiert, die Bevölkerung über Rundfunk gewarnt. Das Ausbreitungsgebiet der Niederschläge grenzen Polizei und Feuerwehr laut Angaben des Waldkraiburger Inspektionsleiters Georg Marchner auf das Industriegebiet und einige angrenzende Straßen ein.

Noch am Dienstag konnten die Behörden Entwarnung geben und eine Gesundheitsgefährdung zu jedem Zeitpunkt ausschließen. Von der ausgetretenen Substanz, die sich auf Fahrzeugen auf den Parkplätzen der benachbarten Firmen und den Höfen der Autohäuser im Umfeld absetzte, wurden laut Polizei an verschiedenen Standorten mehrere Proben genommen. Ein Ergebnis dieser Untersuchung war bis gestern nicht bekannt.

Allerdings war bereits klar, dass sich auch der Sachschaden in Grenzen hält. Autobesitzer und Autohändler konnten aufatmen. So etwa Dieter Köhler, Geschäftsführer eines benachbarten Autohauses: Der von seinem Unternehmen beauftragte Gutachter hatte bleibende Lackschäden ausgeschlossen. "Wir waschen die Fahrzeuge, damit hat sich die Sache erledigt."

Für die Kosten kommt die EMG Casting auf, die laut Vorstand Albert Tauschhuber für diesen Störfall versichert ist. Wie Tauschhuber so haben auch viele betroffene Autobesitzer einen Zwischenfall nicht vergessen, der sich in den 90er-Jahren in der Eisen- und Metallgießerei ereignete, und bei dem zahlreiche Fahrzeuge erheblich geschädigt wurden.

Damals waren Metallstäube aus dem Graugussbetrieb ausgetreten und hatten den Lack der Autos angegriffen. Diesmal war der EMG-Vorstand froh, dass es sich um "Sandstäube aus der Sandaufbereitungsentstaubung" handelt. Die EMG hat nach seinen Worten Kontakt zu allen Nachbarbetrieben aufgenommen und sie darüber informiert. Wer zur fraglichen Zeit am Dienstag sein Auto im Umkreis des Unternehmens abgestellt hatte, "sollte zum Autowaschen fahren", empfiehlt Tauschhuber.

Betroffene Halter, die Staubablagerungen an ihren Fahrzeugen feststellen, sollten sich bei der Polizei Waldkraiburg unter Telefon 94470 melden. So wie im Unternehmen erhalten sie auch dort Hinweise und Formblätter für die ordentliche versicherungstechnische Abwicklung.

Der vom Defekt betroffene Werksbetrieb wurde am Dienstag eingestellt. "Wir sind dabei, den Defekt zu beheben", sagte Tauschhuber gestern. Weil das Unternehmen derzeit kurzarbeitet, ist der Betriebsausfall allerdings verschmerzbar.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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