Überfall an der Tür: Täter entschuldigt sich

Waldkraiburg - Anton S., der am 28. März Willi Engelmann an der Haustür überfiel und ihn mit einer Waffe bedrohte, hat jetzt einen Entschuldigungsbrief geschrieben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 59-Jährige den Apotheker oder seine Frau Susanne entführen wollte.

Willi Engelmann hat von dem Mann, der ihn daheim an seiner Haustür überfallen hatte, einen persönlichen Brief bekommen, in dem sich dieser entschuldigt. Das bestätigt der Apotheker gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt.

Wollte der Täter seine Geisel in einer Kiste vergraben?

Susanne Engelmann

Die Entführung mit Lösegelderpressung ist missglückt, weil Willi Engelmann flüchten konnte. Der damals Unbekannte machte sich auf seinem Roller aus dem Staub. Das Apothekerehepaar Susanne und Willi Engelmann entging nur knapp einem Alptraum. Einer der beiden sollte gekidnappt werden. Im Rahmen der Anklage wirft die Staatsanwaltschaft dem vorbestraften Anton S. vor, geplant zu haben, sein Opfer in einer Kiste zu vergraben, bestätigt Tobias Dallmayer, Pressesprecher am Landgericht Traunstein. Der Fall wird vor der Zweiten Kammer verhandelt werden. So wird sich S. vor Gericht - ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest - wegen versuchtem erpresserischem Menschenraub und unerlaubtem Führen einer Schusswaffe verantworten müssen. Die Waffe war eine Schreckschusspistole, wie die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen feststellte.

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Der Verteidiger von Anton S. ist Rechtsanwalt Erhard Frank aus Burghausen. Bisher habe sich sein Mandant, der schon mehrere Jahre im Gefängnis saß, gegenüber der Staatsanwaltschaft nicht zur Tat geäußert. Allerdings gebe dieser mit seinem Entschuldigungsbrief seine Täterschaft zu. Der Sachverständige Dr. Stefan Gerl, Chefarzt für Forensische Psychiatrie im Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg, habe ihn in einer Untersuchung zur Tat befragt. Der Psychiater werde laut Frank im Prozess Ausführungen machen, nicht aber sein Mandant. "Er wird die Tat einräumen, sich sonst nicht äußern und nichts Näheres sagen", so Verteidiger Frank. Das Gutachten, ob Anton S. vermindert schuldfähig sei, stehe noch aus.

Die Hintergründe der Tat sind noch im Unklaren. Wie kam Anton S. auf sein Opfer? Darauf hat sein Anwalt keine Antwort, ebenso wenig kann er sagen, wie der Massinger seine Geisel auf dem Roller hätte wegschaffen wollen, noch, wo die Kiste versteckt war.

kla/hg/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa/re

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