Noch kein "Ja" zur Fotovoltaik

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Die bestehende Fotovoltaikanlage bei Klugham/Buchthal.

Aschau am Inn - Der Gemeinderat Aschau hat die Entscheidung über eine Fotovoltaik-Freilandanlage auf einem dreieinhalb Hektar großen Areal verschoben.

Die Firma Sunplan in Mühldorf betreibt bereits mehrere PV-Anlagen, unter anderem zwei Freilandanlagen in der Gemeinde Taufkirchen. Das in Aschau geplante Projekt ist weniger als 50 Meter von der bestehenden Anlage entfernt. In unmittelbarem Anschluss befindet sich eine Kiesgrube.

Das gesamte Areal ist Vorzugsgebiet für den Kiesabbau, auch die Fläche, auf der für einen Zeitraum von 25 Jahren eine Zwischennutzung durch die PV-Anlage vorgesehen ist. Auch mit dem Gewerbegebiet Aschau-Werk und dem Inn-Kraftwerk in der Nähe sieht der Antragsteller bereits einen massiven Eingriff in das natürliche Landschaftsbild als gegeben an.

Die geplante Anlage schließt zudem unmittelbar an die Bahnlinie an. Damit entspricht sie insofern der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom August 2010, die die Einspeisevergütung für PV-Anlagen auf autobahn- und eisenbahnnahen Flächen gewährt. Voraussetzung ist allerdings, das sich die Anlage im Geltungsbereich eines Bebaungsplanes befindet.

Ob sie einen Bebauungsplan aufstellt und die Anlage zulässt, darüber muss jetzt der Gemeinderat entscheiden.

PV-Anlagen dürfen nicht fernsichtschädigend sein, so Bürgermeister Alois Salzeder, der in dieser Beziehung für den geplanten Standort keine Probleme sieht. Der Bahndamm ist so hoch, dass die Anlage kaum noch zu sehen sei. Ähnlich äußerte sich Zweiter Bürgermeister Manfred Römer, der keine Beeinträchtigung für das Ortsbild und die Anlieger erkennen kann.

Allerdings sprach Römer einen Punkt an, der die Gemeinderäte gewaltig wurmt. Für die 2009 errichtete, benachbarte Anlage hatte die Gemeinde eine Eingrünung vorgegeben. Davon ist aber nichts zu sehen.

Franz Hutterer, Gesellschafter der Sunplan GmbH, der mit einer anderen Firma an der Errichtung und am Betrieb beteiligt war, verwies darauf, dass er keinen Einfluss mehr auf die Anlage habe.

Diese sei an einen Fonds verkauft worden. Er habe sich an sein Wort gehalten und die geforderte Eingrünung umgesetzt. Diese wurde dann aber weggemacht. Hutterer erklärte seine Bereitschaft, für eine Eingrünung auf Kosten seiner Firma zu sorgen. Dafür brauche er allerdings die Zustimmung des Betreibers.

Matthias Salzeder war auch mit dieser Erklärung nicht zufrieden. Die Gemeinde habe keine Garantie, dass die Sache nicht auch ein zweites Mal so läuft.

Bürgermeister Alois Salzeder berichtete über den Briefverkehr mit dem neuen Eigentümer. Denkbar ist, dass die Gemeinde die Eingrünung auf dessen Kosten machen lässt.

Grundsätzliche Bedenken äußerte Gertraud Reiser: Mit der geplanten Anlage werde der Grund der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen.

Günther Manz, ein Befürworter der alternativen Energien, regte an, dass sich der Gemeinderat grundsätzlich mit der Frage beschäftigt, wo er Freilandanlagen zulassen möchte. Manz rechnet mit weiteren Anträgen. "Wir haben sehr viele Südhänge in Aschau. Wollen wir die alle mit Fotovoltaikanlagen zumachen? Mit welcher Begründung sollte man andere Anträge ablehnen?"

Nach Ansicht von Max Balhuber ist es für diese generelle Abklärung schon zu spät. "Das Tor ist schon auf." Außerdem gebe es nicht nur PV-Anlagen. Er spricht sich dafür aus, von Fall zu Fall abzuwägen. Dies soll bei einem Ortstermin geschehen. Das Unternehmen will zudem die Anlieger über das Vorhaben informieren. In der nächsten Sitzung am Dienstag, 8. November, wird dann über die Voranfrage entscheiden.

Mühldorfer Anzeiger

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