"Der Klimawandel ist kein Phantom"

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Sonnenenergie war ein zentrales Thema bei der Energiesparmesse im Haus der Kultur.

Waldkraiburg - Die beste Möglichkeit, Energie zu sparen, ist sie gar nicht erst zu verbrauchen. Und es gibt vielfältige Möglichkeiten, Energie einzusparen.

Das zeigte sich wieder einmal bei der Energiesparmesse, die am Wochenende im Haus der Kultur stattfand. Neben zahlreichen Ausstellern - rund 40 an der Zahl - fanden in der Black Box interessante Vorträge statt, bei denen die zahlreichen Facetten der Einsparmöglichkeiten dargestellt wurden. Von den Stromsparmöglichkeiten im Haushalt bis hin zum Bau eines Passivhauses.

Jeder, der den Willen hat, Energie zu sparen, kann das auch tun. Das gilt im Haushalt genauso wie bei Neubau oder Renovierung. Und es ist oftmals mit relativ einfachen Mitteln zu erreichen, man muss sich nur die Mühe machen, sich zu erkundigen oder sein Verhalten kritisch zu hinterfragen.

Das fängt beispielsweise im Haushalt damit an, Glühbirnen durch Energiesparlampen zu ersetzen. Sie verbrauchen nur rund ein Fünftel des Stromes einer Glühbirne sagte beispielsweise Martin Klatenhauser-Barth von der Energieagentur Chiemgau-Inn-Salzach (CIS). Er verwies aber auch darauf, dass man beim Kauf auf Premiumhersteller setzen solle. Diese kosten rund 10 bis 15 Euro haben aber eine Brenndauer von 10000 bis 15000 Stunden. Eine Glühbirne brennt rund 1000 bis 1500 Stunden. Kaltenhauser verwies auch darauf, dass hohe Schaltzyklen die Lebensdauer negativ beeinflussen. Allerdings lassen sich mit energieeffizienten Lampen rund 80 Prozent des Energieverbrauchs und der Stromkosten für Beleuchtung sparen.

Bei Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Spülmaschine, die älter als zehn Jahre sind, lohnt es sich über einen Austausch nachzudenken. Dabei sollte man, wenn möglich Geräte der Effizienzklasse A++ kaufen. Sie seien zwar in der Anschaffung teurer, sparen das im Lauf der Jahre aber wieder ein.

"Ein A++-Gerät spart gegenüber einem B-Gerät rund 50 Euro pro Jahr", so Kaltenhauser. Ebenfalls nachdenken sollen Verbraucher bei Unterhaltungselektronik wie Fernseher sowie Informations- und Kommunikationstechnik wie PC, Drucker oder Schnurlostelefonen. Wenn ein Haushalt den Strom effizient nutzt, dann kann er den durchschnittlichen Verbrauch von rund 2300 Kilowattstunden auf 900 Kilowattstunden pro Jahr reduzieren, ohne an Komfort zu verlieren.

Da will es einer wissen: Bürgermeister Klika mit Stadträtin Deschler auf dem Elektroroller.

Auf die Reise durch eine Solaranlage nahm Hartmut Will von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) die Zuhörer mit. Die DGS ist ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat unabhängig und neutral über aktuelle Themen in Sachen Sonnenenergie zu informieren. Am Samstag stellte er anschaulich dar, aus welchen Bauteilen eine Solaranlage, die zur Erwärmung von Wasser und zur Heizungsunterstützung genutzt wird, besteht. Dabei gab er wertvolle Tipps, auf welche Werte und Kenndaten geachtet werden muss. "Nicht der Markenname oder eine schöne Beschreibung sind wichtig, sondern der optische Wirkungsgrad und der Wärmeverlustkoeffizient", lautete seine Botschaft. Die gleichen wertvollen Informationen hatte er am Sonntag für Fotovoltaikanlagen.

Will gab den Zuhörern aber auch Nachdenkliches auf den Weg "Der Klimawandel ist kein Phantom und alle Schäden, die wir durch den Klimawandel verursachen, müssen wir auch selber bezahlen. Mit der Nutzung von Solarenergie kann man sich aber für die nächsten zehn bis 15 Jahre wappnen".

Wenn man ein Haus besitzt, das bereits in die Jahre gekommen ist, dann merkt man das auch bei den sogenannten Nebenkosten. Sprich die Kosten für Heizung und Strom steigen Jahr für Jahr unabhängig von den Preissteigerungen. Da sollte man irgendwann über die Renovierung nachdenken, um das Haus wieder energetisch auf den neuesten Stand zu bringen.

"Durch eine sinnvolle Sanierung kann rund 80 Prozent der Energie eingespart werden", sagte der Energieberater Thomas Wagner. Er stellte die Möglichkeiten wie Wärmedämmung, Fensteraustausch sowie Heizungserneuerung und die Nutzung erneuerbarer Energien vor. Anhand eines Beispiels zeigte er, dass man rund 2000 Euro Betriebskosten pro Jahr sparen kann. Wagner stellte aber auch die aktuellen Fördertöpfe vor, die jeder Sanierer und Renovierer anzapfen kann, um so die Kosten ein bisschen zu reduzieren.

Im Jahr 2015 wird das Passivhaus EU-weit für Neubauten Standard sein. Schon jetzt verschärft der Gesetzgeber die Vorschriften schrittweise.

Durchaus eine lobenswerte Sache, wie Claudia Wendland vom Passivhauskreis Mühldorf-Altötting klar machte. "Energieeinsparung ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit". In fünf Jahren werden sich die Preise für Erdöl und Erdgas wahrscheinlich verdoppelt haben.

Keine schöne Aussicht und da gelte es, sich Gedanken über Einsparmöglichkeiten zu machen. Claudia Wendland zeigte, dass die rund vier Prozent teureren Baukosten für ein Passivhaus durch den deutlich geringeren Energieverbrauch schnell wieder hereingeholt werden können.

Auch bei Renovierungen sei es eine Überlegung mit Passivhauskomponenten die Energiebilanz seines Hauses deutlich zu verbessern. "Dann brauchen sie sich zukünftig über die Heizkosten nicht mehr so viele Gedanken machen".

hsc

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