Doch eine positive Bilanz gezogen

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Manche Geschäftsleute waren überrascht über den guten Umsatz, den sie bei "Kunst und Kommerz" am vergangenen Samstag machten.

Waldkraiburg - Vor "Kunst und Kommerz" wurde bei einigen Kaufleuten in Waldkraiburg Kritik laut. Die einen fürchteten, dass die Menschen vor lauter Kunst der Kommerz nicht mehr interessiere. Aber...

Andere wiederum störten sich am Datum und hofften durch den Maifeiertag eigentlich auf ein langes, arbeitsfreies Wochenende. Doch am Tag danach fiel die Bilanz recht positiv aus.

"Wir haben das nicht erwartet, aber der Tag war geschäftlich sehr erfolgreich", berichtet Edith Meinl vom gleichnamigen Modegeschäft. Recht viele Kunden seien zum Einkaufen gekommen, obwohl es sich nicht um einen normalen verkaufsoffenen Sonntag handelte. Meinl dachte im Vorfeld, die meisten seien eher an den künstlerischen Vorstellungen interessiert und würden den Kommerz hinten anstellen. Doch so einseitig war es nicht und so fällt ihre Bilanz "absolut positiv" aus.

Gerlinde Hintermeier von der Boutique Valentino ist keine große Freundin von verkaufsoffenen Sonntagen. Aber "Kunst und Kommerz" sei eine Attraktion für die ganze Stadt gewesen, die Straßen seien schön belebt gewesen. "Und der Umsatz hat gepasst, ich stand nicht umsonst im Laden", freut sie sich. Optikermeister Eder ließ sein Geschäft geschlossen, weil es sich im vergangenen Jahr nicht rentierte, wie sein Mitarbeiter Manuel Hochholzer berichtet.

Filialleiterin Rosmarie Röhrich vom Drogeriemarkt Müller hält den Aktionssonntag für eine "super Sache". Ihr Kritikpunkt ist und bleibt die Terminwahl. Dadurch, dass der Maifeiertag auf einen Samstag fiel, hätte sie sich für ihre Angestellten, von denen viele Mütter seien, gewünscht, dass sie auch mal frei haben und bei der Familie sein können. "Der Termin ist für die Mütter einfach gemein", so Röhrich.

"Kunst und Kommerz" sei eine tolle Sache, wenn es nicht mit einem Feiertag zusammenfalle. Die verkaufsoffenen Sonntage in Waldkraiburg laufen ihrer Aussage nach generell gut.

Für das bevorstehende "Night Shopping" wünscht sie sich, dass alle teilnehmenden Geschäfte und Lokale einheitlich bis Mitternacht offen haben. Im vergangenen Jahr habe das nicht so reibungslos geklappt.

Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, ist ebenfalls zufrieden mit dem Ablauf des Spektakels am 2. Mai. "In der Stadt rührte sich was, durch die auftretenden Gruppen aus dem Umland kamen auch viele Leute aus dem Umland nach Waldkraiburg", so Engelmann. Das sei das Geschickte an dem Konzept. So kommen Fremde, lernen die Stadt kennen und fahren dann wieder zum Einkaufen her.

Ähnlich sieht es Stadtmarektingchef Markus Stern. Die Kritik derer, die nur am Abend ihre Kasse zählen, lässt er nicht gelten. "Das ist für mich kein Argument. Es werden ja neue Kunden angelockt, die wiederkommen sollen", so Stern. Daher sieht er diesen Erlebniseinkaufstag als große Chance für die Stadt. Ein knallharter Indikator für die positive Resonanz sei der Luftballonwettbewerb. "Die Stadt war voller Menschen und so viele Luftballons wie dieses Mal haben wir noch nie aufgeblasen", so Stern.

Auch Gertraud Kesselgruber vom Agenda-21-Arbeitskreis Kultur und Bildung freut sich, wie der Tag verlaufen ist. "Es war bummvoll. Das Wetter hat gepasst, es kamen ein paar Tausend Leute und auch die Vielfalt der Aktionen und die gute Stimmung trugen zum Gelingen bei", sagt Kesselgruber.

Wegen der kritischen Worte an der Terminwahl erinnert sie daran, dass die Geschäftsleute abgestimmt hätten. Als Alternative wäre nur der Muttertag in Frage gekommen. Da allerdings hätten viele Gruppen und Akteure nicht teilnehmen können. Die Planungen 2011 beginnen konkret im Oktober. Da der 1. Mai auf einen Sonntag fällt und dieser Tag von der Arbeit freizuhalten sei, werden die Geschäftsleute ihre Läden wohl nicht aufsperren dürfen und dann bleibt nur der 8. Mai, der Muttertag.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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