"Do-schau-her": Spiegel für die Bürger

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
"Do-schau-her" - so heißen die drei Kunstwerke, die nun am Sartrouvilleplatz zu sehen sind. Sie funktionieren als "Schaufenster". Der Betrachter sieht sich selbst und den Platz - je nachdem, wie er in die Rahmen schaut und wo er steht.

Waldkraiburg - "Da-schau-her" wird der Besucher des Sartrouvilleplatzes nun von drei Kunstwerken aufgefordert.

Künstler Michael Lapper hat die Elemente im Rahmen des Kunstwettbewerbes zur Belebung des Platzes im Jahr 2008 geplant und jetzt realisiert. "Das sind die Kronjuwelen, die wir nach der Sanierung der Tiefgarage oben drauf setzen", sagte Bürgermeister Siegfried Klika nun bei der Präsentation.

Es geht dem Künstler um die Wahrnehmung des Raumes. Michael Lapper aus München hat sich mit seinem Vorschlag 2008 bei der Auslobung des Wettbewerbs durchgesetzt. Jetzt sind seine Werke fester Bestandteil des Sartrouvilleplatzes, sehr zur Freude von Bürgermeister Siegfried Klika, der die drei Wandelemente mit Stahlrahmen und einer speziellen Spiegelfläche hervorragend in die moderne Bebauung - vor allem mit der Christkönigskirche und dem Turm - integriert sieht.

"Do-schau-her", heißen die drei fest installierten Objekte. Eines flach und breit, eines fast quadratisch und eines hoch und schlank. Der Titel ist zugleich eine Aufforderung an den Betrachter. Die flächigen Raumelemente bestehen aus Stahl und beinhalten jeweils einen Rahmen, der leicht aus der Achse gedreht ist. In die Rahmen sind speziell beschichtete Glasscheiben eingesetzt. Blickt man in diese "Spiegel", passiert etwas. Zum einen sieht sich der Betrachter selbst, sieht aber auch hindurch. So wird der umliegende Raum optisch und farblich verändert wiedergegeben. Hier überlagern und vermischen sich Bilder aus Vorder- und Hintergrund. Abhängig davon, wo der Bürger gerade steht, verändern sich - je nach Lichtsituation - die Farben.

Künstler Lapper, der seine Liebe, für sein Werk zum Ausdruck brachte, sprach von einem "Public Viewing". Der öffentliche Raum Sartrouvilleplatz im Focus der öffentlichen Betrachtung also.

Der Passant, wird aber auch zum Akteur, wenn er durch diese "Schaufenster" sich selbst anschaut, wenn er sich bewegt und dabei die sich verändernden Farben sieht. Klika sprach von einer interaktiven Attraktion für die Bürger. Sie kann spielerisch und von jedem genutzt werden.

Auf die Frage einiger Vertreter aus Stadt, Wirtschaft und Schule, wie lange die drei Objekte in Hinblick auf Vandalismus wohl stehen werden, sagte der Künstler, sie seien sehr stabil. Das Glas etwa bestehe aus Panzerglas. "Es hält einiges aus, ist aber nicht unzerstörbar", so Lapper, der es übrigens nicht als negativ ansieht, wenn jemand etwas auf die graue Stahlwand kritzeln würde, schließlich nehme der Kritzler das Objekt als Stadtmöbel wahr und wolle sich mitteilen. Außerdem seien die Wände so konzipiert, dass sie sich gut überstreichen lassen. Er ist der Meinung, wenn die Menschen den Platz annehmen und mögen, zerstören sie ihn nicht.

Vielleicht zerstört man sein Spiegelbild auch nicht so leicht, denn nicht weniger sieht man, wenn man in die Rahmen blickt. "Ich hatte mir das nicht so toll vorgestellt", sagte Stadträtin Susanne Engelmann bei der Präsentation. Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft: "Die Objekte werten den Platz auf, strukturieren ihn und harmonieren mit den umliegenden Gebäuden."

Schon toben die Kinder herum und kichern und staunen, über das, was sie in den Rahmen sehen. Noch viel größer war die Freude der Knirpse, als Klika zusammen mit den Stadträtinnen Charlotte Konrad und Inge Schnabl die neuen Gummispieltiere neben dem Brunotte-Brunnen enthüllte. Auf Gummiplatten stehen ein Kamel, ein Elefant und ein Pilz, etwa kniehoch. Sie bestehen aus Recycling-Gummi der TPE und wurden auch vom Betrieb gesponsort.

So wird der Sartrouvilleplatz mehr und mehr zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt. So wie die Stadt sich das erhofft.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser