"Die Laune nicht verderben lassen"

Waldkraiburg - Schausteller, Wirte und Besucher sind sich einig: Das Volksfest 2009 war ein voller Erfolg. Selbst der rekordverdächtige Regen-Samstag kann die insgesamt positive Bilanz nicht trüben. ++Video++

"Ein äußerst friedliches und schönes Fest", resümiert Norbert Meindl von der Stadtverwaltung. Der Wiesnorganisator fühlt allerdings mit den Schaustellern, die der Samstag kalt erwischt hat. Kälteeinbruch und Dauerregen von früh bis spät. "So einen Samstag habe ich in 37, 38 Jahren auf dem Waldkraiburger Volksfest noch nie erlebt. Ich bin noch heiser, aber nicht vom Trinken", sagt Schaustellersprecher Dieter Rilke. "Der Samstag fehlt uns natürlich", pflichtet Max Fahrenschon vom Schaustellerverband bei. Doch es gab auch sehr viel bessere Tage für die Fahrgeschäfte auf diesem Volksfest. "Das erste Wochenende war besser als letztes Jahr", meint Rilke, der "im Großen und Ganzen zufrieden" ist.

Zufrieden ist auch Fahrenschon in Anbetracht der Wetterumstände und der Wirtschaftskrise, die einen Industriestandort wie Waldkraiburg wohl stärker treffe als andere Städte. "Man merkt, dass die Leute ein bisserl sparen, hier ein Fahrchip weniger, dort ein paar Schüsse weniger." Insgesamt ist der Schausteller von der Entwicklung des Volksfestes aber angetan. "Stimmung gut, Publikum nett, friedliches Fest."

Ein Eindruck, den Waldkraiburgs Polizeichef Georg Marchner bestätigt. "Aus polizeilicher Sicht war es die erhoffte, die erwartete friedliche Wiesn", sagt er vor dem abschließenden Abend. Zwei Vorfälle im Bereich der Körperverletzungsdelikte, zwei Radldiebstähle, zwei Gelddiebstähle und kleinere Streitigkeiten und Rangeleien - das ist für ein Bierfest mit mehreren zehntausend Besuchern eine Bilanz, die keinen Anlass zur Klage gibt. Die Polizeipräsenz auf dem Volksfest habe sich als sinnvoll erwiesen. Das Zusammenwirken mit den Sicherheitsdiensten der beiden Zelte hat nach seiner Einschätzung "ganz gut funktioniert".

"Das Fest ist hervorragend organisiert. Die Fahrgeschäfte passen. Das ist ein echter Anziehungspunkt", sagt Hauke Winterer. Der Vertriebsdirektor der Graf-Toerring-Brauerei hat das Waldkraiburger Volksfest erstmals miterlebt und zieht auch für die Brauerei ein positives Fazit.

Das Publikum habe den "After Work-Betrieb" und das Programm im Sternenzelt gut angenommen, sagt Dieter Schillhubert. Er hat nicht den Eindruck, dass die Volksfeste unter der Krise zu leiden haben. Im Gegenteil: Was sich schon auf anderen Festen gezeigt habe, bestätige sich in Waldkraiburg. "Die Leute lassen sich die Laune nicht verderben. Sie fahren zwar vielleicht weniger in Urlaub, geben das Geld aber lokal aus und lassen sich lieber zwei- oder dreimal auf dem Volksfest gut gehen." Das Sternenzelt profitiert von diesem Trend.

Die Wirte sind sich einig. Festwirt Jochen Mörz ist ebenso "sehr zufrieden". Er freut sich über mehr Umsatz beim Essen, berichtet vor allem für das erste Wochenende von einer "starken Steigerung". Der Mittagstisch, der "noch einmal erweitert wurde", sei gut angenommen worden. Mörz: "Es ist toll, wie sich die Waldkraiburger Bürger und Betriebe mit ihrem Volksfest identifizieren."

Aus Sicht des Festwirts einer der Höhepunkte dieses Volksfestes: die Wahl zur Miss und zum Mister Waldkraiburg. "Diese Veranstaltung sucht ihresgleichen. Das ist wahrscheinlich in ganz Bayern die Miss-Wahl mit den meisten Zuschauern."

Organisiert wird diese Wahl vom OVB-Medienhaus mit der Miss Germany Corporation und der Stadt, deren "großes Engagement" für das Volksfest Wirte wie Schausteller loben. Mörz: "Das ist sicher nicht selbstverständlich."

Die Miss und der Mister auf dem Volksfest

Miss & Mister Nachtshooting

Norbert Meindl freut's: "Schön, dass das honoriert wird." Zu den Leistungen der Stadt zählt nicht zuletzt der Volksfestbus. Der Service wurde heuer noch ausgeweitet. Die vier Linien fuhren an allen Tagen. Die Fahrgastzahlen liegen laut Meindl "etwas über dem Vorjahr". Wirklich zufrieden ist er damit noch nicht. Dazu stiegen an den drei Tagen, an denen der Bus heuer im Gegensatz zum Vorjahr fuhr, zu wenig Leute zu. "Enttäuschend waren die Fahrgastzahlen am Tag der Nachbarschaft." Meindl geht aber davon aus, dass die Stadt den Volksfestbus auch im nächsten Jahr in diesem Umfang anbieten wird.

Ideen für 2010? Festwirt Mörz kann sich eine "Nacht der Tracht" vorstellen. Max Fahrenschon regt einen "Tag der Landsmannschaften" an. Und Dieter Schillhuber hat heuer gute Erfahrungen damit gemacht, dass die Kreiskliniken das Sternenzelt am Abend vor Volksfestbeginn für ihr Betriebsfest nutzten. "Eine tolle Geschichte." Sein Vorschlag für die Wiesn im Waldkraiburger Jubiläumsjahr: "Warum fangen wir 2010 nicht einen Tag früher, am Donnerstag, an und feiern zwölf Tage mit einem besonderen Motto zum Auftakt?"

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Mehr finden Sie auf www.waldkraiburger-volksfest.de

Rubriklistenbild: © stl

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser