Ziach und Zusammenhalt

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Die Jubelbraut Magdalena Schmidt sang ihrem Gatten Franz ein Ständchen und spielte dazu auf ihrem kleinen Akkordeon, was sie sich selbst beigebracht hat. Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer gratulierte zur diamantenen Hochzeit.

Waldkraiburg - "Schon 60 Jahr' und noch viel mehr, die Liebe nimmt kein Ende mehr", sang Magdalena Schmidt, die mit ihrem Franz am Sonntag die diamantene Hochzeit feierte.

"Das größte Glück auf dieser Welt, das hat der liebe Gott bestellt" oder "Wir haben einen guten Sohn, das ist für uns der schönste Lohn" waren weitere Strophen, die sie nach der Melodie "Es war einmal ein treuer Husar" selbst umgedichtet hatte und ihr "Jubiläums-Ständchen" auch mit dem Akkordeon begleitete. Viele weitere Gedichte stammen aus ihrer Feder. Dass Musik und Gesang verbindet, wurde einmal mehr bei diesem langjährigen Ehejubiläum deutlich. In den sechs gemeinsamen Jahrzehnten hat das Jubelpaar, das seit 30 Jahren in Waldkraiburg lebt, oft zusammen gesungen und musiziert.

Franz Schmidt wurde am 7. April 1933 in Warjasch im Banat/Rumänien geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf. Nach der dortigen Schulzeit lernte er Schuhmacher und musste nach der Lehre zweieinhalb Jahre zum Militär. Anschließend arbeitete er als Vulkanisierer in der Werkstatt eines Landwirtschaftsbetriebes von 1957 bis zur Ausreise nach Deutschland 1982.

In Waldkraiburg war er dann zehn Jahre bis zu seinem Ruhestand als Bauarbeiter bei der Firma Hirn beschäftigt.

Magdalena erblickte als geborene Wiener am 6. April 1932 in Sarafeld im Banat das Licht der Welt und zog dann mit ihren Eltern ins nahegelegene Warjasch, wo sie auch die Schule besuchte. Danach arbeitete sie in der Landwirtschaft, war fünf Jahre als Postbotin unterwegs, anschließend in Haus und Garten tätig.

Franz und Magdalena kannten sich schon von der Kindergartenzeit - wohnten sie doch auch in der Nachbarschaft. "Richtig gefunkt" hat es zwischen den jungen Leuten bei den örtlichen Tanzveranstaltungen; Franz war auch aktiver Klarinettist. Noch sehr jung, 19- und 20-jährig, heirateten die beiden ein Jahr später in Warjasch. Am 26. Mai 1952 traten sie vor den kirchlichen Traualtar, tags darauf ging es aufs Standesamt. "Hochzeitsfeier gab es keine, es war eine arme Zeit und im Kommunismus war der Pfingstmontag kein Feiertag", erinnert sich Franz und so musste das neuvermählte Paar dann gleich wieder an die Arbeit.

Über die Geburt ihres Sohn Franz (jetziger Hausmeister im Rathaus) freuten sie sich 1954. Leider musste die junge Mutter anschließend sieben Monate mit einer Lähmung im Krankenhaus verbringen.

Der Vater war derzeit beim Militär, so wurde der kleine Erdenbürger gut von seiner Oma versorgt, bis es seiner Mutter wieder besser ging. 1982 reiste die Familie nach Deutschland aus und kam nach Waldkraiburg. Große gesundheitliche Probleme und schwere Operationen hatte Magdalena Schmidt auch damals durchzustehen.

Auch ihr Gatte Franz ist mit Herzproblemen und zwei Knie-Prothesen belastet, er ist jedoch viel mit dem Rad unterwegs und hält sich dadurch fit. Geistig sind die beiden auch noch sehr rege und versorgen selbst ihren Haushalt.

Große Freude bereiten dem Jubelpaar zwei Enkel und seit kurzem eine kleine Urenkelin. So leben nun vier Generationen der Familie in Waldkraiburg. Darüber freute sich auch Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer, der mit Blumen zum Jubiläum gratulierte. "Zusammenhalten, nachgeben und verzeihen können" heißt ihr bewährtes Ehe-Rezept.

bac/Waldkraiburger Nachrichten

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