Damit die Saat aufgeht

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Der Neue: Peter Hegwein war mal Musiklehrer, Musikschulleiter und hat auch Kulturmanagement studiert. Jetzt leitet er die städtische Kulturabteilung.

Waldkraiburg - "Die Kultur darf inhaltlich nicht gekürzt werden, nur weil momentan ein bisschen weniger Geld da ist", sagt der neue Leiter der Kulturabteilung, Peter Hegwein.

Der gebürtige Würzburger hat am 15. Oktober die Nachfolge von Barbara Schulte-Rief angetreten. Peter Hegwein ist Diplom-Musikpädagoge und hat auch ein Zweitstudium in Kulturmanagement abgeschlossen. Erfahrungen hat er in mehreren Berufsfeldern gesammelt, als Geschäftsführer und Musiklehrer an einer privaten Musikschule in Würzburg ebenso wie als Marketingleiter einer Veranstaltungs GmbH und wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent im Studiengang Kulturmanagement der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

Zuletzt war er zwei Jahre Leiter des Fachbereichs Kultur im fränkischen Hof und damit für ähnliche Kernbereiche zuständig. "Das Aufgabenfeld ist vergleichbar. In Hof war ich noch für die Sternwarte und die VHS zuständig", so Hegwein. Kulturabteilungen seien häufig nicht so präzise definiert.

Über Waldkraiburg wusste er nicht viel, wie er sagt. Natürlich kannte er die Hintergründe als Vertriebenenstadt. An seiner alten Wirkungsstätte gab es einen Museumsneubau mit einer Abteilung für "Flucht, Vertreibung und Integration in Hof". In Hof-Moschendorf gab es ein großes Flüchtlingslager. Über diesen Umweg seien auch viele Familien nach Waldkraiburg gekommen. Als Museumsleiter hab er sich eingehend mit der Thematik der Flüchtlingsstädte befasst.

Jetzt ist er ganz neu in Waldkraiburg und versucht, so viel wie möglich mitzunehmen, besucht die Veranstaltungen und freut sich sehr "über das viele Grün" in der Stadt.

Er spricht die Auslastungszahlen der Kulturstadt Waldkraiburg an. Die seien nicht so hoch wie gewünscht. "Aber die absolute Zahl ist für eine Größe wie Waldkraiburg sehr respektabel - auch in Hinblick auf die zwei sehr großen Veranstaltungsräume. Die Oper "Eugen Onegin" etwa sei mit 400 verkauften Karten bei 650 Plätzen gut besucht gewesen.

Die Idee, die auch im Sozialgespräch Jugend mit der CSU besprochen wurde, nämlich den Schülern und Auszubildenden sehr günstige Eintritte an der Abendkasse anzubieten, hält er "für wünschenswert und realisierbar in den Auslastungen". Um die Jugend zur Kultur zu bringen, sei eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gefragt. Er spricht die Arbeit der Musikschule an. "Wir müssen früh bilden und die Saat legen", so der 39-Jährige. Nur eine dauerhafte Arbeit mit den Kindern führe dazu, sich ein junges Publikum zu erarbeiten. "Und das wollen wir dauerhaft binden durch Qualität und Angebot."

Ein wichtiger Aspekt seiner breitgefächerten Arbeit sei es, ein kulturelles Grundangebot für jedermann zu schaffen. "Damit man nicht nach München fahren muss." Kulturarbeit vor Ort also. Die Herausforderung in der Industriestadt sieht er ganz klar darin, das Angebot in der Breite zu erhalten oder zu verbessern - trotz der schwierigen Haushaltslage.

Die Außenwirkung für Waldkraiburg sei dabei auch eine entscheidende Sache. "Das Haus der Kultur ist eines der ersten und größten Häuser in der Region", so Hegwein. Kultur sei ein Selbstzweck, aber auch Imagepflege. "Eine Kommune dieser Größe schuldet seinen Bürgern die Kultur. Dazu gehören natürlich auch ,leise Sachen' wie das Haus des Buches."

Derzeit pendelt Hegwein noch, wird aber demnächst mit seiner Frau und seinem Kind ganz nach Waldkraiburg ziehen. Wenn er zwischen Job und Familie noch ein bisschen Zeit findet, setzt er sich auf seinen Chopper, eine alte Suzuki "Entruder".

Nebenbei, so gibt er freimütig zu, sei er dem südamerikanischen Tanz und der südamerikanischen Küche verfallen. Die Verbindung zwischen "Kulinarium und Kultur" interessiere ihn sehr. Daher schwebt ihm vor, mit dem Bistro "Cult" zusammenzuarbeiten und einen Tanz- und Tapas-Abend zu veranstalten. Und etwa zum Stadtball sollen mit den Eintrittskarten ganze Menüfolgen verkauft werden.

kla/Mühldorfer-Anzeiger

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