D-Mark noch immer im Umlauf

Waldkraiburg - Bis zu 2000 D-Mark bringen Waldkraiburger Sparkassenkunden im Schnitt monatlich an die Schalter, um das Geld einzutauschen.

Auch andere Filialen bieten diesen Service noch an, schließlich sind bundesweit noch 13,6 Milliarden D-Mark in Umlauf.

Es ist eine unglaubliche Zahl: 13,6 Milliarden D-Mark sind, laut Bundesbank, noch in deutschen Haushalten gebunkert. Teilweise sind sie bereits in Vergessenheit geraten und tauchen nur durch Zufall wieder auf. Die meisten Banken bieten nach wie vor an, die alten Scheine oder Münzen zurückzunehmen und umzutauschen.

Beim Aufräumen wird ein alter Geldbeutel gefunden, beim Umzug eine längst vergessene Sparbüchse gefunden oder bei Todesfällen entdecken die Erben, dass die Oma in der Cafedose noch Geld versteckt hatte. Solche und ähnliche Geschichten bekommen die Mitarbeiter der Waldkraiburger Bankfilialen immer noch zu hören.

Es kommt nicht mehr so oft vor, sagt Christian Schneider von der Sparkasse, aber im Schnitt werden monatlich zwischen 1000 und 2000 Mark an den Schaltern abgegeben. Die Mitarbeiter nehmen das Geld an, füllen zusammen mit den Kunden den notwendigen Erstattungsantrag aus und leiten das Geld an die Bundesbank weiter. Dort wird das Geld dann zum offiziellen Kurs (ein Euro entspricht 1,95583 D-Mark) umgetauscht und auf das Konto des Kunden gutgeschrieben.

Auch Siegfried Sieghart von der Raiffeisen-Volksbank Mühldorf Altötting weiß zu berichten, dass immer noch D-Mark umgetauscht wird. Beispielsweise Scheine, die aus einem Buch herausfallen, das man mal wieder zur Hand nimmt. Es werden aber auch die alten Fünf-Markstücke, die ja eigentlich Sammlerstücke sind, zurückgegeben.

In den 28 Geschäftsstellen der Raiffeisen-Volksbank Mühldorf Altötting sind im vergangenen Jahr rund 150000 Mark zurückgenommen worden.

Nur noch selten kommen Kunden der Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen in die Geschäftsstelle in Kraiburg und haben die gute alte Mark dabei. Aber ab und zu komme es schon noch vor, weiß Karin Unterblümhuber. Auch hier wird das Geld anstandslos angenommen und an die Bundesbank geschickt und der Gegenwert dann aufs Konto gutgeschrieben.

Selbst aktiv werden müssen die Kunden der Volksbank Mangfalltal-Rosenheim. Man verweise die Kunden an die Bundesbank-Hauptverwaltung in München, sagt Robert Häuslaigner. Die Doppelbevorratung wäre zu aufwendig.

Er hat dafür aber einen guten Tipp parat: In den Waldkraiburger Geschäften werde bei einzelnen Aktionen immer wieder mal angeboten, mit D-Mark zu bezahlen. Für kleinere Summen sicherlich eine Alternative. Bei größeren Beträgen bleibt aber nur die Fahrt nach München. Bei ihnen komme es aber sowieso nur noch selten vor, dass Kunden mit D-Mark kommen und sie eintauschen wollen, so Häuslaigner.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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