Christoph Ullmann greift nach WM-Medaille

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Mit 14 im Dress des EHC Waldkraiburg (1998): Christoph Ullmann, der in Köln seine erfolgreiche Karriere fortsetzte, die jetzt mit einer WM-Medaille ihren Höhepunkt finden kann. Mama Elfriede Ruholl zittert in Waldkraiburg mit vielen anderen Eishockey-Fans mit.

Waldkraiburg/Köln - Im Eisstadion stand er erstmals auf Schlittschuhen. Hier hat er für die Nachwuchsmannschaften des EHC gespielt. An diesem Wochenende steht der gebürtige Waldkraiburger Christoph Ullmann mit seinen Mitspielern vor dem größten Erfolg, den ein deutsches Eishockey-Team seit über 50 Jahren erreichte.

In dieser Woche feierte Christoph Ullmann seinen 27. Geburtstag. Und eigentlich hatte er sich für den morgigen Sonntag daheim angesagt. Doch aus dem Besuch in Waldkraiburg wird nichts.

"Ich muss wohl auf ihn verzichten", sagt Elfriede Ruholl. In diesem Fall verzichtet die stolze Mama allerdings gerne auf ihren Sohn. Dem Junior ist am Sonntag ein wichtiger Termin dazwischen gekommen. Im schlechtesten Fall das Spiel um die Bronzemedaille, im besten Fall sogar das Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft.

Christoph Ullmann gehört zu jenem Team, das alle Erwartungen übertroffen hat, und bei der Eishockey-WM im eigenen Land über sich hinaus gewachsen ist. Nach dem 1:0-Sieg über die Schweiz am Donnerstagabend steht die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp erstmals nach über 50 Jahren in der Runde der besten vier. Am heutigen Samstag um 18 Uhr spielt sie im Halbfinale in Köln gegen den haushohen Turnierfavoriten und Rekordweltmeister Russland um den Einzug ins Endspiel.

Noch zweimal zittern

Noch zweimal wird Elfriede Ruholl mindestens 60 Minuten mitfiebern, wahrscheinlich in der Gaststätte im Eisstadion, wo die Spiele auf Großbildschirm gezeigt werden. So wie schon gegen die Schweiz. "Wir haben gezittert."

Seit Beginn der WM vor zwei Wochen geht das nun so. Denn im Eröffnungsspiel auf Schalke vor der Rekordkulisse von über 75000 Zuschauern war sie mit ihrem Mann und einer ganzen Reihe von Waldkraiburgern live dabei. "Ein Traum. Diese Atmosphäre!" Mit einem überraschenden Sieg gegen die USA startete die deutsche Mannschaft da ihr sensationelles Turnier.

Mit zweieinhalb Jahren erstmals auf Schlittschuhen

Und Christoph Ullmann, der bei Olympia noch verletzungsbedingt fehlte, war dabei. Mit zweieinhalb Jahren stellte die Waldkraiburgerin den Knirps erstmals aufs Eis. Ein Jahr später war er schon beim EHC, durchlief alle Altersstufen bis zur Schüler-Mannschaft. In 17 Spielen erzielte er 27 Tore und bereitete 20 vor - und meldete sich bei den Kölner Haien. Seit seinem 15. Lebensjahr verfolgte er das Ziel Eishockey-Profi mit großer Energie, spielte bei Köln und in Mannheim, wurde d-1-20100522eutscher Eishockey-Meister.

2004 spielte er erstmals für Deutschland bei der WM und jetzt greift er mit seinen Mitspielern nach einer Medaille. "Dass sie soweit kommen, hatte ich nicht gedacht", sagt Elfriede Ruholl. Doch jetzt traut sie Christoph und Co. alles zu...

hg/Mühldorfer Anzeiger

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