Auf dem Weg zur Cellistin?

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Locker und konzentriert wirkt die zehnjährige Sabine Veronika Libera, wenn sie auf ihrem Violoncello spielt. Sie ist Solistin beim Jubiläumskonzert der Orchestergemeinschaft am 20. November im Haus der Kultur.

Waldkraiburg - Wenn am Samstag, 20. November, das Festkonzert der Orchestergemeinschaft zum Stadtjubiläum im Haus der Kultur stattfindet, dann hat Sabine Veronika Libera ihren ersten großen Auftritt.

Die zehnjährige Waldkraiburgerin ist Solistin beim Konzert in G-Dur von Georg Eduard Goltermann.

Die Finger der linken Hand fliegen über die Saiten ihres Violoncellos. Mit dem Bogen in der rechten Hand entlockt die zehnjährige Sabine Veronika Libera ihrem Instrument weiche und vielfältige Töne.

Seit der zweiten Klasse spielt sie die große Schwester der Violine; das Violoncello. Damals hatten sie einmal die Musikschule besucht und ein Lehrer spielte die verschiedenen Streichinstrumente vor. "Das Cello hat mir vom Klang am besten gefallen", erinnert sie sich genau, denn danach musste sie erst einmal ihre Mutter, Mariola Libera, überzeugen.

Schließlich stand zu Hause ein Klavier und Sabine hatte in der ersten Klasse mit Blockflöte spielen angefangen.

Doch dann willigte die Mutter ein und seitdem ist das Violoncello der ständige Begleiter ihrer Tochter. Beinahe täglich übt das Mädchen mit dem langen Zopf und möchte sich immer weiter verbessern. Schon heute ist für sie klar, dass sie einmal Cellistin werden will. Dabei war der Anfang mühsam. "Es ist nicht einfach, wenn die eine Hand etwas komplett anderes machen muss als die andere", erläutert die Mutter. Tochter Sabine ergänzt, dass sie "einerseits ganz dringend üben und spielen wollte". Andererseits waren da aber auch Freundinnen, mit denen sie bei schönem Wetter draußen spielen mochte.

Ziemlich schnell hatte ihr Lehrer an der Musikschule, Paul Adrean Deutsch, das Talent von Sabine Veronika Libera erkannt und sie entsprechend gefördert. "Sie war sehr schnell, sehr treffsicher und hat sehr sauber gespielt" erinnert sich die Mutter, die selbst ebenfalls Klavier und Violoncello spielt und derzeit eine Musiklehrerausbildung macht. Dabei ist sie immer ein bisschen in der Zwickmühle.

Einerseits möchte sie ihrer Tochter eine "normale" Kindheit bieten, andererseits will sie Sabine zum Üben animieren, damit sie etwas aus ihrem Talent machen kann. Das führt dann immer wieder auch zu Konflikten zwischen den beiden. Dann hört Tochter Sabine schon mal laute Pop- oder Rockmusik. "Wenn ich wütend bin", so die Zehnjährige. Sonst steht bei ihr meistens Klassik auf dem Programm.

Dazu kommt, dass Sabine auch in der Schule Leistung bringen muss. Seit diesem Schuljahr ist sie auf dem Gymnasium. "Ich schwimme so mit", schätzt sich die Zehnjährige selbst ein. Sie wirkt schon ziemlich reif für ihr Alter, scheint genau zu wissen, was sie will. Doch die Mutter ahnt, dass es in Sachen Schule und Musik noch schwierig werden kann.

Seit rund einem dreiviertel Jahr weiß Sabine Veronika Libera, dass sie bei dem Festkonzert der Orchestergemeinschaft als Solistin auftreten wird. Seitdem bereitet sie sich konzentriert auf dieses Ereignis vor. "Es ist das erste richtig große Konzert", so die Mutter.

Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, meinte Tochter Sabine. Sie stelle sich vor, dass sie an unsicheren Stellen hängenbleiben könne. "Aber die Mama ist deutlich aufgeregter".

Wenn die Zehnjährige am 20. November ihren großen Auftritt haben wird, dann drückt ihr auch die große Schwester, Cornelia Sophie Libera, die Daumen. Die 14-Jährige macht ebenfalls Musik, aber nur "just for fun". Dafür singt sie gerne und ist eine Leseratte. Konkurrenzdenken gibt es unter den beiden Schwestern nicht. "Natürlich streiten sie, aber wenn es drauf ankommt, halten sie wie Pech und Schwefel zusammen", sagt die Frau Mama. Wenn Sabine Veronika Libera am 20. November den Bogen ihres Violoncellos in die Hand nimmt, dann ist so eine Situation.

Karten für das Festkonzert gibt es im Haus der Kultur unter der Telefonnummer 08638/959312.

hsc/Mühldorfer-Anzeiger

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