Bundespräsident fördert Schullandheime

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Leonhard Schleich während der Führung auf dem "Weg der Geschichte".

Waldkraiburg - Christian Wulff, Schirmherr der Initiative "Jahr des Schullandheims" 2011 , stellt die "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" der Schullandheime in den Vordergrund.

"Schullandheime fördern Kompetenzen" lautet das bundesweite Motto im "Jahr des Schullandheims" 2011. In Waldkraiburg nimmt sich das Haus Sudetenland dieser Aufgabe an.

Gunter Zeuke, Mathematik- und Geographielehrer am Zabel-Gymnasium in Gera, besucht Waldkraiburg bereits zum fünften Mal. In diesem Jahr ist er mit drei siebten Klassen in Begleitung von zwei Kollegen Gast des Haus Sudetenland.

"Wir haben ursprünglich nach einem Exkursionsziel für eine naturwissenschaftliche Exkursion gesucht", erklärt Zeuke. "Auf Waldkraiburg sind wir eher durch Zufall gekommen. Aber die Lage hier ist gut, München oder Burghausen sind von hier aus gut zu erreichen. Auch mit dem Herrn Schleich ging es von Anfang an gut."

Leonhard Schleich leitet das Haus Sudetenland. Die Betreuung der Schullandheimklassen ist ihm ein persönliches Anliegen. So führt er beispielsweise eine Schülergruppe durch die Stadt und erzählt ihnen von Waldkraiburgs Geschichte.

Die Führung beginnt in der Berliner Straße und führt die Schüler über das Vertriebenendenkmal am Rathaus zum Bunker 29. Für die Schüler hat Schleich ein Rätsel entworfen: Wer während seiner Führung gut aufgepasst hat, dürfte keine Probleme haben, die Fragen richtig zu beantworten.

"In den Anfangsjahren war das Haus Sudetenland schon einmal ein Schullandheim. Das wurde dann aber überlagert von Integrationsmaßnahmen für jugendliche Aussiedler und Spätaussiedler. Mit dem Auslaufen dieser Kurse beantragten wir die Aufnahme in das Bayerische Schullandheimwerk", so Schleich.

Um Schullandheim zu werden, müssen eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt werden. Zu diesen Kriterien gehören unter anderem das Vorhandensein von Klassenzimmern, eigene Wohnräume für Lehrer und Betreuer oder Anlagen für Spiel und Sport.

"Wir haben eine Gesamtbettenzahl von 121, können also ungefähr drei Schulklassen gleichzeitig aufnehmen."

Für das Jahr 2010 mit insgesamt über 11.000 Übernachtungen zählte das Haus Sudetenland 4926 Übernachtungen im Rahmen von Schullandheim-Aufenthalten - Tendenz steigend.

Für den gesamten Freistaat bewegen sich die Belegungszahlen bei Schullandheimen seit 2007 auf einem recht konstanten Niveau, wie Jürgen Stammberger vom Bayerischen Schullandheimwerk mitteilt. 2009 gab es insgesamt 383.745 Übernachtungen in 34 Schullandheimen, 4850 Schulklassen und -gruppen waren unterwegs.

Aber was ist nun generell Sinn und Zweck eines Schullandheim-Aufenthalts? Verglichen mit den hehren Ansprüchen, die der Bundespräsident formuliert, sind die Antworten der Geraer Lehrer pragmatisch. "Für die Kinder ist es einfach wichtig, zusammenzusein und sich untereinander kennenzulernen. Und auch als Lehrer lernt man die Schüler von einer etwas anderen Seite kennen, sie geben sich im Schullandheim etwas anders als im Unterricht", meint Jürgen Lückert, ebenfalls Lehrer am Zabel-Gymnasium.

Bei den Schülern aus Thüringen kommt Waldkraiburg übrigens gut an. Besonders die Übersichtlichkeit der - im Vergleich zu Gera - kleineren Stadt hat es ihnen angetan: "Wir sind ja an die vierfache Einwohnerzahl gewöhnt, in Gera sind wir 100.000", sagt der 13-jährige Nico. Und sein Freund Loung (12) fügt hinzu: "Die Atmosphäre hier ist sehr schön."

mlo/Mühldorfer Anzeiger

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