Für Bürgersprechstunde keine Zeit

Kraiburg - Das Bischof-Bernhard-Haus und das mögliche neue Gewerbegebiet in Kraiburg zählten zu den Themen, die in der Bürgerversammlung zum Teil zu heftigen Kontroversen führten.

Die Aussprache der Bürgerversammlung, zu der nur rund 25 Bürger erschienen waren, eröffnete Ingo Suhr, der an den Bürgermeister die Bitte richtete, eine Bürgersprechstunde einzurichten und seine Bitte ausführlich begründete. Loher machte deutlich, dass nach seiner Meinung dafür keine Notwendigkeit bestehe und meinte schließlich: "Ich habe keine Zeit dafür!"

Herbert Ganglfinger stellte die Frage in den Raum, woran es liegt, dass das Interesse an der Bürgerversammlung immer geringer wird und fragte, ob es nicht zum Teil auch daran liegen könnte, dass man mit einer gegensätzlichen Meinung "sehr schnell runtergebügelt" wird. Hans Brandl führte den Gedanken insofern weiter, dass der Bürgermeister "mehr Fingerspitzengefühl braucht."

Erwartungsgemäß war in der Aussprache auch der Erhalt der Säle im Bischof-Bernhard-Haus ein Thema, wobei vonseiten der Bürger nur Wortmeldungen zum Erhalt der Säle kamen. "Die Nachfrage nach dem Saal ist da, und nicht nur mit ein paar Buchungen", so Sepp Wimmer von der Kirchenverwaltung. Er wollte wissen, wie es aus Sicht der Gemeinde weitergeht: "Wird das Bischof-Bernhard-Haus angepackt oder nicht, oder soll es nur ausgesessen werden?" Werner Schreiber meinte an den Bürgermeister gerichtet, dass dem Bürger "das klare Bekenntnis zum Saal" fehle.

Dazu freilich ließ sich Michael Loher nicht aus der Reserve locken, auch nach weiteren konkreten Nachfragen nicht. Er habe ein Problem mit den Zahlen, die im Umlauf sind, denn "wenn wir uns übernehmen, müssen wir Museen und Freibad schließen". Den einzigen gemeinsamen Nenner formulierte er so: "Einig sind wir uns: Wir brauchen einen Saal." Wie diese Notwendigkeit nun tatsächlich umgesetzt werde, dazu sagte er aber nichts Konkretes. Ohne dies weiter auszuführen, deutete er die Möglichkeit einer privaten Saallösung an.

In Sachen Gewerbegrund hatte Bürgermeister Loher schon bei seinen Ausführungen klargestellt: "In der Gemeinde ist kein Quadratmeter Gewerbegrund vorhanden, wir haben aber einige Interessenten dafür." Die private Betreibergesellschaft, der seine Frau vorsteht, habe einen "Kaufantrag an einen Grundbesitzer gestellt."

Auf die Kritik, die in letzter Zeit aus der Bevölkerung oder beispielsweise der CSU komme, reagierte Loher mit den Worten: "Ich muss mir überlegen, nochmals so etwas ins Leben zu rufen, wo die Gemeinde nur Vorteile hat." Deutlich verwahrte sich der Bürgermeister gegen Vorhaltungen von Gemeinderäten der CSU in der Öffentlichkeit, er habe sie über die Existenz dieser Gesellschaft nicht richtig informiert.

Bei diesem Thema kam es schließlich auch noch zu einer heftigen Auseinandersetzung unter einem Teil der Gemeinderäte, die in der Bürgerversammlung anwesend waren.

ng/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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