"Lieber selber was anpacken"

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Nicht nur bei der Feuerwehr, auch im Jugendzentrum und in Vereinen engagiert sich Adrian Hilge seit einigen Jahren ehrenamtlich.

Kraiburg - Am Sonntag, 7. Oktober, wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Die drei Kandidaten stellen wir in alphabetischer Reihenfolge vor. Heute: Adrian Hilge.

Für die Sanierung der Bischof-Bernhard-Säle will er sich einsetzen und für Gewerbebetriebe. Mehr Wohnungen für junge Leute will er schaffen und dafür sorgen, dass in Kraiburg mehr los ist, vor allem für die Jugend... Adrian Hilge kann fordern und vertreten, was er will. Nichts sorgt für mehr Gesprächsstoff als sein Alter. "Ich selber bekomme nichts davon mit. Aber an den Stammtischen gibt's natürlich Diskussionen." Wer mit 22 Jahren Bürgermeister werden will, weder Erfahrungen in der Kommunalpolitik noch in der Verwaltungsarbeit hat, "muss damit leben", meint er achselzuckend und setzt hinzu: Dass es auch mit Jüngeren funktionieren kann, habe sich in anderen Gemeinden gezeigt.

Nicht zufällig hat Adrian Hilge als Treffpunkt für das Zeitungsinterview das Feuerwehrhaus gewählt. Hier verbringt der junge Mann, der am 20. Februar 1990 in München geboren wurde und als Bub mit seiner Familie nach Kraiburg kam, viel Zeit. Seit dem zwölften Lebensjahr ist er bei der Feuerwehr, trägt heute als Jugendausbilder, als Atemschutzwart und Mitglied der Vorstandschaft Mitverantwortung. Im Jugendzentrum, das seit längerem geschlossen ist, trägt er allein Verantwortung. Hilge, der mit 15 erstmals in den Jugendrat gewählt wurde, findet keine Jüngeren, an die er die Aufgaben weitergeben könnte.

Genug vom Ehrenamt hat der junge Mann deshalb nicht. Er gehört der Vorstandschaft des Vereins für den Erhalt der Bischof-Bernhard-Säle an, ist Mitglied im Vorstand des Kreisjugendrings und - seit November 2010 - auch Jugendbeauftragter der Gemeinde.

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Auch Adrian Hilge, der noch solo ist und daheim wohnt, mag, was andere junge Leute mögen. Er treibt gerne Sport, mag reisen, etwas unternehmen und mit anderen zusammen organisiseren. Im Gegensatz zu vielen seiner Altersgenossen ist dem Elektriker, der bei einer großen Firma in Kirchdorf arbeitet, aber nicht egal, was in der Gemeinde passiert. "Bevor ich ich mich aufrege, dass im Ort was nicht funktioniert, packe ich lieber selber was an", sagt er. Deshalb stand für ihn auch seit längerem fest, bei den Kommunalwahlen 2014 für den Gemeinderat zu kandidieren. Als die SPD dann anfragte, ob er als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung steht, habe er "lange überlegt", gesteht der 22-Jährige. Seit kurzem ist der Kandidat, der durch die Familie "politisch vorbelastet ist", Parteimitglied. Im kommunalen Bereich sei es nicht so wichtig, in welcher Partei man ist, ist er überzeugt.

Da komme es darauf an, mit den Leuten klar zu kommen, zuhören zu können und vor allem "nicht zu ignorieren, was sie sagen". Um Ideen und Erfahrungen der Bürger für die Gemeinde besser zu nutzen, spricht er sich für ein so genanntes Ideenmanagement in Kraiburg aus. "4000 Köpfe haben mehr Ideen als alle Verwaltungsangestellten zusammen."

Wie groß die Aussichten sind, dass nach dem 7. Oktober Bürgermeister Adrian Hilge dieses "Ideenmanagement" umsetzen kann? Jüngere Kraiburger haben ihm anerkennend gesagt, dass sie seine Kandidatur mutig finden, erzählt er. "Andere denken, dass man eh keine Chance hat."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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