Ein ganzes Leben zu Papier gebracht

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Aschau a. Inn - Bianca Schenk hat ein Buch über das Leben ihrer Mutter Else H. geschrieben. Jahrelang lebte diese in Aschau, wo sie viele Schicksalsschläge hinnehmen musste.

"Ihr Leben war ein auf und ab", berichtet Bianca Schenk von ihrer Mutter Else H., die im Alter von 89 Jahren 1997 in Aschau gestorben ist. Obwohl Schenk heute in Oberbiberg lebt, besucht sie das Grab ihrer Mutter in der kleinen Gemeinde noch regelmäßig. Die 64-Jährige verbindet selbst einiges mit Aschau. 1952 kam sie aus dem Landkreis Wasserburg mit ihrer Mutter hierher, besuchte die Volksschule der Gemeinde und anschließend die Realschule in Waldkraiburg. Bis zu ihrem 19. Lebensjahr war Aschau ihr Zuhause, für ihre Mutter blieb es das bis zu ihrem Tod vor 13 Jahren.

"Bevor sie starb hat sie mir ihre Aufzeichnungen gegeben. Sie hat ihre gesamte Lebensgeschichte aufgeschrieben und hatte die Hoffnung, dass ich ein Buch daraus mache", erzählt Schenk. Den Wunsch ihrer Mutter wollte sie erfüllen, als sie aber mit dem Lesen begann, belasteten die Erzählungen die Tochter und das Buch musste warten. Das erste Manuskript stellte Schenk nach einigen Jahren Pause und viel Arbeit 2007 fertig. "Es war in Ich-Form geschrieben. Als ich keinen Verleger gefunden habe, riet man mir, ich solle es in Roman-Form schreiben, was ich dann auch tat." Mitte 2009 fand die 64-Jährige dann endlich einen Verlag. Seit dem 12. Mai dieses Jahres ist ihr Buch "Das Leben der Else H. `Ich wollte nicht heim ins Reich...´" für 16,80 Euro im Axon-Verlag erhältlich.

Von der Geburt ihrer Mutter 1908 in Mähren (Tschechien) über deren Erfolg als Geschäftsfrau im Pelzhandel bis zur Flucht nach Deutschland und der schweren Zeit als alleinerziehende Mutter in Aschau erzählt Bianca Schenk in ihrem Buch. "Sie hat gravierende Schicksalsschläge erlitten und ein schweres Leben gehabt." Auch eine unerfüllte Liebe spielte im Leben der Else H. und damit auch im Buch eine Rolle. "Meine Mutter hat sich in einen SS-Offizier verliebt, der aber - genau wie sie - verheiratet war. Die beiden hatten nie etwas miteinander, sie waren allerdings schrecklich verliebt", erzählt Schenk.

Dass sie ihr Buch nun endlich in ihren Händen hält, kann die 64-Jährige kaum fassen. Die erste Auflage erscheint mit 100 Stück. "Ich habe es bis zum Schluss für mich behalten, mein Umfeld war sehr überrascht." Einen weiteren Roman plant Schenk nicht, dafür fehle ihr die Fantasie. "Aber ich habe eine ganze Schublade voll mit Kurzgeschichten", lacht sie.   

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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