Brandschutz: Nachrüstung wird noch teurer

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Die Arbeiten sind schon auf der Zielgeraden. Insgesamt muss die Stadt fast 300.000 Euro für die Nachbesserung beim Brandschutz in der Diesel-Mittelschule ausgeben.

Waldkraiburg - Fast 300.000 Euro muss die Stadt Waldkraiburg nur neun Jahre nach Abschluss der Generalsanierung für die Nachbesserung der elektrotechnischen Einrichtung in der Mittelschule an der Dieselstraße ausgeben.

Die Installation entsprach nicht den damals geltenden Regeln des Brandschutzes.

Nicht zum ersten Mal musste sich der Stadtentwicklungsausschuss mit der leidigen Thematik beschäftigen und wohl oder übel eine erneute Erhöhung des Kostenrahmens befürworten. Denn im Verlauf der Arbeiten waren weitere Schwierigkeiten und Mängel aufgetreten, die vorab nicht erkennbar waren. Sie summmieren sich auf rund 110.000 Euro Mehrkosten, macht insgesamt 290.000 Euro.

Gewährleistungszeit ist abgelaufen

Zu den Defiziten, über die in der Ausschusssitzung Ingenieur Manfred Hajek berichtete, zählt unter anderem, das die Befestigung der Elektroleitungen im Bereich der Rettungswege nicht ordnungsgemäß ist. Es bestehe die Gefahr, dass bei einem Brand die ganze Installation runterfällt und die Rettungswege versperrt. Weil sich im ganzen Bereich poröse Hohlblocksteindecken befinden sei eine normale Befestigung mit Brandschutzdübeln nicht möglich. Deshalb müssen Klebeeinbauanker eingesetzt werden. Im dritten Obergeschoss ist keine tragende Konstruktion für die Befestigung der Tragschienen zu erkennen. Deshalb braucht es 160 Millimeter lange Schrauben mit Sonderbefestigungszubehör. Mehrkosten für die Befestigung der Elektroleitungen insgesamt: 29.000 Euro.

Das Leitungsnetz der Brandmeldeanlage ist so unübersichtlich, dass ein Sachverständiger der Dekra in seinem Gutachten eine Erneuerung des vorhandenen Leitungsnetzes nach VDE-Norm je Stockwerk fordert. Die Erneuerung bei laufendem Betrieb der Anlage führt zu Mehrkosten von 34.000 Euro.

Weil die Sanierung der Leitung im dritten Obergeschoss nicht möglich ist, muss für 4000 Euro eine F30-Unterdecke eingezogen werden, die einem Feuer mindestens 30 Minuten lang standhält.

Rund 12.000 Euro kosten die Abkofferung der Leitungen im Erdgeschoss-Treppenhaus mit F90-Abkofferungen und Änderungen der vorhandenen abgehängten Decken sowie weitere Trockenbauarbeiten.

Im Bereich des Haupteingangs zum Treppenhaus ist eine zusätzliche Brand- und Rauchschutztür erforderlich, die Tür vom Treppenhaus zum Zwischenbereich Aula muss nachgerüstet werden. Mehrkosten: 19.000 Euro.

Um 12.000 Euro steigen wegen der erhöhten Baukosten die Honorarkosten an.

Zwar ist laut Bürgermeister Siegfried Klika nicht die gesamte Summe von 290.000 Euro der Behebung von Defiziten geschuldet. Im Zuge der Nachrüstung wurden jetzt auch einige Arbeiten erledigt, die zum Zeitpunkt der Sanierung noch nicht gesetzlich vorgeschrieben waren. Aus seinem Ärger machte Klika keinen Hehl.

Auf Anfrage bestätigte der Bürgermeister, dass die Stadt die Frage nach Schadenersatz geprüft habe. Die Beweissicherung sei ausgesprochen schwierig, Fahrlässigkeit kaum nachzuweisen. Die Sanierung wurde im Winter 2001/2002 abgeschlossen. Die Gewährleistung sei deshalb abgelaufen.

Nach Arbeiten: Schule brandschutztechnisch optimal ausgestattet

Bürgermeister und Stadtbau GmbH, der die Durchführung der Nachrüstung übertragen wurde, betonen, dass das Schulgebäude nach Abschluss dieser Arbeiten nach den Regeln der Technik des Brandschutzes optimal ausgestattet sei. Klika sprach ausdrücklich Schule, Lehrern und Eltern seinen Dank aus, dass die erforderliche Nachrüstung während des Unterrichts "ohne große Aufregung akzeptiert" wurde.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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