Betreutes Wohnen in Kraiburg?

+
Im Anschluss an das bestehende Alten- und Pflegeheim St. Nikolaus könnte das Projekt betreutes Wohnen entstehen.

Kraiburg - Michaela Baumgart, Senioren- und Behindertenbeauftragte in der Marktgemeinde, hat schon manche Verbesserung im Ort erreicht. Derzeit lotet sie die Möglichkeiten für ein betreutes Wohnen in Verbindung mit dem -Alten- und Pflegeheim St. Nikolaus aus.

"Mir wurde in den letzten Monaten bei meiner Arbeit immer wieder deutlich, welche Zukunftsängste bei unseren älteren Marktbewohnern bezüglich der Wohn- und Pflegesituation bestehen", sagt Michaela Baumgart. In vielen Fällen wurde für verschiedene Arbeiten im Haushalt oder Garten eine Unterstützung gefunden, sodass die Senioren so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Für Baumgart stellt sich freilich die Frage: Was ist, wenn die Erledigung der täglichen Aufgaben nicht mehr allein geht, wenn der Gesundheitszustand sich so verändert, dass einer der Partner schnelle Hilfe braucht oder eine allein stehende Person hinfällt und keine Hilfe in der Nähe ist? Für diese Fälle sieht die Seniorenbeauftragte das betreute Wohnen als eine sehr gute Lösung an, eine ihrer Meinung nach "altersgerechte, selbstbestimmte und unterstützende Wohnform". In dieser Wohnform leben hilfsbedürftige Menschen in eigenen, abgeschlossenen und behindertengerecht ausgestatteten Wohneinheiten von meist 40 bis 60 Quadratmetern Wohnfläche.

Für Michaela Baumgart könnte diese Anlage möglicherweise auf der Grünfläche neben dem Alten- und Pflegeheim St. Nikolaus errichtet werden: Die Nähe zu ärzten, Apotheke, Drogerie, Kirche oder Bushaltestelle wäre gegeben. Zusätzliche Hilfsangebote wie Wäsche waschen, Einkaufsfahrten, Reinigungsarbeiten oder eine Teilnahme beim Essen wären für sie Möglichkeiten, die eventuell durch das Heim übernommen werden könnten, wodurch nebenbei auch noch Arbeitsplätze am Ort erhalten oder gar neu geschaffen würden.

Nach Kontaktaufnahme mit Heimleiterin Maria Pojda sowie Xaver Florentz, dem Vertreter der Eigentümerfamilie des Heimes, sieht Baumgart sehr wohl Chancen, eine Anlage für betreutes Wohnen auch in Kraiburg zu errichten.

Maria Pojda steht einem derartigen Projekt wohlwollend, aber auch mit einiger Skepsis gegenüber, wobei sie betont, selbst keinerlei Entscheidungsrecht zu haben. Sie sieht die Gefahr, "dass das Angebot nicht in erster Linie von den einheimischen älteren Mitbürgern wahrgenommen wird, sondern die Leute kommen dann hauptsächlich aus München." In der hiesigen ländlichen Struktur sei die Notwendigkeit für eine derartige Einrichtung noch nicht so groß, "auch wenn es ein paar völlig offene Anfragen gibt". Entsprechende Häuser in der Umgebung, beispielsweise in Garching, hätten sich "sehr schwer getan mit der Belegung des betreuten Wohnens".

Auch Eigentümervertreter Xaver Florentz aus München ist skeptisch, "ob die Nachfrage auf dem Land groß genug ist". Allerdings befinde er sich bereits mit einem Architekten in der Planungsarbeit, "denn auf jeden Fall werden mehrere Einzelzimmer an den bestehenden Komplex angebaut". Daran anschließend, getrennt durch einen langen Saal als Veranstaltungsraum, könne er sich sehr wohl "zwischen vier und acht Wohnungen in einer Größe von rund 60 Quadratmetern" für das betreute Wohnen vorstellen. Die Wohnungen würden auf jeden Fall nur vermietet, als möglichen Zeitraum sieht er Ende 2011 bis Anfang 2012. Wichtig sei für ihn, "den Bedarf genauer zu ermitteln", so Florentz.

Deshalb bittet Michaela Baumgart darum, dass sich alle Mitbürger, die grundsätzliches Interesse an diesem Projekt haben, sich bei ihr unverbindlich persönlich oder telefonisch unter der Nummer 08638/607617 zu melden. Auch in ihrer monatlichen Sprechstunde in der Remise steht sie für zusätzliche Informationen zur Verfügung. ng

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser